Studiengänge

Studiengänge in der Medizintechnik

Medizintechnische Studiengänge sind oftmals sehr klein und bieten daher eine bessere Förderung und Betreuung des Einzelnen. Die Regelstudienzeit beträgt meist drei Jahre. Sie kann jedoch um ein Semester verlängert werden, wenn ein Praxissemester vorgesehen ist. Studienbeginn ist meist zum Wintersemester.

Von den Studenten wird ein Interesse an Medizin, Physik, Chemie und Mechanik erwartet. Im Studium werden Grundlagen vermittelt und Kenntnisse im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) erweitert. Vor allem das Grundstudium ist sehr interdisziplinär gestaltet und bietet Einblicke in viele Bereiche, um sich später spezialisieren zu können. In den weiterführenden Semestern stehen den Studierenden Schwerpunktthemen zur Verfügung, beispielsweise Biomedizin, Gerätebau oder Robotersysteme.

Durch die Digitalisierung im MedTech-Bereich werden viele Arbeitsbereiche verändert. Damit die Studenten auf die digitalisierten Prozesse vorbereitet sind, werden bildgebende Verfahrenstechniken und E-Health im Curriculum neue Themenschwerpunkte sein.

Viele Universitäten sehen die Wichtigkeit eines Praxissemesters. Studenten sollen während dieser Zeit die Möglichkeit bekommen, ihr Wissen zu erweitern und anzuwenden. Die Universitäten haben dazu vermehrt Partnerschaften zu Unternehmen geschaffen, um Praxiswissen mit der Theorie zu verbinden.

Nach dem Bachelor-Abschluss besteht die Möglichkeit, mit einem passenden Masterprogramm weitere Qualifikationen zu erlangen. Studenten, die bereits ihren M.Sc. (Master of Science) erreicht haben, können in einem Promotionsprogramm der Universität einen weiteren akademischen Abschluss erhalten.

Glänzende Berufsaussichten

Die Berufsaussichten in der Medizintechnologie-Branche sind für Ingenieure und Medizintechniker, aber auch für Marketingspezialisten im Allgemeinen ausgezeichnet.
Der Bedarf an Ingenieuren wird nach Expertenmeinung weiter steigen. Ein Grund ist der Erfolg der medizintechnischen Unternehmen aus Deutschland auf dem Weltmarkt.

Gut ausgebildetes Personal sucht die Medizintechnikindustrie vor allem für Forschung und Entwicklung, aber auch für Zulassungsfragestellungen. Medizinprodukte und ihr Weg von der Idee zum Markt werden zunehmend komplexer, so dass das Know-how und die personellen Ressourcen in den Unternehmen ständig verbessert werden müssen.

Die Verdienstmöglichkeiten von Absolventen sind attraktiv und liegen auf Augenhöhe mit der Pharmaindustrie. Durch gute Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie die zunehmende Internationalisierung auch der mittelständischen Medizintechnikunternehmen (Auslandsaufenthalte) sind gute Gehaltsentwicklungen vorhersehbar. Hier gibt es mehr Informationen zum Gehaltsgefüge.

Aufteilung der Studiengänge nach Schwerpunkten

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Studium im MedTech-Bereich zu gestalten. Viele Studiengänge sind auf die Grundlagenvermittlung ausgelegt. Der Studiengang Medizintechnik oder Biomedical Engineering versucht Studenten ein umfangreiches Bild der Medizin und der dazugehörigen technischen Prozesse zu liefern. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sollen mit IT-Themen in Verbindung gesetzt werden. Durch verschiedene universitäre Angebote können Studenten sich durch Praxis- oder Auslandssemester weiterbilden.

Studenten können in der späteren Studienphase zwischen verschiedenen Profilen wählen und einen individuellen Themenschwerpunkt setzen. Beispiele für Themenschwerpunkte:
  • Biomedizin
  • Regelungs- und Steuerungstechniken
  • Medizinische Hygienetechnik
  • Umwelt
  • Gerätebau
  • Augenoptik
  • Robotersysteme
  • Knochenbau
  • Zellbiologie
  • Bildverarbeitungen

Der Studiengang Medizin-Informatik oder Medizinisch-Technische Informatik ermöglicht es Absolventen, später im Krankenhaus oder bei medizintechnischen Unternehmen zu arbeiten. Das Entwickeln von Informationssystemen und das Verarbeiten von Daten gehören zu den Aufgaben eines Medizin-Informatikers. Vor allem Bereiche wie E-Health werden für Informatikstudenten zunehmend interessant. Die Technisierung der Gesundheitsbranche verlangt neue Konzepte und Anwendungen. Medizin-Informatiker erhalten neben ihren Informatikkursen auch Grundkurse in Medizin. So soll es ermöglicht werden, die Vorgaben besser umzusetzen.

Im Gegensatz dazu vermitteln Studiengänge wie Augenoptik/Optometrie oder Dentaltechnologie Wissen über einzelne Körperregionen. Durch unterschiedliche Kurse zum Beispiel im Bereich der Medizin (Anatomie des Kopfes/Kiefers) bekommen Studenten einen umfangreichen Eindruck der weiteren Tätigkeiten, die später von ihnen erwartet werden. Ein neigungsorientiertes Studium kann später helfen, schneller einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden. Dennoch sollte man bei einer zu starken Spezialisierung vorsichtig sein.

Die „themenspezifischen Studiengänge“ enthalten viele Module, die auch im Studiengang Medizintechnik/Biomedical Engineering vorgeschrieben sind.

Seltene Studiengänge sind in Deutschland Radiologie, Orthobionik, Sport-/Gesundheitstechnik oder Krankenhaus-Technik. Sie zeichnen sich durch eine starke Zusammenarbeit mit einem Unternehmen (Beispiel: Orthobionik in Zusammenarbeit mit Otto Bock) oder mit Ingenieuren an verschiedenen Projekten aus (Beispiel: Sport-/Gesundheitstechnik). Durch fachspezifische Inhalte aus einem Berufsbild sollen Studenten gezielt vorbereitet werden.
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