eHealth

14. eHealth-Konferenz von MedInform: "Die bestehenden eStandards müssen in den Beschaffungsprozessen konsequenter umgesetzt werden"



Krankenhäuser, Medizinprodukte-Unternehmen und Dienstleister müssen gemeinsam daran mitwirken, die bestehenden "eStandards" für die elektronischen Beschaffungsprozesse in der Gesundheitswirtschaft konsequenter anzuwenden. Das machten die Experten der 14. eHealth-Konferenz von MedInform mit dem Titel "Bessere eBusiness-Durchdringung durch eStandards"mit rund 170 Teilnehmern am 28. Februar 2012 in Düsseldorf deutlich. MedInform ist der Informations- und Seminarservice des BVMed. Nur eine enge Partnerschaft zwischen Krankenhäusern, Lieferanten und Dienstleistern und eine konsequentere Umsetzung der eStandards werde die Prozesse verbessern, die Informationsqualität und damit auch die Patientensicherheit steigern und Kosten senken, so der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan von B. Braun. Thomas Klein vom Universiätsklinikum Düsseldorf, forderte alle Marktteilnehmer auf, "in die Lernkurve des eBusiness einzusteigen".

"Die eStandards stehen. Die Prozesspartner wie Krankenhausverbünde und MedTech-Unternehmen haben durch die Branchenpapiere des Forums eStandards den Weg vorgegeben. Die Partner müssen jetzt handeln. Und: „Es gibt keine Hindernisse mehr für Datendurchleitungs-Abkommen zwischen den Providern", appellierte Forumsmitglied und Berater Alfons Rathmer. Die Empfehlungen fasste Thomas Klein vom Universitätsklinikum Düsseldorf für die EK-UNICO zusammen: eCl@ass 7.0 mit Merkmalen bei den Klassifikationssystemen; GTIN bei der Artikelidentifikation; EAN13, GS1 128 und GS1 Data Matrix bei der Artikelkennzeichnung bzw. den Barcodes; GS1-XML als Produktstammdaten-Austauschformat; sowie die EAN-/EANCOM-Standards für den elektronischen Datenaustausch (EDI).



Dr. Clemens Haas, Product Identification Manager bei Fresenius Kabi Deutschland, berichtete über den aktuellen Stand des weltweiten elektronischen Kennzeichnungssystems UDI (Unique Device Identification). Es soll in den nächsten Jahren rechtsverbindlich in Europa und den USA eingeführt werden. Ziel ist es, die Patientensicherheit zu verbessern. Denn UDI würde die Nachverfolgbarkeit von Medizinprodukten und die Marktüberwachung erleichtern und Fälschungen bekämpfen helfen. Mittlerweile seien auf globaler Ebene UDI-Richtlinien erarbeitet, die für regulatorische Behörden die Rahmenbedingungen liefern, um ein eigenes UDI-System zu entwickeln. Insgesamt besteht UDI aus einem Produkt- und Produktions-Code (Identifier), dem Datenträger sowie der UDI-Datenbank. Der UDI wird dem Produkt oder seiner Verpackung zugewiesen. Höhere Verpackungsstufen benötigen eine eigene UDI. Sets müssen ebenfalls eine eigene UDI haben. Geeignete Datenträger sind beispielsweise der EAN 128 oder Data Matrix. Die Datenbank soll Informationen zu den Produkten und der Verpackungshierarchie enthalten. National könnten zusätzliche Daten abgefragt werden. Das UDI-System soll nun schrittweise implementiert werden: zunächst für die höchste Risikoklasse von Medizinprodukten, für die niedrigste Risikoklasse zuletzt. Gesplant ist in Europa die Umsetzung im Rahmen der Überarbeitung der Medizinprodukterichtlinien vermutlich bis 2014 ─ mit einer dreijährigen Übergangsfrist für die nationale Umsetzung. Die Implementierung sollte genügend Zeit für die Hersteller lassen, um die Anforderungen umsetzen zu können, so Dr. Haas. Sein Fazit: "Nur die vollständige Einführung innerhalb der Lieferkette sichert das Erreichen aller Ziele von UDI." UDI werde ein Erfolg, wenn regionale Behörden zusammenarbeiten, Anwender wie Händler, Krankenhäuser oder Pflegedienste das UDI System in vollem Umfang nutzen und die Hersteller und Anwender sich früh genug mit UDI auseinandersetzen.

