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13. eHealth-Konferenz von MedInform: „Vereinbarte Standards für die elektronische Kommunikation müssen konsequenter genutzt werden“
23.02.2011 - 15/11
Als Beispiele für bereits vereinbarte Standards der elektronischen Kommunikation nannte eHealth-Experte Alfons Rathmer von 3M Medical das Klassifizierungssystem eCl@ss, das GS1-Informationsprofil für den Austausch von Produktstammdaten (GS1 XML) oder die EANCOM-Standards für den Datenaustausch (EDI). Eine wichtige Rolle bei der Etablierung dieser Standards in den Krankenhäusern und bei den Lieferanten spielt das “Forum eStandards”, eine gemeinsamen Plattform von Krankenhaus- und Industrievertretern unter Federführung des BVMed. In diesem Gremium würden die Kundenprobleme partnerschaftlich diskutiert und Lösungen beispielsweise durch abgestimmte Branchenpapiere erarbeitet. „Mit dem Forum eStandards aus Vertretern der Krankenhausorganisationen und MedTech-Unternehmen sind wir auf einem guten Weg.“ Über allem stehe dabei das Ziel, die Patientensicherheit zu verbessern. „e“ müsse als Wettbewerbsvorteil identifiziert und „e“-Verantwortliche etabliert werden. Rathmer: „Die Fortschritte sind da bei den Standards, jetzt kommt die Zeit der Umsetzung!“
Prof. Dr. Ursula Hübner von der Hochschule Osnabrück, Leiterin der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen, gab einen Überblick zum Stand der elektronischen Vernetzung im deutschen Gesundheitsmarkt. Sie sieht einen großen Handlungs- und Nachholbedarf bei der „vernetzten Versorgung“. Beispielsweise würden in Notfallsituationen den Notärzten keine Informationen darüber vorliegen, ob es sich bei dem Patienten um einen Diabetiker handelt oder bestimmte Arzneimittelallergien vorliegen. Die Ansätze zur integrierten Versorgung würden zwar zu einer stärkeren Vernetzung führen, „allerdings wird das in der Praxis zu wenig gelebt, da der bürokratische Aufwand sehr groß ist.“ Wie kann Abhilfe geschaffen werden? „Wir müssen anfangen, die sektoralen Budgets aufzubrechen und finanziell durchgängige Prozesse zu ermöglichen. Und die existierenden Standards müssen stärker implementiert werden“, so Hübner. Besser als in Deutschland sei die Situation beispielsweise in Dänemark oder Finnland. Der Austausch der Informationen geschieht dort über elektronische Nachrichten zwischen den IT-Systemen in einem gesicherten Gesundheitsnetz. Dort werden die Standards, auf die sich alle geeinigt haben, auch genutzt. Vernetzung meint dabei nicht nur die Vernetzung der eigenen Einrichtung, sondern der verschiedenen Versorgungsebenen: stationäre Einrichtungen, MVZs und niedergelassene Ärzte, Patienten und Angehörige, Apotheken oder Homecare-Unternehmen. Vernetzte IT-Anwendungen umfassen dabei persönliche Gesundheitsakten, elektronische Patientenakten, regionale Gesundheitsakten oder Wissensdatenbanken. Hübner: „Für ein solches Vernetzungsszenario brauchen wir Dokumentenstandards über die Sektorengrenzen hinweg, beispielsweise den standardisierten eArztbrief, den ePflegebericht oder den eWundbericht.“ Solche standardisierten eDokumente seien eine ideale Schnittstelle zu einer Wissensdatenbank, mit der man medizinische Versorgungsdaten auswerten könne.
Den aktuellen Stand des UDI-Projekts zur weltweit verpflichtenden maschinenlesbaren Kennzeichnung von Medizinprodukten erläuterte Dr. Matthias Neumann, Medizinprodukte-Referent im Bundesgesundheitsministerium. UDI steht für „Unique Device Identification System“. Neumann arbeitet in der Global Harmonization Task Force (GHTF) Working Group mit, die unter anderem die Basis für das UDI-System definiert. Derzeit existieren weltweit unterschiedliche Auto-ID-Kennzeichnungssysteme wie GS1 oder HIBC, die hauptsächlich zur Optimierung der Lieferkette genutzt werden. Die Idee von UDI ist es, die Auto ID-Technologien für Medizinprodukte verpflichtend zu machen und im Rahmen der Marktüberwachung von Medizinprodukten global einzusetzen. Dadurch soll die Sicherheit von Medizinprodukten erhöht, die Basis für eine globale Medizinprodukte-Marktüberwachung geschaffen und Prozessoptimierungen und Kostenreduzierungen erreicht werden. Die globale Lösung sei wichtig, da die Märkte auch globalisiert seien. UDI soll dabei kompatibel zu existierenden Lösungen für die Rückverfolgbarkeit und zu anderen eHealth-Technologien sein, beispielsweise dem GTIN-Code von GS1 oder dem HIBC-Code. Der UDI-Code soll aus einem statischen und einem dynamischen Teil bestehen. Der statische Code soll unter Nutzung einer UDI-Datenbank die Identifizierung des Produkttyps sowie der relevanten Merkmale ermöglichen. Der dynamische Code ermöglicht die Identifizierung des einzelnen Produktes, der Produktcharge oder des Verfalldatums. Welche Pflichten kommen auf die Unternehmen und Anwender zu? Um eine „vollständige“ Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und um sich gegen Medizinprodukte-Fälschungen zu schützen, denkt die europäische Kommission nach Auskunft Neumanns darüber nach, den Handel und auch die Anwender zu verpflichten, beim Wareneingang und -ausgang den UDI zu “scannen”. Die EU-Kommission wird das UDI-Konzept wahrscheinlich im Rahmen der Revision der Medizinprodukterichtlinien (MDD Recast) umsetzen, so Neumann. Ein erster Schritt soll noch in diesem Jahr eine Empfehlung der Kommission an die Mitgliedstaaten sein, UDI auf nationaler Ebene einzuführen. Die vollständige rechtliche und praktische Umsetzung im Rahmen des „MDD Recast“ sieht Neumann nicht vor dem Jahr 2017.
Dr. Rüdiger Warlich und Marcel Koecher vom Klinikum Offenbach präsentierten ein Projekt zur Optimierung der elektronischen Datenkommunikation über die Transaktionsplattform Medical Columbus (MC). In dem 1.500-Betten-Haus fallen im Jahr 100.000 Stationsaufträge und 23.000 Lieferantenbestellungen an. Seit 2005 wurden schrittweise Module zur elektronischen Kommunikation wie Stationsanforderungen und Bestellungen umgesetzt. In dem Projekt 2010 ging es um die Scanner-gestützte, fallbezogene Erfassung des Verbrauchs und den Ausbau der medienbruchfreien Prozesskette, um die Abläufe zu beschleunigen und Fehler zu minimieren. Zu dem Projekt gehören eine Scannerlösung im OP (MC Scan), das Scannen von Arzneimitteln (Muse PDA), der elektronische Import von Lieferscheinen sowie die Einführung von Versorgungsassistenten für den Bereich der Medizinprodukte und eine Schrankverwaltung im Materialwirtschaftssystem (AMOR 3). Die Bedarfsermittlung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stationsleitung. Die Verschlüsselung von Station, Artikel und Bestellmenge erfolgt über einen Barcode. Der Warencode und das Produkt werden dabei über den Eigendruck von Barcodeetiketten und Barcodelisten zusammengeführt. Das Klinikum wählte diese Eigenlösung als Zwischenschritt, da es noch erhebliche Probleme mit der Einheitlichkeit und Qualität der Barcodes gebe, so Warlich. Elektronische Lieferscheine sind bereits mit Lieferanten wie Covidien, pfm, Ethicon, Cordis, BD oder Fresenius Kabi umgesetzt. Elektronische Rechnungen sollen in einer künftigen Ausbaustufe realisiert werden. Das Fazit des Klinikums fällt eher kritisch aus. Zwar seien Prozesse vereinfacht und Fehler im Wareneingang minimiert worden. Die eBusiness-Lösungen im Gesundheitswesen seien aber „noch sehr entwicklungsfähig“, so Warlich. Auch bieten noch zu viele Lieferanten keine elektronischen Dokumente an. Für 2011 sei der weitere Ausbau der elektronischen Prozesse geplant. So werde man sich einem neuen Einkaufsverbund mit einem gemeinsamem Versorgungszentrum und einem zentralen System zur Verbrauchserfassung und Dokumentation anschließen. Außerdem soll eine elektronische Schnittstelle des Scansystems zum Krankenhausinformationssystem (KIS - iMedOne, Tieto Enator) eingerichtet werden. Der elektronische Lieferschein soll auf weitere Lieferanten ausgeweitet und elektronische Rechnungen empfangen und verwendet werden. Für eine durchgängige Anwendung der erforderlichen Kommunikationsstandards regte Dr. Warlich eine Selbstverpflichtung der Industriebeteiligten an. Die Krankenhäuser seien ihrerseits von einer konsequenten Umsetzung der Standards noch weit entfernt.
