Innovationen

BVMed zur MEDICA 2000: Deutschland muss auch in Zukunft führend bei innovativen Medizintechnologien bleiben Pressetext zur MEDICA-Pressekonferenz am 16.11.2000 in Düsseldorf

16.11.2000 - 66/00

Düsseldorf. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert von den politisch Verantwortlichen und Entscheidern bei den gesetzlichen Krankenkassen eine stärkere Akzeptanz und Förderung des medizinischen Fortschritts und medizintechnischer Innovationen ein. „Innovationen in der Medizintechnologie müssen in Deutschland stärker gefördert und schneller in die Leistungskataloge der Kassen aufgenommen werden. Ziel muss es sein, medizintechnische Innovationen allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerung zur Verfügung zu stellen“, sagte BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt anlässlich der MEDICA 2000-Weltmesse.


Gerade die größte Krankenhaus- und Medizinmesse der Welt dokumentiere in eindrucksvoller Weise den medizinischen Fortschritt in allen Bereichen, insbesondere bei Medizintechnologien. Deutschland müsse jedoch aufpassen, dass es bei der Forschung und Entwicklung innovativer Medizintechnologien nicht den Anschluss verliere. Die entsprechenden „Innovationsbremsen“, beispielsweise die sektorale Budgetierungspolitik, die intransparente Bewertung medizinischer Verfahren durch die Bundesausschüsse oder das restriktive strafrechtliche Vorgehen beim Sponsoring im Gesundheitswesen, gefährden den medizinischen Fortschritt in Deutschland, schaden damit dem Patienten und müssen beseitigt werden, so Schmitt.

Die Verfahren zur Aufnahme neuer, innovativer Verfahren und Produkte müssten schneller, effizienter und transparenter werden. Insbesondere müssten die Hersteller als Partner im Gesundheitswesen stärker in die Prozesse einbezogen werden.

Der BVMed weist darauf hin, dass zahlreiche neue, innovative Verfahren auf lange Sicht auch zu einer wirtschaftlicheren Versorgung der Patienten beitragen. Als Methoden nennt der BVMed beispielhaft die moderne Wundversorgung oder die Defibrillator-Therapie.  Außerdem könnten innovative Medizintechnologien den Krankenhäusern helfen, die Liegezeiten der Patienten zu reduzieren, ohne dass die Qualität der medizinischen Versorgung leidet. Dies sei gerade vor dem Hintergrund der anstehenden DRG-Einführung (Diagnosis Related Groups) zur Vergütung von Krankenhausleistungen sowie der damit verbundenen Technologiebewertung (HTA – Health Technology Assessment) von großer Bedeutung. Auch dabei müsse die Industrie von Anfang an als Prozessbegleiter und Experte eingebunden werden, so der BVMed. 

Die Medizinprodukteindustrie hat in Deutschland nach BVMed-Schätzungen ein Marktvolumen von insgesamt rund 28 Mrd. DM und beschäftigt über 110.000 Menschen. Im Krankenhausbereich entfallen rund 13 Mrd. DM auf Medizinprodukte. Im niedergelassenen Bereich sind es rund 11 Mrd. DM. Hinzu kommen rund 4 Mrd. DM für medizinische Investitionsgüter. Der BVMed deckt mit über 170 Mitgliedsunternehmen fast den gesamten Verbrauchsgüterbereich der Medizinprodukte ab. Der BVMed vertritt den gesamten Verbandmittelbereich, Hilfsmittel wie Stoma- und Inkontinenzprodukte oder Bandagen, Kunststoffeinmalprodukte wie Spritzen, Katheter und Kanülen sowie den Implantatebereich von Intraokularlinsen und künstlichen Gelenken über Herzklappen und -schrittmacher bis hin zum künstlichen Herz.


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