Den Stand des elektronischen Bestellwesens in den Universitätskliniken erläuterte Thomas Klein, Dezernent für Einkauf & Logistik im Universitätsklinikum Düsseldorf. Klein ist eBusiness-Ansprechpartner der Einkaufsgemeinschaft EK-UNICO von 14 Universitätskliniken in Deutschland, die über ein Einkaufsvolumen von über 1 Milliarde Euro verfügen. Ziel ist die "Steigerung der klinikinternen Wirtschaftlichkeit auf hohem Qualitätsniveau". Die EK-UNICO ist gemeinsam mit anderen Einkaufsgemeinschaften und Mitgliedsunternehmen des BVMed im "Forum eStandards" engagiert, um die Entwicklung und Umsetzung von Standards für die elektronischen Beschaffungsprozesse voranzutreiben. Die Klinikverbünde würden beispielsweise gemeinsam zu kostenlosen eCl@ss-Workshops einladen und im Rahmen einer Roadshow über die GS1-Standards im Gesundheitswesen informieren. Nach Auskunft Kleins haben sich die Krankenhausverbünde und die Lieferanten im Forum eStandards des BVMed auf eine Reihe von Standards für das eBusiness im Gesundheitsmarkt geeinigt, die Klein für die EK-UNICO präzisierte:

> Klassifikationssystem: ecl@ss 7.0
> Merkmale im ecl@ss 7.0 bis 30.06.2012
> Artikelidentifikation: GTIN
> Barcodetyp zur Artikelkennzeichnung: EAN13, GS1 128, GS1 Data Matrix
> Produktstammdatenaustauschformat: GS1-XML CIN

Nachdem die Standards gesetzt sind, sei der "Eintritt aller Marktteilnehmer in die Lernkurve des eBusiness" wichtig, so Klein: "Wir müssen gemeinsam die Standards umsetzen und für Probleme gemeinsam Lösungen finden." Zum aktuellen Stand de EK-UNICO-Unikliniken teilte Klein mit, dass im Durchschnitt pro Haus bereits rund 1.000 Bestellungen über die ePlattform von GHX abgewickelt werden. Durchgehende elektronische Prozesse würden die Nachverfolgbarkeit beispielsweise von Implantaten ermöglichen und für das Krankenhaus einen ökonomischen Mehrwert beispielsweise durch korrekte Codierungen bei den Abrechnungssystemen bedeuten.

Dr. Thomas Lux, Geschäftsführer des Competence Center eHealth Ruhr (CCeHR) an der Ruhr-Universität Bochum, stellte eine Studie zur Gesundheitsökonomischen Betrachtung der Einführung von eProcurement und Identifikationsstandards im Krankenhaus vor. Deutsche Krankenhäuser stehen zunehmend unter der Herausforderung, bei geringerem Etat qualitativ hochwertige Leistungen zu erbringen, um gegenüber der Konkurrenz erfolgreich zu bleiben. Beschaffungs- und Logistikprozesse von Medizinprodukten und Arzneimitteln bergen nach Ansicht Lux' oftmals noch ein hohes Potenzial, Kosten zu sparen. "Allerdings gelingt es derzeit noch nicht, eine schnittstellenfreie, effiziente Supply Chain zu gestalten, wie sie beispielsweise in der Automobilindustrie oder auch Lebensmittelbranche realisiert ist", so Lux. Eine wichtige Voraussetzung hierfür sei, dass Kennzeichnungs-, Identifikations- und Datenstandards einheitlich entlang der akteursübergreifenden Prozesskette sein müssen, was bislang nicht der Fall sei. Lux stellte Studien aus ausgewählten Teilbereichen vor, die umfangreiche Einsparpotenziale schon bei der effizienten Gestaltung ausgewählter Prozesse aufzeigen. Eine Multikriterien-Effizienz-Analyse zeigt Einsparpotenziale für die deutschen Krankenhäuser zwischen 58 und 72 Millionen Euro alleine durch IT-gestützte Beschaffungsprozesse. Sein Fazit: "Das Ziel muss es sein, dass sowohl Industrie als auch Politik einheitliche, verlässliche Standards festschreiben, um den Akteuren eine Investitionssicherheit zu geben und damit die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Akteure zu stärken."

