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Oeffentlichkeitsarbeit
BVMed legt Informationspapier zu Nanotechnologien in der Medizintechnik vor
28.04.2011 - 38/11
Der Begriff „Nano“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Zwerg“. In der Sprache der Wissenschaft bedeutet „Nano“ ein Milliardstel. Nanotechnologien beschreiben Strukturen, die 80.000 Mal kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Durch diese Technologien werden grundlegende Zusammenhänge auf der Ebene der Moleküle und Atome erforscht und neue Materialien mit vielversprechenden Eigenschaften entwickelt. Nanotechnologien werden aus Sicht der Bundesregierung als „Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts“ betrachtet.
Nanopartikel sind nicht nur in Zahnpasta, Fliesen, Jacken oder Brillengläsern enthalten. Sie spielen auch in der Medizintechnologie eine immer größere Rolle. So entwickelte ein Berliner Mitgliedsunternehmen des BVMed, eine Ausgründung der Charité, in den letzten Jahren ein neuartiges Verfahren zur lokalen Behandlung von Tumoren basierend auf Nanopartikeln. Die Grundlage des Therapieverfahrens bilden eisenoxidhaltige Nanopartikel, die zu Therapiebeginn direkt in den Tumor eingebracht werden. Der Patient wird anschließend in einen Magnetfeldapplikator gelegt, der ein für den Menschen ungefährliches Magnetwechselfeld erzeugt. Die Nanopartikel werden durch dieses hochfrequente Magnetfeld in Schwingung versetzt, wodurch Wärme direkt im Tumorgewebe entsteht. Dadurch werden die Tumorzellen in Abhängigkeit von der erreichten Temperatur und der Behandlungsdauer entweder direkt zerstört oder für eine begleitende Radio- oder Chemotherapie sensibilisiert.
Weitere Anwendungsbeispiele: Spezielle Nanobeschichtungen auf Gelenkimplantaten verbessern das Einwachsverhalten der Implantate. Für Netzimplantate für die Hernienchirurgie, Inkontinenzversorgung, Beckenbodenrekonstruktion sowie Brustrekonstruktion wurden spezielle Oberflächen auf der Basis eines nanotechnologischen Verfahrens entwickelt. Ein neuartiges Knochenersatzmaterial enthält Nanopartikel, die in ihrer chemischen Zusammensetzung und kristallinen Struktur dem natürlichen Knochen ähneln. Und bei einer Gefäßprothese bewirkt die Beschichtung mit Nanopartikeln einen Korrosionsschutz und eine Verbesserung des Einwachsverhaltens.
Eine Analyse der kommerziellen Nanomedizin-Aktivitäten aus dem Jahr 2008 zeigt, dass mehr als 50 Prozent der Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, Nanotechnologien nutzen, um Wirkstofftransportsysteme zu entwickeln. Die Anzahl der Unternehmen, die Nanotechnologie-basierte Implantate (19 Prozent) und Produkte für die In-vitro-Diagnostik (17 Prozent) entwickeln, ist deutlich niedriger.
Mehr Informationen zu Nanotechnologien in der Medizintechnik gibt es im Internet unter: www.bvmed.de/themen/nanotechnologie.
Medienkontakt:
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Tel: 030 246 255-20
E-Mail: beeres@bvmed.de
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Nanotechnologie: schonende Tumortherapie
Im Kampf gegen Krebserkrankungen stehen der Medizin eine ganze Reihe wirksamer Möglichkeiten zur Verfügung. Aber ob operative Entfernung des Tumors, Chemotherapie oder Bestrahlung, alle diese Verfahren haben starke Nebenwirkungen. Neue Hoffnung geben medizinische Verfahren, die mit Nanotechnologien arbeiten. Beispielsweise die Wärmetherapie mit magnetischen Nanopartikeln, kurz Nanotherapie. Noch ist diese weltweit einzigartige Krebsbehandlung nicht offiziell zugelassen. Doch wie verschiedene Studien zuunterschiedlichen Tumorarten an der Berliner Charité gezeigt haben, wird sie ganz hervorragend vertragen. In einer derzeit laufenden Studie geht es um die Nanotherapie bei Prostatakrebs.
> Nanotechnologie: schonende Tumortherapie
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