Medizintechnologie e.V.
Reinhardtstr. 29 b
D - 10117 Berlin
Tel. (030) 246 255 - 0
Fax. (030) 246 255 - 99
info@bvmed.de
Hilfsmittel
Dekubitus Forum kritisiert Ausschreibung der AOK Hessen: „Versorgungsqualität der Patienten in Gefahr“
05.10.2011 - 71/11
Die Auswahl des richtigen Antidekubitus-Hilfsmittels ist entscheidend für eine patientenorientierte und zuverlässige Versorgung der Patienten. Das belegte eine BVMed-Umfrage zur Qualität der Versorgung mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus. Gerade bei der Versorgung mit Sitzkissen sei die individuelle Anpassung an den Rollstuhl und den Patienten unabdingbar für eine patientengerechte Versorgung.
Das Dekubitus Forum weist darauf hin, dass aus diesem Grund der Spitzenverband der Krankenkassen bei der Überarbeitung der Produktgruppe (PG) 11 des Hilfsmittelverzeichnisses (HMV) Erhebungsbögen für Liege- und Sitzhilfen für Erwachsene und Kinder entwickelt hat. Neben der Anamnese würden hier die Eckdaten zur Historie und funktionellen Einschränkungen des Patienten erhoben, um eine möglichst optimale Versorgung zu ermöglichen. „Damit steht die Ausschreibung und die damit einhergehende Pauschalisierung der Dekubitussysteme im klaren Widerspruch zu allen Expertenempfehlungen und arbeitet gegen die Sicherstellung einer adäquaten Dekubitusversorgung“, so Daniela Piossek, Dekubitus-Expertin des BVMed.
Das Forum verweist weiter darauf, dass sich der GKV- Spitzenverband, der Medizinische Dienst der Krankenkassen, die Fachgesellschaften und die Unternehmen auf einheitliche und vergleichbare Qualitätskriterien geeinigt hätten, die eine individuelle Versorgung der Patienten ermöglichen. Diese Standards seien mit der Neustrukturierung der PG 11 festgeschrieben worden, würden nun aber durch die Ausschreibung im Dekubitusbereich konterkariert.
Das Fazit des Dekubitus Forums: „Um eine angemessene Versorgungsqualität zu garantieren, dürfen verschiedene Dekubitussysteme wie Sitz- und Liegehilfen bei Ausschreibungen nicht pauschalisiert werden. Außerdem darf die Qualität der einzusetzenden Hilfsmittel nicht ausgeklammert werden. Das ist auch für die Krankenkassen von Vorteil, denn Fehlversorgungen verursachen nicht nur zusätzliche Schmerzen beim Patienten, sondern auch Folgekosten.“
Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/themen/Dekubitus.
Medienkontakt:
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Tel: 030 246 255-20
E-Mail: beeres(at)bvmed.de
Diese Inhalte könnten für Sie ebenfalls interessant sein:
Neu: MedTech-Bilderwelten
Informationsfilm
Moderne Wundversorgung
In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an chronischen Wunden, zum Beispiel an offenen Beinen. Um diese Wunden zum Heilen zu bringen, reicht es nicht aus, wenn nur die jeweilige Grunderkrankung behandelt wird. Ohne die richtige äußerliche Versorgung bleibt das Problem über Jahre bestehen. Und das tut es leider bei den meisten Patienten. Moderne, feuchte Wundversorgungsprodukte sind auf dem Markt, aber die wenigsten Ärzte wenden sie an. Aus Unkenntnis oder aus Kostengründen.
> Moderne Wundversorgung
Aktuelle Themen
- Dekubitus
- Erhebungsbogen
- Erstattung
- Hilfsmittel
- Homecare
- Inkontinenz
- Kodex
- Medizinprodukte
- Medizinprodukteberater
- Medizinprodukterecht
- Nadelstichverletzungen
- Tracheostoma
- UDI
- Versorgungsstrukturgesetz
- Wundversorgung




