Gesundheitspolitik

BVMed begrüßt AOK-Aussage: "Innovationen in der Medizintechnik dürfen nicht einseitig als Kostentreiber angesehen werden"

28.06.2000 - 37/00

Wiesbaden. Der BVMed hat die Aussage von Peter Kirch, Vorsitzender des AOK-Verwaltungsrates, begrüßt, dass "technische Innovationen" nicht nur als Kostenfaktor betrachtet werden dürften, sondern "im Gegenteil zu Kostenverringerungen führen" könnten (MTD-Instant vom 27.6.2000). Kirch widersprach damit auf dem AOK-Presseseminar in Berlin der Argumentation, neben der demographischen Entwicklung werde der medizintechnische Fortschritt zum Kostentreiber im Gesundheitswesen.


BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt: "Wir freuen uns über diese klare Aussage und hoffen, dass dieser Umdenkungsprozess auch bei den anderen Kassen Früchte tragen wird. Denn Innovationen in der Medizintechnologie sind für den Patienten unverzichtbar. Sie tragen in vielen Fällen bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebensqualität auch zu einer wirtschaftlicheren Versorgung beispielsweise durch verkürzte Liegezeiten bei."

Die AOK-Aussage müsse in der Konsequenz bedeuten, dass die Kassen durch die Erstattung innovativer Produkte und durch die Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts bei den Bewertungsverfahren in den Bundesausschüssen dafür sorgen müssten, dass Innovationen in der Medizintechnologie allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerungen zugute kommen, so der BVMed.

Als Beispiel dafür, dass medizinischer Fortschritt nicht automatisch kostentreibend wirke, nannte der AOK-Verwaltungsratsvorsitzende das oft genannte BVMed-Beispiel der minimalinvasiven Chirurgie. "Obwohl sie bei der Vergütung höher bewertet würden, seien die schonenden Eingriffe wegen der kürzeren Verweildauer der Patienten im Krankenhaus und kürzerer Arbeitsunfähigkeitszeiten wirtschaftlicher als die herkömmlichen Methoden", so Kirch laut AOK-Pressetext. 

Der BVMed hatte vor wenigen Wochen gemeinsam mit anderen internationalen Verbänden eine detaillierte Studie zur "Bedeutung von Medizinprodukten im deutschen Gesundheitswesen" veröffentlicht. Die Studie enthält neben Analysen und Reformvorschlägen auch zahlreiche Fallbeispiele von innovativen Medizinprodukten, die belegen, dass innovative medizintechnische Produkte und Verfahren neben dem Patientennutzen oft auch einen wirtschaftlichen Vorteil bieten. Innovative Medizinprodukte können damit auch einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und somit zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Krankenversicherung leisten.


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