Dekubitus

BVMed-Umfrage: Kassen lehnen Hilfsmittelanträge trotz Dekubitusgefährdung ab

Krankenkassen lehnen häufig Anträge auf Erstattung eines Dekubitus-Hilfsmittel ab, obwohl Patienten mit medizinischer Notwendigkeit einen Anspruch darauf haben. Das ergaben zwei Umfragen des Dekubitus Forums des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). 23 Prozent aller befragten Pflegekräfte gaben an, dass der Grund einer fehlenden Versorgung von Patienten mit Dekubitusgefährdung die Ablehnung einer prophylaktischen Versorgung durch die Kostenträger sei. 15 Prozent der Pflegekräfte teilen die Erfahrung, dass der Großteil der Anträge vom Kostenträger abgelehnt wird. Bei den befragten Betroffenen und Angehörigen, die Probleme bei ihrer Versorgung hatten, berichteten 42 Prozent, dass ihre Versorgung durch die Kasse abgelehnt wurde.

„Patienten mit einer medizinischen Notwendigkeit haben einen Anspruch auf ein adäquates Dekubitus-Hilfsmittel. Krankenkassen dürfen diese Versorgung nicht so einfach ablehnen“, erklärt die BVMed Hilfsmittel-Expertin Daniela Piossek. Das Dekubitus Forum des BVMed macht außerdem darauf aufmerksam, dass Betroffene ein Widerspruchsrecht haben. Im Falle einer Ablehnung trotz attestierter medizinischer Notwendigkeit, sollten Patienten Widerspruch bei ihrer Kasse einreichen. Dazu reiche oftmals schon eine schriftliche Begründung vom behandelnden Arzt, so das Dekubitus Forum.

Mehr Informationen zu rechtlichen Fragen der Erstattung von Dekubitus-Hilfsmitteln gibt es als Infokarte unter www.dekubitus-forum.de (Downloads - BVMed-Infokarte) oder als Versorgungsleitfaden unter www.dekubitus-forum.de (Downloads - Versorgungsleitfaden).

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen. Das Dekubitus Forum, das durch Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ gegründet wurde, hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/themen/Dekubitus.

Medienkontakt:
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Tel: +49 30 246 255-20
E-Mail: beeres(at)bvmed.de
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Tag der Pflegenden | Ausgelaugt und oft außen vor

    Deutschlands Pflegebeschäftigte nutzten den „Internationalen Tag der Pflegenden“ letzten Donnerstag (12. Mai), um auf die teils angespannte Arbeitssituation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hinzuweisen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Gewerkschaft Bochumer Bund kündigten für den Nachmittag eine Protestaktion vor dem Bundesgesundheitsministerium an. Dort wolle man „für die professionelle Pflege laut werden“, hieß es. DBfK-Präsidentin Professor Christel Bienstein rief die Ampel-Koalition auf, die Gesundheitspolitik endlich auch zu einer Pflegepolitik zu machen. Ein Artikel der ÄrzteZeitung. Mehr

  • Fast die Hälfte der Deutschen wünscht sich stärkeren Einsatz pflegeunterstützender Technologien

    Knapp die Hälfte der Deutschen wünscht sich den stärkeren Einsatz pflegeunterstützender Technologien, um Pflegefachkräfte besser entlasten zu können. Eine große Mehrheit (ca. 70 Prozent) spricht sich zudem für eine Entlastung der Pflege durch Bürokratieabbau bei der Dokumentation aus. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des BVMed. „Die Menschen in Deutschland spüren sehr genau, dass wir unsere Pflegekräfte mit modernen Technologien besser entlasten müssen. Wir möchten als MedTech-Branche Wege aufzeigen, wie Technologiemöglichkeiten umfassender genutzt werden können, um die Pflege zu unterstützen und zu stärken“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Mehr

  • 7 Punkte der MedTech-Branche zur Entlastung und Stärkung der Pflege

    Der BVMed hat ein 7-Punkte-Diskussionspapier vorgelegt, um mit einem technologie-gestützten Maßnahmenkatalog Pflegende zu entlasten und Pflege zu stärken. „Die im BVMed vertretenen Unternehmen wollen ihren Beitrag leisten, das Berufsfeld Pflege attraktiver zu gestalten. Wir möchten die Impulse des Koalitionsvertrages aufnehmen und Wege aufzeigen, wie Technologiemöglichkeiten umfassender genutzt werden können, damit Pflegende entlastet und in ihrer Tätigkeit gestärkt werden“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Mehr


©1999 - 2022 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik