Integrierte Versorgung

Disease Management Programme (DMP) BVMed schlägt Ulla Schmidt "sektorenübergreifende Behandlungspfade" vor

26.04.2002 - 34/02

Berlin. In einem Schreiben an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) die Festlegung von sektorenübergreifenden Behandlungspfaden und die Definition allgemeinverbindlicher Qualitätsstandards für alle Leistungsbereiche im Rahmen der "Disease Management Programme" (DMP) vorgeschlagen. Die Programme dürften nicht die derzeitige Aufteilung in starre Versorgungssektoren zementieren, sondern müssten eine ganzheitliche Sichtweise stärken, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.


Bei der Festlegung der Anforderungen an die DMPs liegt der Schwerpunkt bislang auf der ambulanten ärztlichen Versorgung, während andere Versorgungsbereiche, beispielsweise die Betreuung und therapeutische Versorgung von Patienten zu Hause (Homecare), unberücksichtigt bleiben. Um den Anforderungen eines echten Disease Managements gerecht zu werden, hält es der BVMed für notwendig, folgende Aspekte zu berücksichtigen:

 Festlegung von sektorenübergreifenden Behandlungspfaden (inklusive nichtärztlicher Leistungen);
 Definition allgemeinverbindlicher Qualitätsstandards für alle Leistungsbereiche als
Voraussetzung für die Beteiligung an einem DMP;
 Sicherung eines optimalen Schnittstellenmanagements zwischen Krankenhaus, niedergelassener Arzt, sonstiger Leistungserbringer, etc.;
 schneller Zugang der Patienten zu innovativen Medizintechnologien/-produkten;
 partnerschaftliche Einbeziehung der Industrie- und Handelsunternehmen in die Entscheidungsprozesse.

In einem weiteren Schritt schlägt der BVMed vor, gemeinsam mit dem Bundesversicherungsamt klare Kontrollkriterien zur Zertifizierung der einzelnen Disease Management Programme zu erarbeiten.

Der BVMed zeigt sich in dem Schreiben an die Ministerin enttäuscht über den Koordinierungsausschuss, der die umfangreichen Vorschläge des Medizintechnologieverbandes kaum berücksichtigt habe. Da das Ministerium vermutlich per Rechtsverordnung die Anforderungen an Disease Management Programme formulieren wird, übergab der BVMed seine Stellungnahme nun auch an das Bundesgesundheitsministerium.


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