Ein Projekt zur Synchronisation von Informations- und Warenströmen unter Verwendung von GS1-Standards und der GHX-Plattform stellte Jens Feldkamp, SAP-Anwendungsbetreuer am Universitätsklinikum Münster (UKM), vor. Hintergrund des Projekts ist, dass das UKM 2009 eine Laborstraße zur weitgehend automatischen Durchführung von Laboruntersuchungen startete. Die angestrebte elektronische Lösung zur Materialverwaltung mit einem Hersteller sollte später auch mit anderen Lieferanten und für andere Materialien einsetzbar sein. Dazu wurden GS1-Standards (GTIN, GS1-konformer Barcode bzw. Data-Matrix) sowie eine standardisierte EDI-Kommunikation (EDIFACT/EANCOM-Nachrichtentypen) etabliert und in das bestehende SAP-System integriert. Der Artikel-Stammdatenabgleich und die Bestellübermittlung zum Lieferanten erfolgen über die GHX-Plattform. Der Lieferavis und der Wareneingang sind in das System integriert. Vorteile aus Sicht von Feldkamp: Das System ermöglicht eine eindeutige Identifikation der bestellten Ware über GTIN. Der Anlieferungs-Beleg wird in SAP automatisch angelegt. Auch die Chargenverfolgung wird automatisch unterstützt. Weitere Optimierungen sind durch eine Scanner-Unterstützung für den Wareneingang und -ausgang geplant.
Sascha Heylmann, eBusiness-Koordinator bei Becton Dickinson (BD), gab eine Übersicht zu Stand und Ausblick elektronischer Prozesse aus Sicht eines Medizinprodukte-Herstellers. BD ist an die Plattformen GHX und GSG direkt angebunden und an Medical Columbus über GHX-Roaming. Zudem verfügt BD über einen Webshop sowie innovative Projekte wie eFax für kleinere, Nicht-Krankenhaus-Kunden und Scanner-Lösungen. Die momentane eCommerce-Quote liegt im deutschsprachigen Raum bei rund 15 Prozent. Angestrebt wird eine Steigerung auf 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Was läuft gut? Positiv bewertet Heylmann, dass die Marktsituation Service-Innovationen bringe, dass die Preismodelle der Plattformen zumindest teilweise überdacht werden und die Prozessintegration voranschreitet. Verbesserungsbedarf besteht bei der systematischen Implementierung, bei Volumen und Integrationstiefe, bei Fallstudien und harten Zahlen zum „Return of Investment“ und bei der systematischen Standardisierung. Von den Plattformen erwartet Heylmann eine ganzheitliche Prozessbetrachtung und Projektmethodik und eine aktive Förderung vereinbarter Standards. „Die Provider sollten Anwälte etablierter Standards werden“, so seine Forderung. Die Preisstrukturen sollten volumenorientiert und transparent sein. Die Einkaufsgemeinschaften der Krankenhäuser sollten eProcurement aktiv bewerben und ihren Mitgliedshäusern Unterstützung bei der Implementierung vereinbarter Standards anbieten. Auch bei der Industrie sieht Heylmann Verbesserungsbedarf. Der Außendienst müsse „eBusiness-fit“ gemacht werden und den Kunden EDI-Prozesse noch stärker bereitgestellt werden.
