Operative Inkontinenz

BVMed veröffentlicht Internetseiten zur operativen Behandlung von Inkontinenz bei Männern und Frauen

Die BVMed-Arbeitsgruppe "Operative Behandlung der Inkontinenz" hat im Internet ein umfangreiches Informationsangebot über die verschiedenen Formen der Harn- und Stuhlinkontinenz bei Frauen und Männern sowie zu bestehenden Operationsmöglichkeiten veröffentlicht. Die Webadresse lautet www.bvmed.de/inko-op. "Stuhl- oder Harninkontinenz kann jeden treffen, ist aber nach wie vor ein Tabuthema. In vielen Fällen gibt es jedoch Behandlungsmöglichkeiten durch moderne Medizinprodukte, die die Symptome lindern und im besten Fall sogar die Inkontinenz beheben können", so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt zu dem neuen Informationsangebot. Die Verfahren seien etabliert, es hätten bereits viele Patienten von einer operativen Therapie profitiert, so der BVMed. Betroffene sollten sich daher bei Problemen an einen Arzt wenden, um eine individuelle Therapie zu erhalten.

Inkontinenz tritt als Folge von verschiedenen Grunderkrankungen auf. Nach Expertenschätzungen sind in Deutschland rund 9 Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Dabei handelt es sich um eine anerkannte Krankheit der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ihre Behandlung fällt in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen. Die Betroffenen haben daher einen Anspruch auf eine adäquate, medizinisch notwendige Versorgung. Die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung steigt mit dem Alter. Jedoch können auch schon junge Menschen betroffen sein.

Die Harninkontinenz betrifft dabei deutlich mehr Frauen als Männer. Junge Frauen sind vor allem bei den schwereren Formen der Stuhlinkontinenz häufiger betroffen. Obwohl die Inkontinenz die Betroffenen häufig stark belastet, sucht nur ein geringer Anteil der Patienten ärztliche Hilfe. Das neue Internetangebot unter www.bvmed.de/inko-op informiert, welche Formen der Inkontinenz es bei Frauen und Männern gibt und welche Therapien jeweils möglich sind.

Harninkontinenz

Harninkontinenz ist der medizinische Fachbegriff, der den Zustand beschreibt, den Urinfluss aus dem Körper nicht kontrollieren zu können. Der Urin fließt demnach unwillkürlich (tröpfchenweise oder sogar frei) aus der Blase heraus.

Folgende operative Therapiemöglichkeiten gegen Harninkontinenz werden auf den BVMed-Seiten beschrieben: Anhebung / Raffung des Gewebes (Kolposuspension); Schlinge / Band; Beckenbodennetz; Unterspritzung / Bulking Agents; Blasenschrittmacher (Sakrale Neuromodulation); Künstlicher Blasenschließmuskel (Sphinkter); Injektion von Botox in die Blasenwand.

Stuhlinkontinenz

Der medizinische Fachbegriff Stuhlinkontinenz beschreibt den Zustand, den Abgang von Winden, Schleim, flüssigem oder festem Stuhl nicht bewusst zurückhalten zu können. Die Darmtätigkeit und die Darmentleerung werden durch ein komplexes Zusammenspiel aus Muskeln, Nerven und dem Gehirn gesteuert. Besteht ein Problem an einem der Steuermechanismen, beispielsweise ein Defekt am Schließmuskel oder eine Störung der Darmschleimhaut, kann dies zu einer Stuhlinkontinenz führen und somit auch die Lebensqualität negativ beeinflussen.

Folgende operative Therapiemöglichkeiten stehen bei Stuhlinkontinenz zur Verfügung: Teilentfernung des ausgestülpten Darms (Rektumprolaps); Rekonstruktion des analen Schließmuskels bei Schädigung (Sphinkterrekonstruktion); Beckenbodennetz; Darmschrittmacher (Sakrale Neuromodulation); Unterspritzung / Bulking Agents; Schlinge (Puborektalschlinge); künstlicher analer Schließmuskel (Sphinkter); Muskelverlagerung zur Schließmuskelwiederherstellung (Dynamische Gracilisplastik); Künstlicher Darmausgang (Stoma - Kolostomie).

Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/inko-op.
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