Christian von Schmeling, Fachbereichsleiter Handel bei Fresenius Kabi Deutschland, Kerstin Rose, Mitglied der Geschäftsleitung bei Wheel-it, und Markus Hommes, Kaufmännischer Leiter des Sanitätshauses der Barmherzigen Brüder in Trier, stellten das Projekt ASPEN für einen elektronischen Beschaffungsprozess bei der Patientendirektbelieferung vor. ASPEN steht für "Auftrags- und Logistikabwicklung für Sanitätshäuser ─ Patientenbelieferung, Elektronische Datenübertragung und Abliefernachweise". Das Projekt kommt dem Wunsch von Handelskunden entgegen, die für die Patientenbelieferung einen externen Dienstleister in Anspruch nehmen und die Logistik auslagern wollen. Sanitätshäuser werden dabei im Bestell- und Belieferungsprozess entlastet. Die elektronische Auftragsübermittlung gelangt dabei vom Sanitätshaus über den Dienstleister Wheel-it zu Fresenius Kabi, die den Patienten beliefern. Der Abliefernachweis geht über Wheel-it zurück an das Sanitätshaus. Von Schmelings Fazit: "Wir haben dadurch eine verbesserte Service-Qualität bei reduzierten Prozesskosten." Wheel-it ist seit 2003 EDI-Provider im Hilfsmittelmarkt und ermöglicht eine formatunabhängige Kommunikation zwischen Sanitätshäusern und Lieferanten. "Durch die einmalige Anbindung an Wheel-it wird ein einfacher und kosteneffizienter Datenaustausch mit einer Vielzahl von Geschäftspartnern ermöglicht", so Kerstin Rose. Markus Hommes zieht eine positive Bilanz: "Eine funktionierende Logistik im Hilfsmittelbereich spielt eine immer größere Rolle. Wir haben durch das Projekt den Vorteil einer Just-in-time-Lieferung ohne große Lagerkapazität." Durch die Vermeidung von Medienbrüchen sei die Fehlerquote um 30 Prozent gesenkt worden. Sein Appell an die Lieferanten: "Weitere Hersteller müssen die Herausforderung der Patientendirektbelieferung annehmen. Wichtig ist aber, dass datenschutzrechtliche Regelungen getroffen werden."

Eine Fallstudie zu "eCommerce als Erfolgsfaktor zur Unterstützung reibungsloser Logistik im Gesundheitswesen" päsentierte Birger Strutz, Geschäftsführer von Optiserv. Das Unternehmen übernimmt die Stammdatenpflege für die angeschlossenen Krankenhäuser, analysiert die Geschäftsprozesse, sucht die geeigneten eBusiness-Partner und integriert alle elektronischen Geschäftsprozesse. 2011 wurden über 250.000 elektronische Lieferscheine und Rechnungen abgewickelt. Als Fallbeispiel stellte Strutz das Scannerssystem OPTIKOM zur Kommissionierung vor, mit dem über den Provider HBS Klinikkunden und Lieferanten mit einem "Link" zur Online-Kommissionierung angeschlossen sind. Künftig soll ein Patientenscanning unter Verwendung aller elektronisch bereitgestellten Daten und eine tagesaktuelle, systemgestützte Entnahmedokumentation ermöglicht werden, um den Lagerbestand auch bei den Kliniken zu reduzieren und Ertragsteigerungen bei allen Partnern zu realisieren.

"Echte Partnerschaften im Beschaffungsprozess" forderte Alfons Rathmer, Mitglied im Forum eStandards und Geschäftsführer von Solid Data, ein. Die Prozesspartner wie Krankenhausverbünde und MedTech-Unternehmen hätten durch die Branchenpapiere des Forums eStandards den Weg vorgegeben. "Die eStandards stehen", so Rathmer. Nun müssten die Partner handeln. Dazu gehörten Provider und Clearing-Center für EDI (Electronic Data Interchange) wie GHX, GSG, HBS und Medical Columbus, eCl@ss für die Klassifikation, GS1 für die Standards oder die ERP-Anbieter für KIS- und MAWI-Systeme. Die Ernsthaftigkeit von Aussagen müsse nun durch aktives Handeln untermauert werden. Dazu gehören die Aussagen der EDI-Provider, Vereinbarungen für die Datendurchleitung zu etablieren, damit jeder Kunde und jeder Lieferant das vorhandene „e“-Potenzial zu hundert Prozent nutzen kann. Der Datenaustausch oder die Datendurchleitung müsse ebenso wie im Telekommunikationsbereich realisiert werden. Es gebe keine Hindernisse mehr für entsprechende Durchleitungsabkommen zwischen den Providern.

