Krankenhaus

BVMed-Umfrage zu den Ärztestreiks: Kliniken brauchen flexible Lösungen, um verschobene Operationen nachzuholen

53/06

Berlin. Die nun beendeten Arbeitsniederlegungen in den deutschen Kliniken haben nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, zu negativen Auswirkungen in der Versorgung von Patienten mit Medizintechnologien geführt.


Nach den Ergebnissen einer Online-Umfrage, an der 36 der größten Implantatehersteller aus der BVMed-Mitgliedschaft teilgenommen haben, ist bei geplanten Eingriffen die Versorgung der Patienten nicht flächendeckend gewährleistet gewesen. Vielfach wurden auch Tumorpatienten, die nicht den Kriterien einer Notfallvereinbarung entsprochen haben, durch die Verschiebung der Operation einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt.

Die BVMed-Mitgliedsunternehmen gehen davon aus, dass die Fallzahlen bis August 2006 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um durchschnittlich zehn Prozent gesunken sind. Besonders stark sind die Auswirkungen in den Bereichen Chirurgie und Kardiologie. Dies betrifft beispielsweise künstliche Hüftgelenke, Bandscheiben oder Herzschrittmacher. Die Unternehmen der Medizintechnologie gehen davon aus, dass die Rückgänge bis zum Jahresende nicht vollständig kompensiert werden können.

Die Politik sei daher aufgerufen, unbürokratische und flexible Ausgleichsmechanismen zu finden, um dem notwendigen Nachholbedarf an Operationen Rechnung tragen zu können, so der BVMed. Dies sei umso wichtiger, da bei Eintreten der mit der Gesundheitsreform vorgesehenen Kürzung der Krankenhausbudgets mit einer weiteren erheblichen Bremse für die Versorgung der Patienten mit notwendigen und innovativen Medizintechnologien zu rechnen ist.