Jörg Schumacher von der BASF, gleichzeitig Vorstandsmitglied eCl@ss und Projektleiter am Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe, stellte den aktuellen Stand elektronischer Beschaffungsprozesse mit dem Klassifizierungssystem eCl@ss vor. eCl@ss hat sich zu einem der meist verbreiteten Standards für die Klassifizierung und Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen entwickelt. Ein Fünftel der Mitglieder kommen aus der Medizintechnik. Seit Mitte Februar 2011 ist das neue eCl@ss-Release 7.0 verfügbar. Neu hinzu gekommen ist u.a. das Sachgebiet 42 „In-Vitro-Diagnostik“. Medizinprodukte sind im Sachgebiet 34 „Medizin, Medizintechnik“ abgebildet. eCl@ss steht in einer Vielzahl von Sprachen zur Verfügung. Geschäftsstellen in der EU, den USA, Asien und Australien unterstützen die Umsetzung. Der Standard biete den Anwendern eine systemneutrale und branchenübergreifende Sicherheit bei Produktbeschreibung und Produktklassifikation. Die Produkte werden anhand strukturierter Codes gruppiert. Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit, Produkteigenschaften über so genannte „Merkmale“ ISO-konform zu hinterlegen. Das System biete insbesondere für Einkauf und Vertrieb Einsparpotenziale, beispielsweise durch den standardisierten Austausch von gemeinsamen elektronischen Daten mit den Lieferanten, die Implementierung von genormten Datenstrukturen in die IT-Landschaft oder die einheitliche Beschreibung von technischen Materialien und Leistungen. Eine einheitliche Produktklassifikation nach eCl@ss deckt nach Ansicht Schumachers den Informationsbedarf entlang der gesamten Beschaffungskette ab - für Materialwirtschaft, Einkauf, Logistik, Buchhaltung und Controlling. Der eCl@ss-Experte gab zahlreiche Anwenderbeispiel, darunter das Produktdatenmanagement von Fresenius Medical Care. Ein großes Trendthema in allen Branchen sei die Abwicklung von Dienstleistungen im Klassifikationssystem. Es gebe eine hohe Bereitschaft, in eBusiness-Lösungen zur Verbesserung der Beschaffung und Abwicklung von Dienstleistungen zu investieren, so Schumacher.
Moderne Systeme zur Ermittlung der Aufenthaltsortes von Produkten präsentierte Jürgen Hupp, Abteilungsleiter Kommunikationsnetze beim Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Nürnberg. Zur Automatisierung von Prozessen finden Auto-ID sowie reine Objektlokalisierungssysteme auch im Krankenhausmarkt zunehmend Verwendung. Gängige Technologien bei Auto-ID-Systemen sind: Barcode, Smart Label/RFID, mobile Datenerfassung, optische Zeichenerkennung (OCR) oder diverse Chipkarten-Ausprägungen. Die meisten Auto-ID-Technologien sind dabei angewiesen auf Lesegeräte oder –stationen. Aktive drahtlose Sensornetzwerke gehen nach Ansicht Hupps als Basis für „Smart Objects“ in den Einsatzmöglichkeiten noch einen Schritt weiter. Ein drahtloses Sensornetz ist ein System aus räumlich verteilten Sensorknoten, die selbstständig untereinander per Funk interagieren und Informationen austauschen. Mit „s-net“ bietet das Fraunhofer IIS eine Technologie für drahtlose Sensornetze, die selbstorganisierte und stromsparende Kommunikation ermöglicht. Als ein Beispiel für ein Smart Object System zur Optimierung klinischer Prozesse stellte Hupp das Projekt „OPAL Health“ am Universitätsklinikum Erlangen vor. Aktive Smart Objects basierend auf drahtlosen Sensornetzen bieten den Vorteil eines lückenlosen Informationsaustauschs, einer kontinuierlichen Ortung und dezentralen Datenverarbeitung. Das Erlanger Projekt umfasst ein verbessertes Management von Blutprodukten sowie von medizinischen Geräten in der Klinik. Damit soll die Patientensicherheit erhöht und Kosten eingespart werden. OPAL Health ermöglicht eine lückenlose Dokumentation der Transport-, Lager- und Nutzungsvorgänge eines medizinischen Gerätes. Zu den Systemkomponenten gehören ein Patientenarmband, ein Gerätetag, ein Blutprodukte-Tag, ein Infrastrukturknoten sowie ein Übergang zum Infrastrukturnetz der Klinik.
