Kardiologie

Weltherztag am 28. September und Herzmonat November 2008 BVMed: Verbesserung der Versorgung von Herzkranken durch moderne Medizintechnologie sicherstellen

15.09.2008 - 66/08

Berlin. Auf die große Bedeutung von modernen Verfahren und Produkten der Medizintechnologie für die Behandlung von Herzerkrankungen hat der BVMed zum Weltherztag am 28. September 2008 und zum Herzmonat November 2008 hingewiesen. Innovationen wie beispielhaft die Katheterablation bei Vorhofflimmern, die Resynchronisations-Therapie bei Herzinsuffizienz, die Fernüberwachung von Schrittmacherpatienten oder die Kunstherzentwicklung dürfen Patienten, die darauf angewiesen sind, nicht vorenthalten werden, so der BVMed.


Die häufigsten Todesursachen in Deutschland waren auch im Jahr 2007 Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems. Ihnen erlag fast jeder zweite Verstorbene (43,4 Prozent). Dazu zählen die chronische ischämische Herzkrankheit (77.369 Verstorbene), der akute Myokardinfarkt (56.779 Verstorbene) oder die Herzinsuffizienz (49.995 Verstorbene). Die Entwicklungen der Medizintechnologie haben in diesem wichtigen Bereich zu einer erheblichen Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen beigetragen.

Der Zugang der Patienten zu diesen Innovationen ist aber nach Expertenmeinung zunehmend gefährdet, berichtet der BVMed. Als Beispiel nennt der Verband die Kardiale Resynchronisations-Therapie (CRT). Jeder fünfzigste Mensch ist von Herzinsuffizienz betroffen und damit chronisch krank. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung ist die Belastung für die Patienten enorm. Die CRT-Schrittmachertherapie verschafft gerade diesen schwer betroffenen Menschen deutliche Erleichterung. Medizinisch ist diese Tatsache inzwischen unumstritten: In Deutschland, der Schweiz und den USA wurden aufgrund der überzeugenden Studien-Ergebnisse entsprechende Empfehlungen in die Behandlungsleitlinien aufgenommen. Doch oft erhalten Patienten diese Therapie nicht, weil sie z. B. im heimatlichen Krankenhaus nicht angeboten wird, oder weil die Anzahl der Implantationen aus Budgetgründen begrenzt ist.

Der BVMed nennt in seiner Erklärung zum Herzmonat folgende Beispiele für den medizintechnischen Fortschritt in der Behandlung von Herzerkrankungen:

:: Implantierbare Defibrillatoren (ICD) bei tachykarden Herzrhythmusstörungen (Herz schlägt zu schnell): Durch die Implantation eines Schrittmachers mit Defibrillatorfunktion (ICD) kann bei Patienten mit überlebtem Herztod eine signifikante Reduktion der Mortalität um bis zu 35 Prozent erreicht werden. Auch Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion bei koronarer Herzkrankheit können grundsätzlich von einem ICD profitieren.

:: Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) bei Herzinsuffizienz: Voraussetzung für die CRT-Schrittmachertherapie ist, dass bei dem Patienten die Kontraktionskraft des Herzens durch Erregungsleitstörungen zusätzlich reduziert ist. Dies trifft auf etwa ein Drittel aller Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche zu. Bei der CRT-Therapie wird ein kleines mikrocomputer-gesteuertes Gerät im Brustbereich unter der Haut implantiert.

Über drei feine Elektroden, die in jeweils einer Herzkammer verankert sind, werden winzige elektrische Impulse gesendet, die das Herz stimulieren. Auf diese Weise wird das Zusammenspiel der Kammern wiederhergestellt, also „resynchronisiert“.

:: Katheterablation bei Vorhofflimmern: Ein Therapiekonzept, das Vorhofflimmern dauerhaft heilen kann, ist die Ablation. Hierbei wird der Bereich des Herzens, der die Rhythmusstörung hervorruft oder fördert, durch Energieabgabe thermisch verödet (abladiert). Die Ablation zerstört den oder die Ursprungsherde und isoliert das überleitende Herzgewebe durch Barrieren aus Narbengewebe, das nicht mehr elektrisch leitfähig ist. Weil die abnormen elektrischen Signale nun nicht mehr in den Vorhof gelangen, bestimmt allein, wie von der Natur vorgesehen, der Sinusknoten die Erregung - der natürliche Herzrhythmus ist wieder hergestellt. Für die Ablation stehen verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Energieformen zur Verfügung. Zu den am häufigsten verwendeten gehören Hochfrequenzstrom und Kälteablation, in jüngster Zeit kommen auch Mikrowellen- und Ultraschallablation zum Einsatz.

:: Herzunterstützungssysteme (VAD) bzw. Kunstherz bei Herzversagen: Die VAD-Technologie (Ventricular Assist Devices) steht für Herzunterstützungssysteme bzw. für die künstliche Unterstützung und den Ersatz des Herzens. Die neuen Systeme sind beispielsweise als langfristige Überbrückung bis zur Herztransplantation oder als Alternative zu einer Transplantation bei Patienten mit terminalem Herzversagen konzipiert. Damit könnten zahlreiche Menschenleben gerettet werden, da es in Deutschland nicht ausreichend Spenderherzen gibt und fast ein Drittel der zur Transplantation angemeldeten Patienten während der Wartezeit versterben.

:: Ballondilatation (PTCA) mit Stent-Implantation bei Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit): Durch Balondilatation und/oder Implantation eines Stents (Metallgitterröhrchen) können Verengungen effektiv beseitigt werden. Medikament-freisetzende Stents sorgen für eine weitere drastische Verringerung der Wiederverschlussrate (Restenose).

Weitere Fachinformationen zum Thema befinden sich im Internet unter www.bvmed.de. Verständliche Patienteninformationen zum Thema „Innovative Medizintechnologien bei Herzerkrankungen“ bietet Aktion Meditech unter www.aktion-meditech.de. Der Direktlink lautet: www.aktion-meditech.de/index.php?inhalt=innovative.rundumherz.


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