Dr. Oliver Heinemann von GHX Deutschland berichtete als Fachgruppenleiter für die Sachgruppe 34 (Medizintechnik) bei eCl@ss über den aktuellen Stand der Umsetzung des Klassifikationsstandards. GHX ist seit mehr als zehn Jahren aktiv in der Umsetzung von Prozessen im elektronischen Warenverkehr. "Dabei sind umfangreiche Ressourcen in die Standardisierungsprozesse geflossen, da die Anforderungen des Gesundheitswesens eine Nutzung der marktüblichen Prozesse nicht in Gänze abbilden", so Heinemann. Das bedeute eine ständige Weiterentwicklung der anhängigen Prozesse wie elektronische Kataloge, branchenübergreifende Klassifikation und eindeutige Bestellverfahren. eCl@ss ist mittlerweile mit dem Stand 7.0 verfügbar. In die neue Version sind über 260.000 Änderungsanträge 5.000, neue Klassen und 6.000 neue Merkmale eingeflossen. Sachgebiet 34 „Medizin, Medizintechnik“ verfügt über 3.623 Klassen. Mittlerweile sind 27 Unternehmen aus dem Gesundheitswesen eCl@ss-Mitglieder. 1.500 Einrichtungen im Gesundheitswesen können das System über die GHX-Plattform nutzen. Heinemanns Fazit: "eCl@ss hat sich als umfassendes Klassifikationssystem im deutschen Gesundheitswesen etabliert." Man werde nun daran arbeiten, es europaweit zu etablieren.

Benno J. Pöhler, Mitglied der Geschäftsführung der Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen (GSG) berichtete über das nordrhein-westfälische "e-med PPP"-Projekt: Prozesse, eProcurement, Patientensicherheit. Ziel des Projekts ist es, Beschaffungsprozesse zu optimieren, die Patientensicherheit zu erhöhen und Transparenz in den Verbrauchskosten von Krankenhäusern herzustellen. "Dabei hat die Standardisierung von Verfahren, Schnittstellen und vor allem von Produktkennzeichnungen eine besondere Bedeutung", so Pöhler. In dem von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt haben sich über 20 Partner aus Industrie, Forschung und Lehre zusammen gefunden. "Im Ergebnis werden konkrete Empfehlungen für die Optimierungen der Beschaffungswege als auch für den Einsatz von unterstützender Hard- und Software stehen", erläuterte Projektleiter Pöhler. Dazu gehört die Schaffung eines Integrationsservers, der die bestehenden Krankenhaussysteme zusammenbindet.

Jochen Hähner, Krankenhausapotheker im St. Marien-Krankenhaus Siegen, stellte ein Projekt mit dem Provider Health Business Solutions (HBS) zur Standardisierung und Prozessoptimierung durch scannerbasierende Bestellung mit patienten-bezogener Erfassung vor. Das St. Marien-Krankenhaus ist ein Haus der Regelversorgung mit besonderen Schwerpunkten in der Orthopädie, Kardiologie und Onkologie. Es verfügt über 450 Betten und war bereits im Jahr 2000 Gründungsmitglied der Einkaufsgemeinschaft AGKAMED. Vor dem Projektstart 2009 herrschte ein hoher Zeitdruck in der Beschaffung und ein großer logistischer Aufwand. Die Bestellungen aus dem OP kamen per Fax an die Apotheke. Die Apotheke sorgte für die Übertragung in das Warenwirtschaftssystem und die Weiterleitung an den Lieferanten. Dieses System war zeitaufwändig und fehleranfällig. Im Medizinproduktebereich wurde eine mangelnde Standardisierung des Barcode-Einsatzes konstatiert, deshalb entwickelte HBS eine scannerbasierende Bestellerfassung. Hähner: "Das neue Bestellsystem ist transparent für alle Beteiligten, es ist schneller, bietet Vereinfachungen für die Apotheke und der Bestellstatus ist im Internet jederzeit einzusehen. Auch die Bestellzeiten werden vom OP-Personal jetzt viel besser akzeptiert und die Bestellprozesse laufen äußerst stabil." Seit 2011 ist auch eine Zuordnung des Patienten und des Artikels mit Kosten möglich, so dass das Controlling fallbezogene Kosten ermitteln kann. Die erfassten Daten sollen an möglichst vielen Stellen genutzt werden, beispielsweise für den Arztbrief oder den OP-Bericht. Hähners positives Fazit: "Mit der scannergestützten Beschaffung sind viele Prozesse bereits optimiert worden. Für die Zukunft erwarten wir eine noch bessere Standardisierung und Durchdringung."

