Hilfsmittel

Dekubitus-Umfrage zeigt Hilfsmittel-Unterversorgung

Patienten, die ein erhöhtes Risiko für ein Druckgeschwür (Dekubitus) haben, werden in Deutschland nicht ausreichend versorgt. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage des Dekubitus Forums des BVMed an dem sich rund 750 ambulant und stationär tätige Pflegekräfte beteiligt haben.

Nach den Umfrageergebnissen besteht bei rund einem Drittel der vom Pflegedienst betreuten Menschen ein erhöhtes Dekubitusrisiko. Antidekubitussysteme kommen aber nur bei knapp 40 Prozent dieser Risikopatienten zum Einsatz, obwohl gefährdete Patienten nach dem Sozialgesetzbuch und dem Hilfsmittelverzeichnis Anspruch auf ein Antidekubitus-Hilfsmittel haben.
Eine zweite Umfrage, an der sich knapp 200 Patienten und Angehörige beteiligten, zeigte außerdem, dass Betroffene generell zufriedener mit der Auswahl ihres Hilfsmittels sind, wenn sie an der Auswahl des Produktes aktiv beteiligt waren. 70 Prozent der befragten Patienten, die Antidekubitus-Hilfsmittel nutzen, haben sich den Versorger selbst ausgesucht. 55 Prozent der Patienten wählten das Hilfsmittel selbst aus, 22 Prozent trafen die Auswahl gemeinsam mit dem Versorger. Die Zufriedenheit mit dem ausgewählten Produkt ist mit einem Wert von 84 Prozent dabei sehr hoch.
Ziel des Dekubitus Forums ist es, an den Rahmenbedingungen der Versorgung mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus mitzuwirken, die Kenntnisse der Ärzte, Patienten und der Öffentlichkeit insgesamt zu verbessern, ein Qualitätsbewusstsein und entsprechende Qualitätsstandards zu etablieren. Die Positionen des Forums sind unter www.dekubitus-forum.de (Dekubitus Forum) abrufbar.


  • Share on Facebook
  • Share on Twitter