Gesundheitspolitik

BVMed begrüßt neue BMWi-Studie zu Innovationsimpulsen der Gesundheitswirtschaft: „Medizintechnischer Fortschritt schafft Arbeitsplätze und führt zu Einsparungen“

09.03.2011 - 17/11

Berlin. Durch Innovationen der Gesundheitswirtschaft und medizintechnischen Fortschritt wurden in den letzten Jahren volkswirtschaftliche Einsparungen in Höhe von 22 Milliarden Euro erzielt. Das ist ein Ergebnis der Studie "Innovationsimpulse der Gesundheitswirtschaft", die das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) heute in Berlin vorstellte. Die gesamtwirtschaftliche Betrachtung zeige, dass die kumulierten Mehrausgaben bei den direkten Krankheitskosten im Zeitraum 2003 bis 2008 gegenüber dem Niveau von 2002 rund 101 Milliarden Euro betragen. Diesen steht im gleichen Zeitraum ein vermiedener Verlust an Bruttowertschöpfung in Höhe von 123 Milliarden Euro gegenüber (infolge gegenüber 2002 verringerten verlorenen Erwerbstätigkeitsjahren). Gesamtwirtschaftlich ergebe sich dadurch ein positiver Saldo, so die BMWi-Studie. Denn der medizinische Fortschritt bewirke einen Rückgang der verlorenen Erwerbstätigkeitsjahre und habe damit positive Wirkungen auf die indirekten Kosten beispielsweise durch Produktionsausfall.


Das Fazit des Wirtschaftsministeriums: „Wir dürfen Gesundheitsausgaben nicht nur als Kostenfaktor betrachten sondern brauchen eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung“, so Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt begrüßte es, dass sich die Bundesregierung stärker mit den volkswirtschaftlichen Aspekten des medizintechnischen Fortschritts befasst und dazu weiterhin Studien in Auftrag gibt, um Innovationshemmnisse aufzuzeigen und zu beseitigen. Die Studie greift beispielsweise den Vorschlag auf, einen Innovationsfonds im GKV-System einzurichten, und fordert Verbesserung beim NUB-Verfahren zur Einführung von Innovationen in den Krankenhausbereich.

Die Studie verdeutliche und belege nach Ansicht des BVMed, dass Innovationen der Gesundheitswirtschaft entscheidend zu volkswirtschaftlichem Wachstum und zum Anstieg der Beschäftigung beitragen. Die Medizintechnik sei eine Wachstumsbranche mit Zuwachsraten von jährlich fünf Prozent und einer Exportquote von 62,5 Prozent, so Mitautorin Dr. Grit Braeseke vom IEGUS-Institut bei der Vorstellung der wesentlichen Studienergebnise. Die Medizintechnik im engeren Sinne habe rund 137.000 Beschäftigte. Jeder Arbeitsplatz sichere zusätzlich 0,75 Arbeitsplätze in anderen Bereichen.

Der BVMed bewertet es positiv, dass die übergreifende und koordinierte Zusammenarbeit der Ministerien im Themenfeld der Medizintechnologie weiter vorangetrieben wird. Die Staatssekretäre der Bundesministerien für Gesundheit (BMG), Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie Bildung und Forschung (BMBF) haben im Herbst 2010 einen gemeinsamen Strategieprozess Medizintechnik ins Leben gerufen.

Ein wichtiger Termin ist hierbei die „Zukunftskonferenz Medizintechnik 2011“ am 20. und 21. Juni 2011, die vom Forschungs-, Wirtschafts- und Gesundheitsministerium gemeinsam mit den Bundesländern und den Branchenverbänden wie dem BVMed veranstaltet wird. In zahlreichen Workshops soll gemeinsam mit den Entscheidungsträgern die Situation der Branche, die Chancen und Risiken für die Zukunft und der sich daraus ergebende konkrete politische Handlungsbedarf herausgearbeitet werden. (Programm unter www.zukunftskonferenz-medizintechnik.de).


Medienkontakt:
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Tel: 030 246 255-20
E-Mail: beeres@bvmed.de 


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