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Innovationen
BVMed zur MEDICA: Medizintechnik-Branche bleibt auf Wachstumskurs – MedTech-Trends 2020
08.11.2010 - 85/10
„Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche ist insgesamt gut. Über 80 Prozent der befragten MedTech-Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem besseren Umsatzergebnis als 2009. Das Umsatzwachstum liegt gegenüber dem Krisenjahr 2009 bei rund 5,5 Prozent gegenüber 3 Prozent im Vorjahr ”, so BVMed- Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt zur Lage der Branche im Vorfeld der MEDICA. Die Gewinnsituation sei dagegen durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und höhere Außenstände geschmälert. Der Ausblick der Unternehmen auf das Jahr 2011 fällt deshalb nur vorsichtig optimistisch aus: 48 Prozent erwarten ein besseres Gewinnergebnis als in diesem Jahr. 17 Prozent erwarten sogar zurückgehende Gewinne.
Ein weiteres Ergebnis der BVMed-Umfrage: Bei Betrachtung der Arbeitsmarktentwicklung bleibt die Medizintechnik-Branche ein Jobmotor. Die Hälfte der befragten Unternehmen hat gegenüber dem Vorjahr neue Arbeitsplätze geschaffen. 96 Prozent der Unternehmen haben offene Stellen. Schmitt: „Damit leistet die MedTech-Branche nicht nur einen hervorragenden Beitrag zur Gesundheitswirtschaft sondern ist auch ein Hoffnungsträger für den deutschen Arbeitsmarkt.“
Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland über 170.000 Menschen. Im Durchschnitt investieren die forschenden MedTech-Unternehmen rund neun Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Rund ein Drittel ihres Umsatzes erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind.
Die medizintechnischen Neuerungen auf der MEDICA belegen die Innovationsstärke der MedTech-Branche: „Die Entwicklung der Medizintechnologie ist weiter sehr dynamisch“, so Schmitt.
Er nannte als wesentlichen Trends der „Medizintechnik 2020“ in zukunftsträchtigen Technologiefeldern:
> Interventionelle Medizintechnologien: Endoskopie und Laparoskopie, vor allem NOTES (Nutzung der natürlichen Körperöffnungen); navigierte Biopsie; bildgestützte Interventionen; Roboter-assistierte Interventione oder steuerbare Multifunktions-Katheter.
> Neuroengineering: sensorische Funktionen wie Cochlear- oder Retina-Implantate; Muskelstimulation bei Lähmungen; intelligente Prothesen; Schlaganfall-Therapie durch computerunterstützte Neuroplastizität; Neurostimulation bei Parkinson, Epilepsie oder Depression.
> Zell- und Gewebetechnik (Haut, Knorpel, Knochen etc.): Blutgefäß-Konstrukte, mitwachsende Herzklappen; Unterstützung bzw. Ersatz von Organen: Niere, Leber, Pankreas ("closed loop" mit Blutzuckermessung und Insulingabe).
> Bildgebende Verfahren: Beim MRT geht es in Richtung quantitative Bildgebung bzw. funktionale Darstellung, beispielsweise des Blutstroms in der Aorta oder der Nervenbahnen im Gehirn. Ein weiterer Aspekt ist die molekulare Bildgebung, die es erlaubt, Zellen abzubilden und mit Hilfe von fluoriszierenden Markern Krankheiten früher zu erkennen. Neue Methoden werden entwickelt werden: beispielsweise Magnetic Particle Imaging, Multiwave Imaging, Impedance Imaging, Phasenkontraströntgen, optische Bildgebung oder die Abbildung bioelektrischer Quellen.
> Telemedizin: insbesondere für chronisch Kranke, alte und pflegebedürftige Menschen sowie Gesundheits- bzw. Fitness-Begeisterte. Überwachung des EKG, Blutdruck, Gewicht, Blutzucker, Blutgerinnung durch diagnotische Implantate - über offene Schnittstellen und Standards direkt in die elektronische Gesundheitsakte.
> IT – Information und Kommunikation der nächsten Generation: digitale Patientenakte, weltweiter Zugang, genetische Profile; Prozessoptimierung Workflow Management; Arzt wird sich wissensbasierte Unterstützung holen: second opinion durch Wissensmanagement; computerassistierte Diagnostik und Therapieplanung.
> Modellierung und Simulation für die Diagnostik und Therapieplanung.
Medienkontakt
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
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