Strategieprozess

Medizintechnikbranche im Wandel

Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt vom 17. März 2015

Auf erste Erfolge des sogenannten nationalen Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ hat die Geschäftsstelle der Initiative hingewiesen. So habe das Bundesforschungsministerium (BMBF) Förderprogramme zu den Themen Mehrfach­erkrankungen und individualisierte Medizintechnik angestoßen. Die Fördermittel für das Programm „KMU-innovativ Medizintechnik“ wurden auf 20 Millionen Euro im Jahr verdoppelt. Bis zu 30 Millionen Euro werden in den kommenden vier Jahren für soge­nannte Industrie-in-Klinik-Plattformen bereitgestellt. Hier arbeiteten Entwickler von Medizinprodukten Hand in Hand mit Medizinern, die Anwender und zugleich Ideengeber für neue Produkte seien.

Eine Förderung in ähnlicher Höhe soll auch für die jüngste Fördermaßnahme bereit­stehen: „Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung“. Neben neuen Förderinitiativen habe das BMBF zudem die Nationale Informationsplattform Medizintechnik – Medizintechnologie.de – initiiert. Neben einem umfangreichen Datenbankangebot und tagesaktuellen Branchen-Nachrichten bietet das Webportal Hintergrundberichte und Dossiers über medizinische Bedarfe, technologische Trends sowie politische und regulatorische Rahmenbedingungen.

Das BMBF hatte 2011 gemeinsam mit Bundesgesundheits- und Bundeswirtschafts­ministerium den sogenannten nationalen Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ ins Leben gerufen und 2014 fortgesetzt. Er sollte Wege aufzeigen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und die Leistungsfähigkeit der Gesundheits­versorgung auszubauen. Im Rahmen des Strategieprozesses diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Selbstverwaltung und Politik die Herausforderungen an die Medizintechnik-Branche.

Ziel war und ist, an den Nahtstellen zwischen Forschungs-, Gesundheits- und Wirt­schafts­politik die Grundlagen für eine Innovationspolitik aus einem Guss zu schaffen. Forschung soll sich stärker als bisher am medizinischen Bedarf ausrichten und in anwendungsfähigen Produkten münden, die tatsächlich geeignet sind, die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Im Augenblick bewerten viele Unternehmen das Innovationsklima in Deutschland weiterhin als gut. Allerdings werde die Umsetzung von neuen Technologien und Verfahren im Gesundheitswesen zunehmend komplexer, länger und kostenintensiver. „Dies ist angesichts des hohen Anteils an kleinen und mittleren Unternehmen in der Branche ein Risiko für die Medizintechnikbranche in Deutschland“, hieß es aus der Geschäftsstelle des nationalen Strategieprozesses.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt Online vom 17. März 2015
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