TTIP und Medizinprodukte

Medizintechnik profitiert von Freihandelsabkommen zwischen Europa und USA

Seit 2013 laufen die Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen ("Transatlantic Trade and Investment Partnership" - TTIP). Es soll Zölle und sogenannte nicht-tarifäre Handelshemmnisse zwischen der EU und den USA abbauen. Die Medizintechnikbranche würde von einer stärkeren Öffnung der Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks profitieren. Die MedTech-Branche knüpft große Hoffnungen an TTIP, um Handelshemmnisse zu überwinden, berichtet das Portal medizintechnologie.de.

EU will Zulassungsprozess verschlanken

Im Januar 2015 hat die Europäische Kommission im Rahmen ihrer TTIP-Transparenzinitiative die Positionen veröffentlicht, die sie gegenüber den USA vertritt. Dem ist zu entnehmen, dass die Europäische Kommission eine Harmonisierung der Marktzugangsverfahren nicht anstrebt. In der Begründung heißt es, dass sowohl das US-amerikanische als auch das europäische Zulassungssystem bewiesen hätten, dass sie einen hohen Patientenschutz gewährleisten. Stattdessen schlägt die EU nun vor, den Zulassungsprozess zu verschlanken, indem ein gemeinsamer Antrag für die Zulassung eines neuen Medizinproduktes eingeführt wird. Hersteller könnten die Produktzulassung in den USA und Europa gleichzeitig beantragen und dann auch gleichzeitig auf beiden Seiten des Atlantiks mit ihren Produkten auf den Markt kommen.

Reger Handel mit Medizinprodukten

Zwischen den USA und der Europäischen Union findet ein reger Handel mit Medizinprodukten statt. Dabei erzielt die USA einen Überschuss in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar. Das Importvolumen bei Medizinprodukten betrug in den USA 2013 insgesamt 34,9 Milliarden Dollar. 12,7 Prozent davon – Produkte im Wert von 4,4, Milliarden Dollar – kamen aus Deutschland. Im Export erzielten US-Anbieter von Medizintechnik insgesamt 41,7 Milliarden Dollar. Davon gingen 7,7 Prozent – Produkte im Wert von 3,2 Milliarden Dollar – nach Deutschland.

TTIP soll dem Handel zwischen den beiden Wirtschaftsräumen der EU und der USA jetzt noch mehr Schwung verleihen. Der Abbau von Zöllen ist dabei ein Thema. Was die Unternehmen aber noch mehr umtreibt, sind die sogenannten nicht-tarifären Handelsbarrieren. Gemeint sind Handelshemmnisse durch unterschiedliche Produktstandards, Sicherheitsvorschriften, Qualitätsmanagementsysteme oder auch Zertifizierungen, die den Zugang zum jeweiligen Markt erschweren. Branchenexperten sind sich einig, dass die Medizintechnikbranche von einer verbesserten regulatorischen Zusammenarbeit profitieren würde.
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