Gesundheitspolitik

BVMed begrüßt Initiativen der Bundesregierung zu neuen Finanzierungswegen im Gesundheitswesen

03.05.2000 - 24/00

Wiesbaden. Der Bundesfachverband Medizinprodukteindustrie (BVMed) hat die Initiativen von Bundeskanzler Schröder und Bundesgesundheitsministerin Fischer zu neuen Finanzierungswegen im Gesundheitswesen als "mutig und dringend notwendig" begrüßt. Es sei an der Zeit, offen und ehrlich über Möglichkeiten zu diskutieren, die Finanzierungsbasis des deutschen Gesundheitswesens zu verbreitern, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.


Bundeskanzler und SPD-Vorsitzender Gerhard Schröder hatte vorgeschlagen, das Gesundheitssystem dadurch zu entlasten, indem die Versicherten mehr Eigenverantwortung übernehmen. "Im Gesundheitswesen steht die Gesellschaft vor der Frage, welche Medizin sie zu welchen Kosten vorhalten kann, und wie der Beitrag der Versicherten zur Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit und zur Pflege anderer aussehen kann", schreibt Schröder nach Angaben der Ärzte-Zeitung in einem Beitrag über die "zivile Bürgergesellschaft" in der Zeitschrift "Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte". Für den SPD-Vorsitzenden ist "ein Gesundheitswesen ohne finanzielle, geistige und in diesem Fall buchstäblich körperliche Selbstbeteiligung der Versicherten nicht mehr vorstellbar". 

Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer hatte vor kurzem Vorschläge unterbreitet, um zusätzliche Finanzierungsquellen für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu eröffnen. Sie hatte u. a. angeregt, Aktiengewinne oder Mieteinnahmen und Lebensversicherungen unter die Beitragspflicht zu fassen. 

Der BVMed zeigte sich erfreut darüber, dass mit den Vorschlägen eine "Denkblockade" darüber aufgebrochen werde, wie das Gesundheitssystem zukunftssicher gemacht werden könne. Denn klar sei, dass durch die demographische Entwicklung, den medizinischen Fortschritt und den erweiterten Gesundheitsbegriff in Richtung mehr Lebensqualität die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen weiter steigen werde. Deshalb seien alle am Gesundheitswesen Beteiligten aufgerufen, Lösungen für eine breitere Finanzierungsbasis zu finden. 

"Ziel einer Reform der Finanzierung des Gesundheitswesens muss es unter anderem auch sein, dass Innovationen in den Medizintechnologien allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerungen zugute kommen. Gesundheit - unser höchstes Gut - wird künftig in seiner Wertigkeit weiter zunehmen. Der medizinische Fortschritt wird zu einer weiteren Steigerung der Lebenserwartung und Erhöhung der Lebensqualität beitragen. Wenn wir uns dies alles leisten wollen, müssen wir bereit sein, über optionale Finanzierungsmodelle in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht nur nachzudenken, sondern sie auch einzuführen", so der BVMed-Geschäftsführer.


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