Das Zusammenwachsen von Medizintechnik und IT beleuchtete Andreas Kassner, Geschäftsführer des Verbandes der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG), aus Sicht der Software-Hersteller. Es gebe einen deutlichen Trend zur Überlappung der bisher getrennten Welten. So nutze Medizintechnik zunehmend die IT-Netzwerke und bringe in der Regel auch IT mit. Zudem gebe es den Trend, Abteilungen und deren Produkte in die internen Geschäftsabläufe zu integrieren. Ein Blick auf die Gesundheitseinrichtungen zeige aber, dass viele Prozesse noch unnötig redundant seien. Zu den Managementwünschen gehören die Verschlankung der Prozesse und Verantwortlichkeiten, eine höhere Service-Qualität und eine Ressourcenoptimierung. Die Folge sei, dass die Krankenhäuser eine IT-/Medizintechnik-Strategie aufbauen müssen, um Organisationen und ihre Aufgaben zu optimieren bzw. zusammenzuführen. Die Lösung sieht Kassner in einem „Service Center MIT“ (Medizintechnik – IT). Dabei könnten die Bereiche Risikomanagement, Life-Cycle-Management, Sicherer Betrieb, Helpdesk, Wartung, Administration, Datenschutz und Reparatur zusammengeführt werden. In Zukunft werde MIT-Service zu einem professionellen Dienstleister, der durchgängiges Service- und Qualitätsmanagement sicherstellt, eine Hotline und einen guten Kundenservice anbietet. Damit werde das Knowhow zu Medizintechnik und IT in einer zentralen Einheit gebündelt.
Dr. Meinrad Lugan, Mitglied des Vorstands von B. Braun und BVMed-Vorstandsvorsitzender, plädierte für mehr Investitionen in elektronische Kommunikationsstrukturen, um Prozesse zu optimieren und die Patientensicherheit zu erhöhen. Wenn dabei die vorhandenen Standards der elektronischen Kommunikation konsequent implementiert werden, könnten auch Einsparpotenziale realisiert werden. Lugan wagte den Zukunftsblick einer optimierten Patientenversorgung durch elektronische Kommunikation und schilderte einen medizinischen Notfall im Jahr 2023. Die Versorgung ist dabei optimiert durch Point-of-Care-Identification, Triagierung am Unfallort via MTS, Identifikationscodes für den Materialeinsatz und die Dokumentation am Patientenbett. Für das Gesundheitssystem bietet sich durch durchgängige elektronische Prozesse die Möglichkeit von Kostenträgerrechnungen. Die Zukunft besteht damit aus durchgängigen eHealth-Anwendungen bei Identifikation, Prüfung, Behandlung, Dokumentation und Kommunikation – „auf Basis von globalen Standards unter Einsatz mobiler Technologie bei stetiger Grenzverschiebung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung“, so Dr. Lugan. Elektronische Lösungen seien auch wichtig für die Aufrechterhaltung beispielsweise der Akutversorgung in ländlichen Räumen. Ohne globale Standards werde dieses Szenario nur ein Traum bleiben. Viele Einzelelemente wie Identifikations- und Kommunikationsstandards existieren bereits. „Die entscheidenden Faktoren sind das perfekte Zusammenspiel aller Komponenten und deren Nutzung entlang der Versorgungskette“, so sein Abschlussappell.
Hinweis an die Medien:
Druckfähige Bilder zur Konferenz können im Internet unter www.bvmed.de (Bilder – Veranstaltungen) heruntergeladen werden.
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