Krankenhaus

BVMed: "Investitionsoffensive aus dem 'Zukunftsprogramm Krankenhäuser' für robotische Assistenzsysteme im OP"

Das vom Koalitionsausschuss beschlossene "Zukunftsprogramm Krankenhäuser" in Höhe von 3,9 Milliarden Euro sollte nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, einen klaren Fokus auf Zukunftstechnologien wie Robotik in der medizinischen Versorgung oder Digitalisierungstechnologien in der Patientenbehandlung haben. "Für diese Fokusbereiche sollten die Mittel den Krankenhäusern schnell und zweckgebunden zur Verfügung gestellt werden", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Es bedarf konkreter gesetzlicher Vorgaben, damit das "Zukunftsprogramm Krankenhäuser" nicht im "unkontrollierten Gießkannenprinzip" mündet, heißt es in einem neuen Positionspapier des BVMed-Fachbereichs Robotik, das unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden kann.

Im 2019 gegründeten Fachbereich "Robotik in der medizinischen Versorgung" haben sich die weltweit führenden Anbieter von robotischen Assistenzsystemen im OP zusammengeschlossen. Die Robotik-Experten des BVMed fordern in dem Papier eine "Investitionsoffensive für robotische Assistenzsysteme im deutschen Krankenhaussektor". Notwendig sei ein spezieller Budgetanteil nur für robotische Assistenzsysteme innerhalb des Krankenhaus-Konjunkturprogramms. 300 Millionen Euro sollten für robotische Assistenzsysteme in der medizinischen Versorgung bereitgestellt werden, um die Hochleistungsmedizin und die Digitalisierung in den Krankenhäusern deutschlandweit weiter zu stärken.

Dabei ist in Erwägung zu ziehen, dass ein Anteil des gesamten Fördervolumens an Häuser und Zentren vergeben wird, die schon heute in Digitalisierungstechnologien investieren, damit diese ihre Modernisierung der Versorgung weiter vorantreiben können. Zusätzlich sollten spezialisierte Zentren, die verstärkt digitale Lösungen und robotische Assistenzsysteme aufbauen und einsetzen möchten, gesondert berücksichtigt werden.

Wichtig sind den BVMed-Experten zudem eine klare Effektmessung der Investitionen in robotische Assistenzsysteme und Digitalisierung. Ein Teil des gesamten Fördervolumens sollte deshalb für ein nationales Projekt zur Effekt- und Ergebnismessung auf Basis von sektorenübergreifenden GKV-Routinedaten genutzt werden. "Mit einem unabhängigen Gutachten auf Basis von GKV-Routinedaten können die positiven Versorgungseffekte der Investitionen nachgewiesen werden", heißt es in dem BVMed-Positionspapier.

Zum Stand der Technologie erklären die Robotik-Experten, dass Deutschland bei vielen Robotertechnologien führend sei – auch in der medizinischen Versorgung. Eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Zukunftstechnologie und Hightech ist die Etablierung einer wohnortnah verfügbaren robotischen Infrastruktur. "Zudem ist die Migration der durch robotische Assistenzsysteme gelieferten Daten mit anderen Gesundheitsdaten wichtig, um den Nutzen dieser Technologien für eine bessere Patientenversorgung zu dokumentieren", so die Digitalexpertin des BVMed, Natalie Gladkov.

Mehr Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/robotik.
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