Wiederverwendung/Aufbereitung

Neue "Re-Use News" des BVMed: Britische Gesundheitsbehörde warnt vor dem Risiko von Kreuzinfektionen bei der Wiederverwendung eines Einmalprodukts

15.06.2000 - 34/00

Wiesbaden. Der BVMed hat in einer neuen Ausgabe seiner "Re-Use News" darauf hingewiesen, dass die britische Gesundheitsbehörde MDA (Medical Devices Agency) die Krankenhäuser erneut vor der Wiederverwendung eines medizinischen Einmalartikels gewarnt hat, nachdem in England sechs Patienten nach dem Einsatz aufbereiteter Produkte Infektionen erlitten.


Die Patienten, die mit urodynamischen Systemen zur Messung des Blasendrucks behandelt wurden, erlitten Infektionen durch den Erreger "Pseudomonas aeruginosa". Ein Patient bekam eine Blutvergiftung. Auf einem wiederverwerteten Teil des Einmalproduktes hatte man die Krankheitserreger entdeckt. Die MDA fordert die Krankenhäuser auf, die "Druckdome" des Einmalproduktes nicht wieder zu verwenden. Die britische Behörde klärte zudem die Krankenhäuser erneut über die Bedeutung des Symbols "Nicht zur Wiederverwendung" auf und warnte vor der Gefahr von Kreuzinfektionen, sollte dieser Kennzeichnung nicht gefolgt werden. Die Behörde erinnerte an zwei Bulletins aus dem Jahr 1995, in denen sie über die Bedeutung der Kennzeichnung von Einmalprodukten informiert hatte, und verwies abschließend auf das Statement des National Health Service aus dem Jahr 1999: "Verwenden Sie Medizinprodukte, die für den Einmalgebrauch bestimmt sind, niemals wieder" ("Never re-use medical devices designated for single use").

Der BVMed spricht sich seit längerem gegen die Wiederaufbereitung von Medizinprodukten aus, die vom Hersteller nur zum Einmalgebrauch gekennzeichnet werden. Denn im Vordergrund der Überlegungen muss nach Ansicht des BVMed immer die Sicherheit und Gesundheit der Patienten und des medizinischen Personals stehen, nicht jedoch eine eventuelle Kostenersparnis durch eine Wiederaufbereitung.


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