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Gesundheitspolitik
Neues Medienservice-Papier: BVMed weist auf die Bedeutung des künstlichen Gelenkersatzes für die Gesundheitsversorgung hin
24.03.2009 - 19/09
Mehr als die Hälfte aller Deutschen über 50 Jahre ist zumindest an einem Gelenk von Arthrose betroffen. Was mit leichten Beschwerden beim Gehen beginnt, mündet oft in starken Schmerzen selbst im Ruhezustand und einer erheblichen Einschränkung der Mobilität. Die Betroffenen werden zudem immer jünger. Zu den Risikofaktoren für den Gelenkverschleiß zählen Übergewicht, Fehl- oder Überbelastung der Gelenke, Stoffwechselerkrankungen oder Gelenkverletzungen.
Meist fühlen sich Menschen, die sich für ein künstliches Gelenk entscheiden, nach der Operation wie befreit: Endlich keine Schmerzen mehr. Ihr neues Hüft- oder Kniegelenk lindert dabei in der Regel nicht nur ihre Beschwerden. Es trägt auch dazu bei, ihnen ihre Beweglichkeit wiederzugeben oder sie zu erhalten – eine wichtige Voraussetzung für ein aktives und zufriedenes Leben.
Die Implantation von künstlichen Gelenken, den so genannten Endoprothesen, zählt heute zu den Routineoperationen. Jährlich erhalten über 400.000 Deutsche ein künstliches Gelenk. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland rund 220.000 künstliche Hüftgelenke sowie 170.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Hinzu kommen Schulter-, Ellenbogen- und Fingergelenke sowie Sprung- und Zehengelenke. Die steigende Lebenserwartung in Europa und die damit einhergehende zunehmende Häufigkeit degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates sorgen für wachsenden Bedarf an Hüft- und Kniegelenkersatz.
Welche Operationstechnik und welche Prothese für einen Patienten am besten geeignet sind, hängt von vielen Faktoren ab: beispielsweise dem genauen Krankheitsbild oder der Knochenqualität des Patienten. Die Auswahl der richtigen Implantate und Materialien ist also immer eine individuelle Entscheidung. So werden auf dem deutschen Markt allein 200 verschiedene Hüftschaftimplantate angeboten. Genau wie bei Gegenständen des täglichen Gebrauchs spielt auch bei Prothesen neben dem persönlichen Verhalten die Qualität eine wichtige Rolle. Implantate aus körperverträglichen und hochabriebfesten Materialien tragen zu einer langen Lebensdauer des künstlichen Gelenks bei.
Als Alternative zu herkömmlichen Hüftprothesen sind der Oberflächenersatz oder die Kurzschaftprothesen zu nennen, die wertvolle Knochensubstanz sparen können. Diese Prothesen sind nicht für alle Patienten gleich gut geeignet, von ihnen profitieren vornehmlich jüngere Patienten mit gesunder Knochensubstanz (unter 60 Jahren). Grundsätzlich hat jeder Patient das Anrecht auf eine qualitativ hochwertige Prothese, die ihm ein Maximum an Beweglichkeit gibt und ihn möglichst lange vergessen lässt, dass es nicht sein eigenes Gelenk ist, das er in sich trägt.
Medizintechnischer Fortschritt in der Endoprothetik
Die Forschungsanstrengungen der Implantatehersteller zur Weiterentwicklung und Verbesserung des künstlichen Gelenkersatzes sind enorm. Alle großen Implantatehersteller unterhalten eigene Grundlagenlabors, die sich mit Tribologie, Biomechanik oder Anwachsverhalten auseinandersetzen. Hieraus ergeben sich unterschiedlichste Ansätze, um neue und noch bessere Implantate zu entwickeln. Ziel ist es, die Haltbarkeit bzw. die Standzeit der Implantate zu verlängern.
Weitere Anstrengungen werden in Richtung neuer Operationsverfahren unternommen. Sie sollen dem Arzt ermöglichen, seine Patienten schonender zu operieren. Beispielsweise erfordern einige dieser Techniken keine oder nur minimale Einschnitte in Muskeln, um zum Gelenk zu gelangen und eine Hüft- oder Knieprothese zu implantieren (minimal invasive Chirurgie). Hieraus entstehen auch neue Anforderungen an den Operateur und an das Implantat. Ein weiterer Schritt ist der Einsatz von computerunterstützten Navigationssystemen.
Das ausführliche Informationspapier zur Endoprothetik kann bei der BVMed-Pressestelle (presse@bvmed.de) angefordert werden.
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