Gesundheitspolitik

BVMed: "Stärkung des Entlassmanagements muss Homecare-Dienstleistungen einbeziehen"

Referentenentwurf zum GKV-VSG

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt die im Referentenentwurf des GKV-Versorgungs­stärkungsgesetzes (GKV-VSG) vorgesehene Stärkung des Entlassmanagements, um Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt einen besseren Übergang in den häuslichen Bereich zu ermöglichen. In die gesetzlichen Regelungen müssten aber neben ärztlichen Leistungserbringern auch ambulante Versorger einbezogen werden. Dabei gehe es insbesondere um Homecare-Unternehmen, die bei der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln eine wichtige Rolle spielen, so der BVMed in einer ausführlichen Stellungnahme zur Erörterung des Referentenentwurfs am 11. November 2014. Die Stellungnahme kann unter www.bvmed.de/bvmed-vsg-referentenentwurf abgerufen werden.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Krankenhäuser ärztlichen Leistungserbringern Aufgaben des Entlassmanagements übertragen können. Der Versicherte soll gegenüber seiner Krankenkasse einen Anspruch auf Unterstützung des Entlassmanagements haben. Insbesondere sollen die Krankenkassen für die Umsetzung des Entlassplans die notwendigen Leistungserbringer kontaktieren und für deren zeitgerechten Einsatz sorgen. Krankenhäuser sollen unmittelbar nach der Entlassung notwendige Leistungen für einen Zeitraum von bis zu 7 Tagen direkt verordnen dürfen. Die Details der Zusammenarbeit und der Vergütung zwischen den Krankenhäusern und allen Leistungserbringern sollen in einem Rahmenvertrag zwischen dem GKV-Spitzenverband, der DKG und der KBV bis zum 31. Dezember 2015 geregelt werden.

In der Praxis sei es beim Entlassmanagement wichtig, "dass auch die Leistungserbringer, die die ambulante Versorgung in der Häuslichkeit der Versicherten sicherstellen, einbezogen werden", so der BVMed in der Stellungnahme. Hierzu gehören insbesondere auch die Homecare-Hilfsmittelleistungserbringer, die mit ihren Produktlieferungen und damit untrennbar verbundenen Dienstleistungen ein termingerechtes Entlassmanagement ermöglichen und Aufgaben des Entlassmanagements für die Krankenhäuser übernehmen.

Bereits heute unterstützen viele Homecare-Unternehmen das Krankenhaus beim Entlassmanagement und sorgen dafür, dass die für die Homecare-Versorgung notwendigen Hilfsmittel zum Entlasstag beim Patienten sind. "Dieses Entlassmanagement hat sich in verschiedenen Bereichen wie bei der Versorgung von Stoma, Tracheostoma, ableitender und aufsaugender Inkontinenz, enteraler Ernährung sowie der Medizin- und Rehatechnik in vielen Krankenhäusern etabliert und bewährt", so der BVMed. Insbesondere in sensiblen und unaufschiebbaren lebenserhaltenden Versorgungen hat sich dieses Entlassmanagement als unverzichtbarer Bestandteil für den Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung erwiesen. Diese sinnvollen Strukturen müssten auch weiterhin möglich sein.

"Der Rahmenvertrag zur Zusammenarbeit der Leistungserbringer darf daher nicht nur die ärztlichen Leistungserbringer umfassen, sondern muss auch die regelmäßig notwendige Hilfsmittelversorgung unter Wahrung des Patientenwahlrechtes aufgreifen", fordert der BVMed. "Wir empfehlen daher die Einbindung sonstiger Leistungserbringer und deren Verbände in den Rahmenvertrag."
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed stellt klar: "Verbandmittel-Versorgung auch ohne Vertrag mit der Krankenkasse möglich"

    Die Versorgung mit Verbandmitteln ist auch ohne Vertragsabschluss eines Leistungserbringers mit einer Krankenkasse möglich. Es gibt im Sozialgesetzbuch keine Regelungen, die die Liefer- und Versorgungsberechtigung von Verbandmitteln von einem Vertragsabschluss abhängig machen. Darauf hat der BVMed vor dem Hintergrund einer irreführenden Verlautbarung der AOK Rheinland/Hamburg hingewiesen. Weiterlesen

  • 19,2 Millionen stationäre Krankenhaus-Fälle in 2015

    Im Jahr 2015 wurden 19,2 Millionen stationäre Krankenhausfälle behandelt, 34.800 oder 0,2 % mehr als im Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, dauerte der Aufenthalt im Krankenhaus wie im Vorjahr durchschnittlich 7,4 Tage. Weiterlesen

  • Das bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege soll von München nach Nürnberg umziehen. Das gab Gesundheitsministerin Mela­nie Huml (CSU) am 1. August auf einer Personalversammlung bekannt. Der Umzug soll noch in dieser Legislaturperiode beginnen. Weiterlesen


©1999 - 2016 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik