BVMed intern

BVMed-Umsatzergebnis 1. Halbjahr 2000 leicht verbessert / Wirtschaftliche Situation bleibt schwierig: BVMed fordert neue strukturpolitische Debatte

31.08.2000 - 47/00

Wiesbaden. Die über 160 im BVMed zusammengeschlossenen Hersteller von Medizinprodukten haben im ersten Halbjahr 2000 einen Gesamtumsatz von rund 3,2 Mrd. DM gemeldet. Das Ergebnis lag damit um 5,2 Prozent über dem Ergebnis des ersten Halbjahres 1999. Das Inlandswachstum war dabei mit 4,3 Prozent erneut deutlich schwächer als der Export, der um 10 Prozent anstieg. Das ergab die nunmehr vorliegende Umsatzstatistik des BVMed für die ersten sechs Monate des Jahres 2000.


Unter Berücksichtigung der steigenden Mitgliederzahl – mittlerweile sind trotz zahlreicher Fusionen 167 Unternehmen Mitglied des BVMed gegenüber 161 im Vorjahr  - relativiert sich dieses Ergebnis jedoch, so dass die wirtschaftliche Lage der Medizinprodukte wie in den vergangenen Jahren als „angespannt und schwierig“ bezeichnet werden kann. Dies ist insbesondere auf die große Verunsicherung auf der Nachfrageseite sowohl im stationären wie auch im niedergelassenen Bereich durch die Budgetierungspolitik zurückzuführen, so der BVMed in seiner Stellungnahme zur Umsatzentwicklung. 

Die notwendige Versorgung der Patienten mit qualitativ hochwertigen und innovativen Medizinprodukten sieht der BVMed insbesondere durch die anhaltende sektorale Budgetierung der Gesundheitsausgaben als gefährdet an. 

BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt: „Die Diskussion der letzten Wochen hat eindrucksvoll bestätigt, dass mit der Gesundheitsreform 2000 die Herausforderungen für das Gesundheitswesen durch medizinischen Fortschritt und demographische Entwicklung keineswegs gelöst worden sind. Deshalb muss rasch eine strukturpolitische Diskussion mit allen Beteiligten, auch der Industrie, geführt werden. Dabei muss auch überlegt werden, wie eine breitere Finanzbasis der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen werden kann. Falls dies politisch nicht durchsetzbar ist, muss die Frage beantwortet werden, welche medizinischen Leistungen künftig noch solidarisch finanziert werden können.“

Der Umsatz der im Bundesfachverband Medizinprodukteindustrie zusammengeschlossenen Unternehmen setzt sich aus den Bereichen medizinische Produkte zur Intensiv- und Krankenversorgung, medizinische Implantate, Produkte zur Inkontinenz- und Stomaversorgung, OP-Materialien, Verbandmittel und medizintechnische Erzeugnisse zusammen.


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