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Gesundheitspolitik
Umsatzentwicklung der Medizintechnologie im 1. Halbjahr deutlich verschlechtert / BVMed fordert mehr Wettbewerb und Wahlfreiheit
20.08.2004 - 50/04
Die Unternehmen der Medizintechnologie leiden vor allem unter der Gesundheitsreform, die insbesondere im Hilfsmittelbereich zu einem Einbruch geführt hat. Die neuen Regelungen haben zu einer Verunsicherung der Ärzte und Patienten geführt. „Hinzu kommen die erschwerten Rahmenbedingungen für die Industrie- und Handelsunternehmen durch den anhaltenden Preisdruck und bürokratische Hemmnisse“, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.
Besonders kritisch verläuft die Umsatzentwicklung im Bereich der Stoma- und Inkontinenzversorgung. Hier gingen die Zahlen im ersten Halbjahr 2004 um 1,5 Prozent zurück. Das zweite Quartal schloss sogar mit einem Minus von 2,5 Prozent ab, so dass der Rückgang nicht mehr mit Vorzieheffekten der Gesundheitsreform aus dem vierten Quartal 2003 erklärt werden kann. Angesichts der demographischen Entwicklung mit steigenden Patientenfallzahlen bei Inkontinenz und Stoma lässt die Entwicklung befürchten, dass die medizinische Versorgung der Patienten durch die neuen Zuzahlungsregelungen erheblich leidet. Hinzu komme die große Verunsicherung durch die Festlegung von Festbeträgen im untersten Preisbereich. Auch der Teilbereich „Einweg-OP-Materialien“ entwickelte sich mit einem Rückgang von 4,5 Prozent negativ.
„Wir müssen feststellen, dass die Lücke zwischen dem medizinisch Möglichen und Erforderlichen und dem durch das GKV-System Finanzierten zunehmend auseinander klafft. Es besteht insbesondere im Hilfsmittelbereich die Gefahr, dass die Versorgungsqualität leidet und die Patienten aufgrund der niedrigen Festbeträge zusätzlich zu den Zuzahlungen auch noch Aufzahlungen leisten müssen“, so der BVMed. „Wir brauchen eine Neuorientierung des Systems an die Bedürfnisse der Patienten. Der BVMed setzt sich ein für eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen Elementen, mehr Wahlfreiheiten und Eigenverantwortung der Versicherten sowie einem innovationsfreundlicheren Klima für die Unternehmen, um die Chancen des Wachstumsmarktes Gesundheit besser zu nutzen, anstatt durch ein Festhalten an der starren Budgetierungspolitik zu bremsen.“
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