Cochlea-Implantate

30 Jahre Cochlea-Implantate

BVMed informiert zum deutschen CI-Tag am 24. Mai 2014 über MedTech-Meilensteine

Vor 30 Jahren begann an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die Erfolgsgeschichte der Cochlea-Implantate (CI), die Gehörlosen neues Hörvermögen schenkt. Daran erinnert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) zum deutschen CI-Tag am 24. Mai 2014 mit einer Infografik zu "MedTech-Meilensteinen". Die Infografik kann unter www.bvmed.de/infografik-meilensteine heruntergeladen werden. Eine ausführliche Liste der Meilensteine der Medizintechnologien der letzten 140 Jahre hat der BVMed unter www.bvmed.de/meilensteine zusammengestellt.

Das CI-Programm an der MHH hatte Professor Dr. Ernst Lehnhardt als damaliger HNO-Klinikdirektor mit seinem Ingenieur Dr. Battmer ins Leben gerufen. Anfang der 1980er Jahre suchte Prof. Lehnhardt nach einer geeigneten Methode, um ertaubten Menschen aus der Stille zu helfen. So stieß er auf den australischen Professor Graeme Clark, der ein künstliches Innenohr, ein Cochlea-Implantat, entwickelt hatte. Auf eigene Kosten flog Lehnhardt mit seinem Ingenieur Battmer zu Clark nach Melbourne an die dortige HNO-Uniklinik. Die Ergebnisse, die dort mit dem CI erreicht wurden, beeindruckten die beiden deutschen Experten so sehr, dass sie an der MHH mit der ersten Cochlea-Implantation 1984 das Cochlea-Implantat-Programm ins Leben riefen.

Anfangs bestand die Hoffnung, dass der Patient mithilfe des Implantates Umweltgeräusche wahrnimmt. Umso größer war die Überraschung, als sich herausstellte, dass es mit dem CI möglich war, Sprache zu verstehen. Von da an war die Erfolgsgeschichte des Cochlea-Implantates nicht mehr aufzuhalten.

Unsere Hörschnecke, die Cochlea, sitzt im Innenohr. Sie ist mit Flüssigkeit gefüllt und arbeitet wie ein körpereigenes Mikrofon. Sie wandelt akustische Signale in elektrische Impulse um, die dann über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Bei vielen Hörstörungen funktioniert die Hörschnecke nicht oder nur sehr eingeschränkt. Selbst wenn eine sogenannte Resthörigkeit vorhanden ist, reicht eine Verstärkung durch Hörgeräte nicht aus, um ein Sprachverstehen zu ermöglichen. In solchen Fällen kann ein Cochlea-Implantat helfen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein funktionsfähiger Hörnerv.

Das Cochlea-Implantat (CI) ist eine medizinische Erfolgsgeschichte. Ein kleines technisches Wunderwerk, das tauben Menschen wieder Hören ermöglicht. Besonders Kindern, die taub geboren wurden, kann sich durch diese Innenohrprothese eine ganz neue Welt erschließen. Das Implantat besteht aus einem Mikrofon, einer Sendespule, einem Sprachprozessor und dem eigentlichen Implantat mit den Elektrodenträgern. Es ersetzt prothetisch das Innenohr und wird in die Cochlea eingesetzt. Mikrofon, Sendespule und Sprachprozessor werden außerhalb am Körper getragen. Das Mikrofon fängt die Schallwellen von außen ein und leitet sie an den Sprachprozessor weiter. Der wandelt die Schallwellen in elektrische Impulse um und schickt sie zur Sendespule. Von dort werden die Signale an die Elektroden in der Hörschnecke übertragen, die dann die unterschiedlichen Hörnervabschnitte reizen (Elektrostimulation). Vom Hörnerv wird das Reizmuster dann zum Gehirn geleitet, wo der Höreindruck entsteht.
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