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DKI-Studie im Auftrag des BVMed: „Medizintechnologien sind kein Kostentreiber in den Kliniken“

29.11.2006 - 79/06

Berlin. Medizintechnologien sind in den deutschen Kliniken keineswegs die „Kostentreiber“, als die sie oftmals angesehen werden. Das ist ein Kernergebnis einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) in Düsseldorf im Auftrag des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). Das DKI stellt die Studienergebnisse heute in Berlin auf einer BVMed-Konferenz mit dem Titel „Politik und Gesundheitswirtschaft“ vor.


„Es kann nicht festgestellt werden, dass die medizinisch-technischen Innovationen im Bereich der Verbrauchsgüter, die zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Versorgung beitragen, einen überproportionalen Kostenanstieg in den Krankenhäusern ausgelöst haben“, heißt es in der DKI-Studie mit dem Titel „Die Entwicklung der Krankenhausinanspruchnahme bis zum Jahr 2010 und die Konsequenzen für den medizinischen Bedarf der Krankenhäuser“. Nach Auskunft von Udo Müller, Geschäftsführender Vorstand des DKI, lag der prozentuale Anstieg des medizinischen Bedarfs je Patient in der Vergangenheit niedriger als der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts je Einwohner: „Medizinisch-technische Innovationen werden im Gesundheitswesen weiterhin für ein Wachstum sorgen, das in etwa in Höhe der Zuwachsraten des BIP liegt.“

Die stationären Fallzahlen nehmen nach den Studienergebnissen des DKI im Prognosezeitraum bis 2010 nur geringfügig zu. Voraussetzung für diese Prognose sei aber, dass auch in den
nächsten Jahren der medizinische und medizin-technische Fortschritt eine Zunahme der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten - insbesondere durch einen Anstieg der ambulanten Operationen – ermögliche. Ohne diesen Effekt würde die Prognose zu stationären Fallzahlen führen, die um etwa 1 Million Fälle höher ausfielen, so die DKI-Studie im Auftrag des BVMed.

Unabhängig von einer eher moderaten Veränderung der Gesamtfallzahlen sind diagnose- und altersbezogen erhebliche Veränderungen zu erwarten. So steigt nach der Studie beispielsweise die Zahl der Patienten bei der Diagnosegruppe „Krankheiten des Verdauungssystems“ deutlich an, während sie bei der Diagnosegruppe „Krankheiten des Kreislaufsystems“ zurückgehen wird. Altersbezogen ergibt sich die größte Veränderung bei den Patienten ab 80 Jahren mit einer Zunahme um 15 Prozent. Im Jahr 2010 werden 50 Prozent aller Patienten älter als 60 Jahre sein. „Dieser Trend wird sich auch nach 2010 fortsetzen, d. h. die Krankenhäuser müssen sich auf die mit der Alterung der Patienten verbundenen zusätzlichen Herausforderungen einstellen.“

Das Fazit der DKI-Studie zur Finanzierung von Innovationen der MedTech-Branche fällt eindeutig und kritisch aus: „Die Grundlohnorientierung der Vergütung der stationären Krankenhausleistungen behindert die Umsetzung innovativer Behandlungsmöglichkeiten. Die erwarteten Kostenzuwächse beim medizinischen Bedarf der Krankenhäuser sind nicht durch Einsparungen in anderen Bereichen zu kompensieren. Von daher sind zur Finanzierung des medizinischen Fortschritts zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich.“

BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt stellte klar, dass die schnellere Einführung von Innovationen der Medizintechnologie auch ökonomische Vorteile habe. Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden führten zu einer Reduzierung von Fehlzeiten, verkürzten die Genesungszeiten der Patienten und ermöglichten es ihnen daher, schneller wieder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Dies stelle auch einen Gewinn für die Volkswirtschaft insgesamt dar.

Schmitt forderte, Nutzen-Wirksamkeitseffekte beispielsweise von innovativen Medizintechnologien deutlicher in den Vordergrund zu stellen. „Neue Produkte und Verfahren der Medizintechnologie werden aus unserer Sicht meist zu kurzfristig betrachtet. Der Einsatz von innovativer Medizintechnologie wird bei uns oft dadurch erschwert, dass die meist höheren Initialkosten isoliert betrachtet werden, nicht jedoch die Nutzen- und Kosteneffekte über den Gesamtverlauf einer Behandlung oder Krankheit. Wir werben deshalb für eine Gesamtbetrachtung von Behandlungsprozessen”, so der BVMed-Geschäftsführer.

Hinweis: Die DKI-Studie ist nach der BVMed-Konferenz im Internet verfügbar unter der Adresse www.bvmed.de (Publikationen – Studien).


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