Michael Fink, Prokurist und Bereichsleiter Unternehmensentwicklung Großkunden bei Medical Columbus (MC), stellte seinen Projektbericht unter das doppeldeutige Motto "Standards ohne Grenzen". Aktuelle Anforderungen nach weiterer Verbreitung verabschiedeter Standards im deutschen Markt treffen auf gewachsene nationale und internationale Infrastrukturen bei den Anbietern. Im Bestellverkehr ist eine begrenzte Anzahl von etablierten Standards gut beherrschbar. Andererseits gelang es für Artikel- und Preisdaten noch nicht, ein Austauschformat zum breit genutzten Standard zu machen, so Fink. Das Interesse aller Beteiligten wie Anwender, Lieferanten und Informationsprovider müsse es sein, einem grenzenlosen Ausufern der Formatvarianten Schranken zu setzen. "Das primäre Interesse der Anwender im Gesundheitswesen ist es, dabei inhaltlich valide und aussagefähige Produktdaten zu erhalten", so Fink. Er beurteilt die Entwicklung insgesamt aber positiv: "Wir haben vor sechs Jahren 15.000 Bestellungen und letztes Jahr 90.000 Bestellungen im Jahr elektronisch abgewickelt. Eine Versechsfachung in sechs Jahren ist ein gutes Wachstum." 2011 überstieg das Bestellvolumen, das über MC getätigt wurde, erstmals 1 Milliarde Euro.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, die von MedInform-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt geleitet wurde, diskutierten Dr. Meinrad Lugan von B. Braun, Thomas Klein von der Uniklink Düsseldorf, die Plattformvertreter Dr. Christoph Luz, Geschäftsführer GHX Deutschland, Benno J. Pöhler von GSG, Norbert Kruchen, Geschäftsführer HBS Health Business Solutions, Michael Fink von Medical Columbus und Berater Alfons Rathmer die Frage: Was fehlt noch zum Durchbruch? In seinem Impulsvortrag für die Podiumsdiskussion stellte BVMed-Vorstandsvorsitzender und B. Braun-Vorstand Dr. Meinrad Lugan provozierende Fragen: Wie wahrscheinlich ist der Erfolg, wenn nur Teilprozesse, beispielsweise Bestellungen, umgesetzt werden? Reichen die Erfahrungen und Ergebnisse von Pilotprojekten nicht aus? Fehlt der erforderliche Top Management Support bei den Playern? Wird die abwartende Haltung belohnt? Werden die „Bälle“ seit Jahren nur hin und her gespielt? Wer soll in Vorleistung treten? Warum geht es nicht so einfach wie die Installation und Anwendung einer App?

Krankenhausvertreter Thomas Klein gab Lugan Recht: Das Problembewusstsein ist beim Top-Management noch nicht angekommen. "Wir brauchen mehr Management-Unterstützung. Wir müssen das Management dafür gewinnen, in eHealth und eProcurement zu investieren, damit das Haus besser gesteuert werden und seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen kann", so Klein. Die Provider stellten klar, dass sie daran interessiert sind, die Standards durchzusetzen. Sie haben es aber mit vielen Krankenhäusern zu tun, die eigene Systeme und Lösungen haben wollen und die erst langsam von den etablierten Standards überzeugt werden müssen. Die UDI-Einführung werde zu zusätzlichem Druck zur weiteren Etablierung elektronischer Prozesse mit eStandards führen.

Hinweis an die Medien: Druckfähige Bilder zur Konferenz können unter www.bvmed.de (Bilder – Veranstaltungen) heruntergeladen werden.



Medienkontakt:
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Tel: +49 30 246 255-20
E-Mail: beeres(at)bvmed.de
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