E-Commerce

MedInform-Veranstaltung in Bonn: E-commerce wird auch den Gesundheitsmarkt revolutionieren

22.03.2000 - 14/00

Wiesbaden. Internet und E-commerce werden in den nächsten Jahren den Gesundheitsmarkt in Deutschland revolutionieren. Das betrifft nicht nur die Verfügbarkeit von Informationen rund um das Thema Gesundheit, sondern vor allem die Abwicklung von Geschäften über elektronische Wege. Erhebliche Einsparpotenziale liegen dabei für alle Beteiligten im Bereich des elektronischen Beschaffungswesens (E-procurement). Durch Integrierbarkeit einmal erfasster Daten in alle Prozesse und Systeme lassen sich die Logistikkosten - beispielsweise durch den neuen XML-Standard im Internet - erheblich absenken. Dies machte die MedInform-Veranstaltung "Ohne 'E' kein 'commerce'? Bedeutung von Internet und E-commerce für den Gesundheitsmarkt" am 21. März 2000 in Bonn deutlich.


Die Veranstaltung, an der über 160 Industrie-, Krankenhaus- und Kassenvertreter teilnahmen, informierte umfassend über das Thema E-commerce: von dem idealen Internet-Auftritt eines Unternehmens über Informationsportale und Handelsmarktplätze im Internet bis hin zu technischen Standards und Schnittstellen.

Unbestritten war bei allen neun Referenten, dass sich die E-commerce-Umsätze in den nächsten drei Jahren weit mehr als verzehnfachen werden. Unter E-commerce versteht man dabei jede Art geschäftlicher Transaktion, die auf elektronischem Wege stattfindet. Im engeren Sinn gehören dazu der elektronische Einkauf und Verkauf sowie der Betrieb von herstellerunabhängigen Handelsplattformen. Im weiteren Sinn gehört zu E-commerce aber auch die Präsentation von allgemeinen oder produktspezifischen Informationen im Internet, interaktive Online-Anwendungsberatung, die logistische Verzahnung sowie unabhängige Informationsportale, so der Leiter Kommunikation/Presse des BVMed, Manfred Beeres, in seinem Einführungsreferat.

Dr. Michael Müller von Roland Berger & Partner zeigte das enorme Potenzial von E-commerce auf. Dies betreffe insbesondere den Bereich "Business-to-Business", kurz B2B, also E-commerce zwischen Unternehmen. Über 80 Prozent des E-commerce-Umsatzes würden künftig auf diesen Bereich entfallen. Zahlen aus den USA verdeutlichen, dass der E-commerce-Umsatz von jetzt rund 100 Mrd. US-Dollar auf über 1.300 US-Dollar im Jahr 2003 steigen wird. 

Die verschiedenen Plattform-Modelle im Gesundheitsmarkt ordnete Dr. Müller in vier Bereiche ein:

 "Trader": Händler im Internet (z. B. Praxisline.de), bei denen sich die Ware im Besitz des Händlers befindet.
 "Broker": Vermittler von Geschäften zwischen Kunden und Lieferanten.
 "Market-operator": Elektronische Marktplätze im Internet (z. B. neoforma.com).
 "Community-builder": Gemeinschaft im Internet als Endziel einer jeden Plattform (z. B. WebMD in den USA).

Aus allen genannten Bereichen stellten sich auf der MedInform-Veranstaltung verschiedene Anbieter aus dem deutschen Markt vor. 
 Das Gesundheitsportal DeutschlandMed, eine Kooperationsgemeinschaft zur Förderung von Patienteninformationen, medizinischer Kommunikation und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, wurde von Geschäftsführer Dr. med. Volker Weidinger vorgestellt.
 Geschäftsführer Uwe Meyer-Vogelgesang informierte über Praxisline.de, ein innovatives Handelshaus für die Medizin, das seit November 1999 ca. 400 registrierte Kunden - vornehmlich Arztpraxen - vorweisen kann. Praxisline arbeitet mit einem Logistikpartner zusammen und will bei Online-Bestellungen innerhalb von 24 Stunden liefern.
 Das Krankenhausportal (www.krankenhausportal.de) will sich als Online-Marktplatz für die Krankenhäuser in Deutschland etablieren. Geschäftsführerin Dr. Stepa Husner beschrieb die Rolle als Broker, Marktplatz und Community.
 Das eCOM-Konzept 8 (www.ecom.ag) für sicheren Geschäftsdaten- und Informationsaustausch mittels einer codierten Karte wurde von Principal Fritz Engelhard dargestellt. eCOM will dabei nicht nur ein Medium für den sicheren Datenaustausch sein, sondern zugleich auch Marktplatz und Informationsplattform.
 Die POET AG (www.poet.de), vertreten durch Account Manager Jörg Weinheimer, stellte einen elektronischen Katalog vor, der es den Unternehmen gestattet, die Produktinformationen allen Marktplätzen trotz unterschiedlicher technischer Standards zur Verfügung zu stellen.

Alle Referenten betonten insbesondere die Bedeutung von strategischen Partnerschaften im Bereich Internet und E-commerce. Durch eine Optimierung der Geschäftsprozesse und effizientere Datenübertragungen könnten Hersteller, Händler und Abnehmer profitieren. Insofern könnte "www" auch für "win-win-win" stehen.
Ein weiteres Schwerpunktthema der MedInform-Veranstaltung war die optimale Unternehmenspräsentation im Internet. Konzernsprecher Oliver Heieck stellte den Internetauftritt der Fresenius AG vor (www.fresenius.de), der wegen seiner Funktionalität vom Manager Magazin prämiert wurde. Agenturchef Dr. Frank Antwerpes (www.antwerpes.de) stellte "sieben goldene Bauernregeln" für eine Unternehmens-Website auf. Dabei sei ein Strategieplan mit der Festlegung von mittel- und langfristigen Zielen sowie eine Zielgruppenfestlegung unabdingbar. Bei den Internetseiten müsste u. a. auf die Faktoren Zusatznutzen, Aktualität, Übersichtlichkeit und Orientierungshilfen Wert gelegt werden.

Die Informationsmappe zur E-commerce-Veranstaltung mit allen neun Präsentationen kann für 190 DM zzgl. 16 % MwSt. bei MedInform, E-Mail: bvmed@bvmed.de, bestellt werden.


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