Herniennetze

BVMed informiert über ambulante Leistenbruch-OPs

Über Hernienoperationen im ambulanten Bereich informiert der neue BVMed-Newsletter "MedTech ambulant". Die Hernie zählt zu den Diagnosen, die weltweit am häufigsten chirurgisch behandelt werden muss. Allein in Deutschland werden jährlich rund 275.000 Leistenbrüche und knapp 100.000 Bauchwand- bzw. Nabelbrüche operiert. In Deutschland werden Hernienoperationen zunehmend ambulant durchgeführt. Die Auswertung des ambulanten Leistenhernienregisters zeigt hervorragende Ergebnisse für die in der Qualitätssicherungsinitiative angewendeten OP-Verfahren und Netze. Der neue BVMed-Newsletter "MedTech ambulant" informiert über den Trend zum ambulanten Operieren (AOP), klärt über die Kostenübernahme durch die Krankenkassen auf und fasst die Ergebnisse der Hernienregister zusammen. Der Newsletter ist abrufbar unter www.bvmed.de/medtech-ambulant.

Durchschnittlich entwickelt jeder vierte Mann in seinem Leben eine Leistenhernie. Der Anteil bei Frauen liegt bei etwa 10 Prozent. Für die chirurgische Versorgung von Leistenbrüchen stehen rund 100 verschiedene Techniken zur Verfügung. In Deutschland werden Hernienoperationen zunehmend ambulant durchgeführt. Dies wird auch durch die Kassenärztlichen Vereinigungen vertraglich gefördert. So haben beispielsweise die KV Brandenburg und die IKK Brandenburg und Berlin einen Vertrag zur Förderung ambulanter Hernienoperationen geschlossen. Ziel ist es, diese Operationen aus dem stationären in den ambulanten Bereich zu verlagern. Um Hernienoperationen ambulant abrechnen zu können, bedarf es eines Eintrags im AOP-Katalog. Dieser wird jährlich angepasst. Herniennetze werden durch die Gesetzliche Krankenversicherung erstattet. Sie fallen unter die Abrechnungsregeln für gesonderte Sachkosten.

Trotz der hohen Anzahl von Hernienoperationen sind die Ergebnisse allgemein nicht zufriedenstellend. In Deutschland sind sowohl die Rezidivraten, als auch die Symptomatik von chronischen Leistenschmerzen nach einer stationären oder ambulanten OP mit über zehn Prozent sehr hoch. Um die Ergebnisse und die Qualität zu verbessern, wurden Register gegründet. Für die Ermittlung der Ergebnisqualität von Hernien-OPs in Verbindung mit den verwendeten OP-Verfahren und Medizinprodukten kommt den Registern neben den prospektiv randomisierten Studien eine bedeutende Rolle in der Versorgungsforschung zu. Zudem ist ein einheitlicher Maßstab für Leistenhernien-OPs und die Zertifizierung der chirurgischen Zentren wichtig, um bestmögliche OP-Ergebnisse zu erzielen.

Das Register "Qualitätssicherungsinitiative ambulante Leistenhernienchirurgie" (www.netzwerk-leistenbruch.de) beinhaltet über 8.000 Patientendatensätze, die nach einem standardisierten OP-Verfahren ambulant operiert und nachkontrolliert wurden. Das Netzwerk Leistenbruch ist mit der Datenbank "Herniamed" (www.herniamed.de) verbunden, die über 260.000 Patientendaten verfügt. Die Auswertung des ambulanten Leistenhernienregisters zeigt hervorragende Ergebnisse für die in der Qualitätssicherungsinitiative angewendeten OP-Verfahren und Netze. Die Daten belegen eine hohe Versorgungsqualität mit sehr geringen Rezidivraten sowie eine hohe Patientenzufriedenheit und zeitnahe Mobilisierung.

Newsletter "MedTech ambulant" im Netz: www.bvmed.de/medtech-ambulant.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • MdB Schulz-Asche beim BVMed: "Probleme bei der MDR umgehend angehen"

    Probleme bei der Umsetzung der neuen EU-Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) müssten im Sinne der Patientensicherheit umgehend angegangen werden, so Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik von Bündnis 90 / Die Grünen und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages auf dem Gesprächskreis Gesundheit des BVMed in Berlin. Anlass zur Sorge seien die bisher sehr geringe Anzahl an neuzertifizierten Benannten Stellen sowie die Versorgungssicherheit. Die Patienten müssten ungehinderten Zugang zu den Daten des geplanten Implantate-Registers haben. Schulz-Asche sprach sich für größtmögliche Transparenz des Registers im Hinblick auf das Implantat und ärztliche Daten aus. Weiterlesen

  • Studie zu Mangelernährung bei Darmkrebspatienten

    Die Studie richtet sich deutschlandweit an Darmkrebszentren und soll insgesamt 2.000 Patienten einschließen. Sie wird vom An-Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geleitet und in Zusammenarbeit mit dem "WissWerk" der PubliCare GmbH durchgeführt. Die resultierenden Ergebnisse werden mit den möglichen ernährungstherapeutischen Maßnahmen verglichen und mit weiteren Daten aus der Patientendokumentation wissenschaftlich analysiert. Weiterlesen

  • BVMed zum Implantateregister-Gesetzentwurf (EDIR): "Hersteller wollen kein reines Produktregister, sondern ein umfängliches Versorgungsregister"

    Die Unternehmen der Medizintechnologie befürworten ein "Implantationsregister", das nicht nur das Produkt erfasst, sondern auch den Operateur und die Patienten-Compliance mit einbezieht. Nur durch ein solches Implantationsregister kann die Versorgungsrealität korrekt abgebildet werden. Hier muss der Referentenentwurf des Gesetzes zur Errichtung des Deutschen Implantateregisters (EDIR) angepasst werden. "Erfahrungen aus bereits bestehenden Endoprothesenregistern zeigen, dass bei Auffälligkeiten das Implantatversagen selbst die geringste Ursache darstellt. Es sollten daher auch Auswertungen der einzelnen Operationsergebnisse erfolgen, um Behandlungen vergleichen zu können, Vorkommnisse in den medizinischen Einrichtungen frühzeitig zu erkennen und so Maßnahmen zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung und für Qualitätsverträge abzuleiten", so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik