Gemeinsamer Bundesausschuss

BVMed begrüßt den von Ärztekammer-Präsident Hoppe und Barmer-Vorsitzendem Fiedler vorgeschlagenen "Runden Tisch" zur Gesundheitsreform als notwendigen Schritt

08.12.2000 - Nr. 70/2000

Wiesbaden. Als "dringend notwendigen Schritt" hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) den vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, und vom Vorstandsvorsitzenden der Barmer Ersatzkasse, Dr. Eckart Fiedler, vorgeschlagenen "Runden Tisch" aller Beteiligten im Gesundheitswesen begrüßt. Der BVMed biete hierzu seine Mitarbeit an, da auch die Industrie an einem neuen Reformprozess auf breiter Basis beteiligt werden müsse.


Der BVMed unterstützt die Ansicht, dass es nur mit Konsensgesprächen aller Beteiligten möglich ist, Lösungen für die notwendige Weiterentwicklung des Gesundheitssystems in Deutschland zu entwickeln. Dabei muss auch die Frage behandelt werden, wie künftig sichergestellt werden kann, dass Innovationen in der Medizintechnologie allen Patienten, die sie benötigen, ohne Verzögerung zur Verfügung gestellt werden können. Klar sei, dass bei einer Fortführung der derzeitigen Budgetdeckelung der medizintechnische Fortschritt in Deutschland gefährdet sei.

BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt: "Die bisherige einnahmenorientierte Ausgabenpolitik ist nicht geeignet, die medizinisch notwendige und ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Medizinprodukten und Medizintechnologien in Zukunft zu gewährleisten. Wir fordern daher neue strukturpolitische Rahmenbedingungen, bei denen der Patient im Mittelpunkt steht!  Wir müssen rasch eine strukturpolitische Diskussion mit allen Beteiligten, auch der Industrie, führen. Dabei muss überlegt werden, wie eine breitere Finanzierungsbasis der Gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen werden kann bzw. welche medizinischen Leistungen künftig noch solidarisch finanziert werden können."

Die Medizinprodukteindustrie hat in Deutschland nach BVMed-Schätzungen ein Marktvolumen von insgesamt rund 28 Mrd. DM und beschäftigt über 110.000 Menschen. Im Krankenhausbereich entfallen rund 13 Mrd. DM auf Medizinprodukte. Im niedergelassenen Bereich sind es rund 11 Mrd. DM. Hinzu kommen rund 4 Mrd. DM für medizinische Investitionsgüter. Der BVMed deckt mit über 170 Mitgliedsunternehmen fast den gesamten Verbrauchsgüterbereich der Medizinprodukte ab. Der BVMed vertritt den gesamten Verbandmittelbereich, Hilfsmittel wie Stoma- und Inkontinenzprodukte oder Bandagen, Kunststoffeinmalprodukte wie Spritzen, Katheter und Kanülen sowie den Implantatebereich von Intraokularlinsen und künstlichen Gelenken über Herzklappen und -schrittmacher bis hin zum künstlichen Herz.


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