Hilfsmittel

BVMed legt Patienteninformationen zur Hilfsmittelversorgung für Inkontinenz- und Stoma-Patienten auf

Mit vier ausführlichen Informationsblättern informiert der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, Inkontinenz- und Stoma-Patienten sowie deren Angehörige über die rechtlichen Grundlagen, die Patientenrechte und die Informationspflichten der Krankenkassen bei der Hilfsmittelversorgung. Neben einer allgemeinen Patienteninformation zu den rechtlichen Grundlagen der Hilfsmittelversorgung gibt es einzelne Infoblätter zur ableitenden Kontinenzversorgung, zum intermittierenden Katheterismus sowie zur Stomaversorgung. Die neuen BVMed-Patienteninformationen sind unter www.bvmed.de/infokarten abrufbar.

Im Leistungsumfang der Hilfsmittelversorgung sind alle Dienstleistungen enthalten, die mit der Hilfsmittelabgabe im Zusammenhang stehen und die für eine möglichst selbstständige Versorgung erforderlich sind, informiert der BVMed. Patienten haben die freie Wahl des Leistungserbringers unter den Vertragspartnern ihrer Krankenkasse, wenn der Versorgungsbereich nicht ausgeschrieben worden ist. Die Krankenkassen haben dabei gegenüber den Patienten eine Informationspflicht, welche Vertragspartner zur Auswahl stehen. Auf Nachfrage muss auch mitgeteilt werden, welche wesentlichen Leistungen vertraglich geregelt sind. Bei Ausschreibungen existiert üblicherweise nur ein Vertragspartner pro ausgeschriebenem Versorgungsbereich. "Sollte es Probleme mit der Versorgung durch den Ausschreibungsgewinner geben, informieren Sie umgehend mündlich und schriftlich Ihre Krankenkasse und fordern Sie unter Setzung einer Frist eine Nachbesserung ein", empfiehlt der BVMed den Patienten.

Die Patienteninformationen zur ableitenden Kontinenzversorgung, zum intermittierenden Katheterismus sowie zur Stomaversorgung enthalten weitere spezifische Hinweise und Tipps.

Bei der ableitenden Kontinenzversorgung sollte ein erstes, persönliches Beratungsgespräch möglichst im häuslichen Umfeld stattfinden. Dabei sollte nach der Qualifikation des Ansprechpartners gefragt werden, da es speziell ausgebildete medizinische Fachkräfte für die ableitende Kontinenzversorgung gibt. "Zu dem Beratungsgespräch gehören neben dem Umgang mit den Hilfsmitteln Themen wie die Pflege des Intimbereichs, Vorbeugung von Harnwegsinfekten und anderen Komplikationen, Auswirkungen der Ernährung und des Trinkverhaltens sowie Tipps für den Alltag", so der BVMed.

Beim intermittierenden Katheterismus definiert der Arzt das Therapieziel und die Häufigkeit des Katheterisierens. Danach sollte sich der Hilfsmittelversorger richten. Benötigt der Patient aus medizinischen Gründen ein bestimmtes Produkt, darf der Arzt im Einzelfall dieses spezielle Hilfsmittel namentlich verordnen (10-stellige Positionsnummer des Hilfsmittelverzeichnisses). Diese Einzelproduktverordnung ist zwingend vom Arzt zu begründen. Das Beratungsgespräch mit dem Hilfsmittelversorger sollte in der Anfangsphase so häufig stattfinden, bis der Patient oder die Betreuungsperson den intermittierenden Katheterismus selbstständig und sicher durchführen kann. Der Hilfsmittelversorger sollte den Patienten zudem darüber informieren, dass es sich bei den Kathetern um sterile Einmalprodukte handelt, die nicht mehrfach verwendet werden dürfen. Dies trägt zur Vermeidung von Harnwegsinfekten bei.

Auch bei der Stomaversorgung (Stuhl- oder Harnableitung) findet ein erstes, persönliches Beratungsgespräch – möglichst im häuslichen Umfeld – statt. Es gibt speziell ausgebildete medizinische Fachkräfte für die Stomaversorgung. Inhalte der Beratungen sind die umfassende Aufklärung über den Umgang mit dem Stoma, die Anleitung zur Selbstständigkeit, die gemeinsame Auswahl und Anpassung der Hilfsmittel an das sich verändernde Stoma und die Lebensgewohnheiten sowie die Vorbeugung und das Erkennen von Komplikationen.

Weitere Patienteninformationen können unter www.bvmed.de/infokarten abgerufen werden.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Stellungnahme zum PDSG | BVMed für schnellstmögliche Integration weiterer Leistungserbringer

    Der BVMed fordert in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf des Patientendatenschutz-Gesetzes (PDSG) die Einbindung weiterer Leistungserbringer wie Hilfsmittel- und Homecare-Unternehmen in die Telematikinfrastruktur (TI). So wie es einen detaillierten Zeitplan für die elektronische Gesundheitskarte gebe, sollte auch ein Zeitplan für die Anbindung der "sonstigen" Leistungserbringer aufgenommen werden, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Dies sei zwingend erforderlich, um Wettbewerbsverzerrungen gegenüber den Apotheken zu verhindern, die bereits heute an die TI angebunden werden. Weiterlesen

  • Weitere rechtliche Anpassungen bei Hilfsmittelverträgen | BVMed für mehr Kompetenzen der Aufsichten und konsequentes Vertragscontrolling

    Der BVMed spricht sich in seiner Stellungnahme zur Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages am 15. Januar 2020 für die Einführung eines verbindlichen, bundesweit einheitlichen und transparenten Vertragscontrollings im Hilfsmittelbereich aus. Der BVMed unterstützt das Vorhaben der Regierungsfraktionen, mit einem Änderungsantrag zum Medizinprodukte-Anpassungsgesetz-EU (MPAnpG-EU) Verbesserungen in der Patientenversorgung mit Hilfsmitteln zu erzielen, beispielsweise durch mehr Kompetenzen für die Aufsichtsbehörden der Krankenkassen oder durch einen Schiedsmechanismus, der Uneinigkeiten bei Vertragsverhandlungen lösen soll. Weiterlesen

  • BVMed zu Rahmenempfehlungen für Hilfsmittelverträge: „Chance zum Bürokratieabbau vertan“

    Nach drei Jahren Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern inklusive einem Schiedsverfahren stellt der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, ernüchtert fest: Mit den neuen Rahmenempfehlungen ist eine große Chance zum Bürokratieabbau im Hilfsmittelbereich von der Krankenkassenseite vertan worden. „Jetzt müssen wir auf den Gesetzgeber hoffen, durch die Digitalisierung der Prozesse bei der Hilfsmittelversorgung für die dringend erforderlichen Vereinheitlichungen und Vereinfachungen zu sorgen. Weniger Verwaltungsaufwand bedeutet mehr Kapazitäten für die Patientenversorgung“, so BVMed-Hilfsmittelexpertin Juliane Pohl. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik