BVMed intern

Medizintechnologiebranche 2003: BVMed-Umsatzwachstum bei 3,9 % - Ertragssituation bleibt angespannt

13.02.2004 - 13/04

Berlin. Eine Umsatzsteigerung von 3,9 Prozent im Jahr 2003 haben die im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) zusammengeschlossenen rund 200 Industrie- und Handelsunternehmen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr (plus 6,5 Prozent) ist dies eine deutlich abgeschwächte Entwicklung. Das ergab die BVMed-Umsatzstatistik 2003. Das vierte Quartal verlief dabei mit einem Umsatzplus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal besser als die erste Jahreshälfte, teilte BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin mit.


Das Umsatzwachstum beruht überwiegend auf Mengensteigerungen. Ursachen für die steigenden Fallzahlen sind die demographische Entwicklung und neue medizintechnische Möglichkeiten. Der Preisdruck hält weiterhin an, vor allem durch die Budgetrestriktionen und die Bündelung von Einkaufsmacht auf der Klinikseite. Außerdem steigen die Kosten durch höhere Vertriebsausgaben und steigende Rohstoffpreise. Die Gewinnsituation der Unternehmen bleibt damit extrem angespannt. Die Deckungsbeitragsrechnungen der Unternehmen weisen zunehmend rückläufige Ergebnisse aus, so der BVMed. Die Umsatzsteigerung liegt zudem deutlich unter der Weltmarktentwicklung, die bei rund 7 Prozent liegt.

Die Entwicklung in Teilbereichen: Mit 5,9 % Umsatzsteigerung entwickelte sich der Bereich Inkontinenz- und Stomaprodukte überdurchschnittlich gut. Die Kategorie „Einmalprodukte, Intensivmedizin, Implantate etc.“ stieg um 4,1 %. Sehr viel verhaltener entwickelte sich der Bereich der Verbandmittel (1,8 %) sowie der Einweg-OP-Materialien (2,0 %).

Zur Diskussion um die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens forderte der BVMed „eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen Elementen, mehr Planungssicherheit für die Unternehmen und einem innovationsfreundlicheren Klima, um die Chancen des Wachstumsmarktes Gesundheit besser zu nutzen“. Dem dynamischen Wandel der medizinischen Möglichkeiten und Dienstleistungen in einem global orientierten Markt müsse nun auch ein dynamischer Wandel des Gesundheitssystems mit größtmöglicher Flexibilität folgen. Dazu gehörten u. a. die Abkehr vom lohngebundenen Beitragssystem und die Einführung von mehr Wahlfreiheiten und Eigenverantwortung der Versicherten. Außerdem müssten die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung verbessert werden. „Wir benötigen insgesamt ein innovationsfreundlicheres Klima, damit neue Behandlungsmethoden und Verfahren der Medizintechnologie schneller beim Patienten ankommen, wo sie Leben retten, Gesundheit erhalten und Lebensqualität verbessern.“

Die Hersteller von Medizinprodukten beschäftigen in Deutschland über 100.000 Menschen. Die Ausgaben für Medizinprodukte betrugen 2002 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 24 Mrd. Euro. Davon entfielen 12 Mrd. Euro auf den ambulanten Bereich (Hilfsmittel, sonstiger medizinischer Bedarf), 7 Mrd. Euro auf den stationären Bereich (Sachkosten im Krankenhausbereich) sowie 5 Mrd. Euro auf Dentalprodukte. Der Weltmarkt für Medizintechnologien betrug 2002 rund 170 Mrd. Euro. Deutschland ist nach den USA und Japan der drittgrößte Markt der Welt im Bereich der Medizinprodukte.


  • Share on Facebook
  • Share on Twitter