Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung 2015: 6,2 Millionen Beschäftigte

In der Gesundheitswirtschaft sind 6,2 Millionen Menschen tätig. Weitere 4 Millionen Arbeitsplätze hängen von der Gesundheitswirtschaft ab. "Damit ist jeder fünfte Arbeitsplatz in Deutschland mit der Gesundheitswirtschaft verknüpft", sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Dr. Rainer Sontowski, bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojekts "Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung II" am 5. Mai 2015 in Berlin. Seit dem Jahr 2008 sind 1 Million Erwerbstätige hinzugekommen. Der Anteil der Branche am deutschen Bruttoinlandsprodukt liegt bei 11 Prozent. Der Ergebnisbericht von den Instituten BASYS, WifOR, GÖZ, TU Berlin und IEGUS kann unter www.bvmed.de/bmwe-april2015 (pdf mit 3,3 MB) heruntergeladen werden.

Mitautor Dr. Markus Schneider vom BASYS-Institut verdeutlichte die Dynamik der Branche: Die Gesundheitswirtschaft wächst mit jährlich 2,3 Prozent stärker als die Gesamtwirtschaft, die um 1,5 Prozent pro Jahr zulegt. Die Preise der Gesundheitswirtschaft wachsen dabei aufgrund gesetzlicher Eingriffe langsamer als in der Gesamtwirtschaft. Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist mit 1,2 Prozent Produktivitätstreiber. Der Nutzen besteht unter anderem in einer besseren Versorgung chronisch Kranker und einem Rückgang der Sterblichkeit. Seit 2002 wurden zusätzliche 1,3 Millionen Erwerbstätigenjahre gewonnen. "Das ist mehr als die Arbeitskraft von Hamburg oder Thüringen", so Schneider. Negativ bewertete er den Investitionsstau. Der Anteil an den gesamten Investitionen in Deutschland stagniere.

Nach Angaben von Dr. Dennis Ostwald vom WifOR-Institut ist der Wertschöpfungsbeitrag der Gesundheitswirtschaft seit 15 Jahren kontinuierlich steigend. Das Exportvolumen liegt bei mehr als 100 Milliarden Euro – und damit bereits bei der Hälfte der Automobilindustrie. "Die Gesundheitswirtschaft stimuliert branchenübergreifend den deutschen Arbeitsmarkt". Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke von der TU Berlin bezeichnete die industrielle Gesundheitswirtschaft als "Vorleister" für die medizinischen Leistungen. "Ohne die Vorleistungen geht es nicht. Das wäre sonst wie ein Orchester ohne Instrumente."

Download:
Die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung für Deutschland;
Zusammenfassung des Forschungsprojekts des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, April 2015
  • Weitere Artikel zum Thema
  • 19,5 Millionen stationäre Krankenhaus-Patienten in 2016

    Im Jahr 2016 wurden 19,5 Millionen Patienten stationär im Krankenhaus behandelt, berichtet das Statistische Bundesamt. Das waren 277.400 Behandlungsfälle oder 1,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nach vorläufigen Ergebnissen dauerte ein Aufenthalt im Krankenhaus wie im Vorjahr durchschnittlich 7,3 Tage. Weiterlesen

  • MTD-Instant berichtet in seiner Ausgabe 32 / 2017 von einer Umfrage der Unternehmensberatung Emergo, nach der kleinere Medizinprodukte-Unternehmen in den nächsten 12 Monaten überproportional höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) planen als größere Firmen. 61 Prozent der kleinen Firmen gaben an, dass sie mehr für Forschung und Entwicklung ausgeben würden. Weiterlesen

  • Die Gesundheitswirtschaft trägt einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz bei, berichtet die Ärzte-Zeitung. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag ihre Bruttowertschöpfung 2016 bei 14,2 Milliarden Euro. Das waren 11,3 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes – im Durchschnitt aller Länder liegt der Wert bei 10,1 Prozent. Weiterlesen


©1999 - 2017 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik