Medizintechnologie e.V.
Reinhardtstr. 29 b
D - 10117 Berlin
Tel. (030) 246 255 - 0
Fax. (030) 246 255 - 99
info@bvmed.de
Innovationen
Neue MedTech-Studie belegt: „Versorgungsqualität erhöhen und gleichzeitig Kosten senken ist möglich“
04.10.2007 - 76/07
Dennoch erreichen innovative Therapien den Patienten häufig nicht. „Eine Reihe von Hürden mit dem Ziel der Budgetkontrolle verhindert in Deutschland auch die Einführung nützlicher Innovationen. Daneben können mangelnde Kenntnisse der Ärzte und fehlende Aufklärung der
Patienten die Einführung von Innovationen behindern“, so das Ergebnis der Studie. Somit würden mögliche Kosteneinsparpotentiale ebenso wenig genutzt, wie Patienten der Zugang zu kausal heilenden und die Lebensqualität verbessernden Therapien ermöglicht.
Lösungswege sieht die Studie im Auftrag des BVMed beispielsweise in einem transparenten und alle Beteiligten einbeziehenden Prozess zur Bewertung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses neuer Therapien. „Eine einheitliche und stringente Methodik, die Einbeziehung aller für den Patienten relevanten Nutzenaspekte sowie eine sektorübergreifende und den gesamten Behandlungszeitraum umfassende Kostenerfassung sind Grundvoraussetzungen dafür“, heißt es in der Studie. Und weiter: „Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, Innovationen in das deutsche Gesundheitssystem einzuführen, auch um die für eine Bewertung nötigen Erfahrungen überhaupt sammeln zu können. Die Versorgungsforschung und therapiespezifische Register können hier einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung leisten. Gleichzeitig müssen flexible Finanzierungssysteme, die auch patientenindividuelle Zu- und Aufzahlungen ermöglichen, etabliert werden.“
Nachdem die Zwischenergebnisse erstmals im Frühjahr 2007 auf der BVMed-Mitgliederversammlung vorgestellt wurden, liegt der Abschlussbericht der Studie nunmehr in schriftlicher Form vor. Die 60-seitige Broschüre kann kostenfrei beim BVMed bestellt werden (Mail an info@bvmed.de).
Hintergrund: Fünf Innovationsbeispiele
Drug Elting Stents: Eine Innovation zur Vermeidung wiederholter Eingriffe und zur Steigerung der Lebensqualität
Kardiale Resynchronisationstherapie: Eine Therapie mit dramatischer Verringerung der Sterblichkeit und Verbesserung der Lebensqualität
- Durch medizintechnologische Innovation konnte die Sterblichkeit von Menschen mit Herzinsuffizienz in den letzten 5 Jahren erneut deutlich reduziert werden; dennoch versterben immer noch 4 von 10 Patienten innerhalb von 2 Jahren.
- Durch kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) kann die Sterblichkeit der Patienten um fast 40 Prozent gesenkt und können Krankenhauseinweisungen um die Hälfte reduziert werden.
- Der Zustand schwerstkranker Herzpatienten verbessert sich durch die CRT drastisch.
- Die Kosten der kardialen Resynchronisationstherapie amortisieren sich in 4 Jahren fast vollständig. Der messbare medizinische Nutzen kostet bei der CRT nur ca. 50 Prozent von dem einer Bypass-Operation.
- Dennoch ist die Anwendung der CRT in Deutschland noch eher selten, während sie in den USA längst bei fast 70 Prozent der infrage kommenden Patienten zum Einsatz kommt.
Innovative Wundversorgung: Innovationen zur Heilung chronischer Wunden und zur Vermeidung von Schmerzen und Amputationen
- Ca. 4 Millionen Menschen leiden in Deutschland dauerhaft unter chronischen Wunden – die Kosten dafür belasten die GKV mit über 4 Milliarden € pro Jahr.
- Durch den Einsatz moderner Produkte zur Wundbehandlung (wie cellulosehaltige Wundauflagen, wundausgleichende Matrix, etc.) können der Bedarf an Verbandwechseln um ein Vielfaches reduziert, die Kosten der Therapie um 25 Prozent gesenkt und die Heilungsraten um über 130 Prozent gesteigert werden.
- Durch innovative Wundbehandlung (wie schmerzmittelenthaltende oder silikonbeschichtete Wundauflagen, etc.) können die Schmerzen von Patienten mit solchen Wunden um über 50 Prozent gesenkt werden.
- Zusätzlich zu den viel besseren Heilungserfolgen lassen sich auch die Gesamtkosten der Behandlung sektorübergreifend deutlich senken.
- Dennoch werden in Deutschland immer noch 40 Mal so viele konventionelle Wundverbände angewendet wie moderne.
Adipositas-Chirurgie: Eine echte Chance für Menschen mit schwerer Adipositas zur dauerhaften Gewichtsreduktion und Vermeidung von schweren Folgeerkrankungen
- 1 Million Menschen mit krankhafter, schwerer Adipositas isolieren sozial völlig – die Gesamtkosten durch Adipositas in Deutschland summieren sich auf ca. 14 Milliarden €.
- Die chirurgische Therapie ist nachgewiesenermaßen die einzig sinnvolle und dauerhaft wirksame Therapie für Menschen mit morbider Adipositas.
- Über verschiedene Verfahren können die Erkrankung effektiv behandelt und schwerste Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus um 60-80 Prozent gesenkt werden.
- Die Sterberate der betroffenen Patienten kann um fast 70 Prozent reduziert werden.
- Auch die Gesamtkosten für die Behandlung von Patienten mit schwerster Adipositas lassen sich durch chirurgische Behandlung eindrucksvoll senken.
- Dennoch verhindern administrative Hürden, wie unklare Regelungen zur Erstattung und fehlende Möglichkeiten zur Patientenaufzahlung, den breiteren Einsatz der Adipositas-Chirurgie in Deutschland.
Endoprothetik: Ein medizintechnologischer Beitrag zur Erhaltung von Mobilität und Lebensqualität im Alter
- Über 9 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter ständigen Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung durch Arthrose und Arthritis.
- Durch die moderne Endoprothetik lassen sich die Schmerzen bei ca. 70 Prozent der Patienten völlig beheben.
- Medizintechnologische Innovation der Materialien und funktionales Design haben die Haltbarkeit der künstlichen Gelenke auf deutlich über 25 Jahre erhöht.
- Vielen Menschen bleibt dadurch eine erneute Operation und ein zweiter Gelenkersatz erspart.
- Die Mehrkosten der Material-Innovation werden in der modernen Endoprothetik zumeist durch die deutlich reduzierten Folgekosten wieder eingespielt.
- Dennoch wird in Deutschland der Einsatz moderner Gelenkersatzprodukte durch kurzfristige Kostenbetrachtung erschwert.
Diese Inhalte könnten für Sie ebenfalls interessant sein:
Neu: MedTech-Bilderwelten
Informationsfilm
Moderne Wundversorgung
In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an chronischen Wunden, zum Beispiel an offenen Beinen. Um diese Wunden zum Heilen zu bringen, reicht es nicht aus, wenn nur die jeweilige Grunderkrankung behandelt wird. Ohne die richtige äußerliche Versorgung bleibt das Problem über Jahre bestehen. Und das tut es leider bei den meisten Patienten. Moderne, feuchte Wundversorgungsprodukte sind auf dem Markt, aber die wenigsten Ärzte wenden sie an. Aus Unkenntnis oder aus Kostengründen.
> Moderne Wundversorgung
Aktuelle Themen
- Dekubitus
- Erhebungsbogen
- Erstattung
- Hilfsmittel
- Homecare
- Inkontinenz
- Kodex
- Medizinprodukte
- Medizinprodukteberater
- Medizinprodukterecht
- Nadelstichverletzungen
- Tracheostoma
- UDI
- Versorgungsstrukturgesetz
- Wundversorgung




