Innovationen

Weltherztag am 28. September - BVMed: Verbesserung der Versorgung von Herzkranken durch moderne Medizintechnologie sicherstellen

22.09.2003 - 60/03

Berlin. Auf die große Bedeutung von modernen Verfahren und Produkten der Medizintechnologie für die Behandlung von Herzerkrankungen hat der BVMed zum Weltherztag am 28. September hingewiesen. Innovationen wie medikament-beschichtete Stents, die Resynchronisations-Therapie oder die Kunstherzentwicklung dürften Patienten, die darauf angewiesen seien, nicht vorenthalten werden, so der BVMed.


Die Entwicklungen der Medizintechnologie haben zu einer erheblichen Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen beigetragen. Der schnelle Patientenzugang zu diesen Innovationen ist aber zunehmend gefährdet. So sagte beispielsweise der bekannte Heidelberger Kardiologe Prof. Dr. Hugo Katus auf einer BVMed-Veranstaltung: „Im Rahmen der Kostenentwicklung im Gesundheitssystem und der Budgetierung in den Krankenhäusern können diese Leistungen jedoch nicht ausreichend angewendet werden, so dass bereits jetzt eine Rationierung in der Gesundheitsversorgung erkennbar ist.“

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind mit weitem Abstand vor den bösartigen Tumorerkrankungen die Haupttodesursache in Deutschland. Weltweit ist die Zunahme der Herzkreislauferkrankungen sogar ungebrochen, so dass die WHO von einer Epidemie kardiovaskulärer Erkrankungen in den nächsten Jahrzehnten ausgeht. Prof. Katus: „Im Anbetracht dieser enormen medizinischen und wirtschaftlichen Bedeutung von Herzkreislauferkrankungen ist die Wissenschaftsförderung der öffentlichen Hand ungenügend und steht weit hinter den Ausgaben für die onkologische oder neurobiologische Forschung zurück. Umso bemerkenswerter sind die erheblichen Fortschritte in der Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen, die nicht zuletzt auch durch die innovativen Leistungen der Medizintechnologie erreicht wurden.“

Der BVMed nennt u. a. folgende Beispiel für den medizintechnischen Fortschritt in der Behandlung von Herzerkrankungen:

  • Ballondilatation (PTCA) mit Stent-Implantation bei Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit): Durch Balondilatation und/oder Implantation eines Stents (Metallgitterröhrchen) können Verengungen effektiv beseitigt werden. Neue medikament-freisetzende Stents sorgen für eine weitere drastische Verringerung der Wiederverschlussrate (Restenose) auf unter 5 Prozent. Die Ergebnisse liegen damit auf einer Ebene mit der Bypasschirurgie, allerdings bei deutlich niedrigeren Kosten.
  • Implantierbare Defibrillatoren (ICD) bei tachykarden Herzrhythmusstörungen (Herz schlägt zu schnell): Durch die Implantation eines Schrittmachers mit Defibrillatorfunktion (ICD) kann bei Patienten mit überlebtem Herztod eine signifikante Reduktion der Mortalität um bis zu 35 Prozent erreicht werden. Inzwischen liegen sogar Daten aus großen klinischen Studien vor, nach denen Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion bei koronarer Herzkrankheit grundsätzlich von einem ICD profitieren könnten.
  • Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) bei Herzinsuffizienz: Voraussetzung für die CRT-Schrittmachertherapie ist, dass bei dem Patienten die Kontraktionskraft des Herzens durch Erregungsleitstörungen zusätzlich reduziert ist. Dies trifft auf etwa ein Drittel aller Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche zu. Bei der CRT-Therapie wird ein kleines mikrocomputer-gesteuertes Gerät im Brustbereich unter der Haut implantiert. Über drei feine Elektroden, die in jeweils einer Herzkammer verankert sind, werden winzige elektrische Impulse gesendet, die das Herz stimulieren. Auf diese Weise wird das Zusammenspiel der Kammern wiederhergestellt, also „resynchronisiert“. Die Patienten fühlen sich nach der Implantation des Systems deutlich besser und sind wieder belastbarer. Es gibt sogar Patienten, die von der Warteliste für eine Herztransplantation genommen werden konnten, nachdem sie ein solches Therapiesystem erhielten.
  • Herzunterstützungssysteme (VAD) bzw. Kunstherz bei Herzversagen: Die VAD-Technologie (Ventricular Assist Devices) steht für Herzunterstützungssysteme bzw. für die künstliche Unterstützung und den Ersatz des Herzens. Die neuen Systeme sind beispielsweise als langfristige Überbrückung bis zur Herztransplantation oder als Alternative zu einer Transplantation bei Patienten mit terminalem Herzversagen konzipiert. Damit könnten zahlreiche Menschenleben gerettet werden, da es in Deutschland nicht ausreichend Spenderherzen gibt und fast ein Drittel der zur Transplantation angemeldeten Patienten während der Wartezeit versterben.

Weitere Informationen zum Thema „Innovative Medizintechnologien bei Herzerkrankungen“ befinden sich im Internet unter www.aktion-meditech.de.


  • Share on Facebook
  • Share on Twitter