Gesundheitspolitik

BVMed-Mitgliederversammlung in Berlin: Beske-Institut will Vorschlag zur Weiterentwicklung des GKV-Leistungskatalogs vorlegen

17.03.2005 - 20/05

Berlin. Einen diskussionsreifen Entwurf zur Weiterentwicklung des GKV-Leistungskatalogs mit einer klaren Prioritätensetzung will Prof. Dr. Fritz Beske, Leiter des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel, bis zum kommenden Winter vorlegen. Das kündigte der Gesundheitsexperte als Gastredner auf der BVMed-Mitgliederversammlung in Berlin an. Hintergrund sei, dass sich die sozialen Sicherungssysteme übernommen hätten. Dies müsse von der Politik ehrlich an die Bevölkerung kommuniziert werden, so Beskes Appell.



Als Prämisse für die Weiterentwicklung des Leistungskatalogs formulierte Beske vor rund 90 BVMed-Mitgliedsunternehmen drei Gesundheitsziele: 1. Krankheit darf niemals zu einem finanziellen Desaster führen; 2. Medizinischer Fortschritt für alle; 3. Alter darf kein Leistungsausschluss sein. Übergeordnete Ziele seien die Versorgungsqualität der Patienten sowie die Planungssicherheit für die Leistungserbringer.

Zukünftig müsse es mehr Eigenverantwortung der Patienten geben, die beispielsweise bei Innovationen der Medizintechnologie auch die Möglichkeit erhalten sollten, über die Standardversorgung hinaus privat zuzuzahlen, um mit dem neuen Verfahren versorgt zu werden.

Zur aktuellen politischen Diskussion bemerkte Beske, dass sowohl Bürgerversicherung als auch Prämienmodell Umlagensysteme seien, die keine Lösung für die Zukunftsprobleme der Finanzierung des Systems bieten. Auch sei es fast unmöglich, die Modelle in ein praktikables Gesetz zu formen. Beske sprach sich deshalb für eine „evolutionäre Weiterentwicklung“ des GKV-Systems anstelle eines Systemwechsels aus.

Zweiter Gastredner der BVMed-Mitgliederversammlung war Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, der eine stärkere Verzahnung von Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik forderte. Der Weg aus der Krise des deutschen Wirtschafts- und Sozialsystems führe vor allem über die Stärkung des Mittelstandes, der eine große Bedeutung bei der Schaffung von Arbeitsplätzen sowie bei Investitionen und Innovationen habe.

Digitale Bilder zur Mitgliederversammlung


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