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Fallstudien
Text
Fallstudie 6: Gefäßaussackungen im Gehirn: Coiling intrakranieller Aneurysmen
Zusammenfassung der Fallstudie:
- Krankheitsbild: die Subarachnoidalblutung
- Was ist ein Hirngefäß-Aneurysma?
- Der Krankheitsverlauf
- Eine neue Behandlungsmethode: das Coiling
- Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
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Krankheitsbild: die Subarachnoidalblutung
In Deutschland erkranken etwa 6 bis 16 Einwohner von 100.000 pro Jahr an einer Sonderform des Schlaganfalls, der sogenannten Subarachnoidalblutung. Jährlich treten insgesamt 15.000 neue Erkrankungen auf, von denen etwa 12.000 auf Hirngefäß-Aneurysmen zurückzuführen sind. Etwa 30 Prozent der Patienten versterben, bevor sie ins Krankenhaus gelangen. Von den Überlebenden verstirbt etwa ein weiteres Drittel während des Krankenhausaufenthaltes, ein Drittel bleibt dauerhaft behindert.
Was ist ein Hirngefäß-Aneurysma?
Aneurysmen sind Gefäßaussackungen unterschiedlicher Form und Größe. Treten diese Aussackungen in den Hirngefäßen auf, bezeichnet man die Erkrankung als Hirngefäß-Aneurysma. Die Größe der meist sack- oder beerenförmigen Aneurysmen variiert zwischen 1 mm bis zu 10 cm. Entsprechend ihrer Größe unterteilt man sie in kleine, große und Riesen- aneurysmen.
Ihre Entstehung wird meist durch angeborene Gefäßwandschwächen hervorgerufen. Durch Störungen im Aufbau der Gefäßwand kommt es unter Einfluss des Blutdrucks zu Ausstülpungen oder Erweiterungen der Gefäße. Ursache können auch entzündliche Gefäßveränderungen bzw. durch Pilze verursachte Infektionen (sog. mykotische Aneurysmen) oder Gefäßwandverletzungen sein. Da angeborene oder erworbene Ursachen einzeln oder in Kombination der Aneurysma-Entstehung zugrunde liegen, kann man sich nicht schützen. Es gibt allerdings bestimmte Risikogruppen: Hierzu zählen insbesondere Patienten mit polyzystischer Nierenerkrankung, Neurofibromatose vom Typ 1 oder Marfan-Syndrom. Auch Angehörige von Patienten mit einer Aneurysma-Ruptur sind höher gefährdet. In diesen Risikogruppen macht es wahrscheinlich Sinn, mit Hilfe der sogenannten MR-Angiographie nach Aneurysmen zu suchen. Die Methode ist völlig schmerzfrei und hat praktisch keine Nebewirkungen.
Der Krankheitsverlauf
Aneurysmen verlaufen zunächst symptomlos, solange sie nicht platzen,
d. h. ruptieren. Die Gefahr der Ruptur steigt mit zunehmendem Alter. Selten kommt es zu nicht-blutungsbedingten Symptomen, beispielsweise wenn ein Aneurysma auf wichtige Nerven drückt und damit u. a. die Beweglichkeit der Augen einschränkt. Die Ruptur eines Aneurysma ist gekennzeichnet durch sehr starke Kopfschmerzen. Ein Teil der Patienten wird durch dieses dramatische Kopfschmerzereignis direkt bewusstlos.
Entscheidend für die Behandlung der Subarachnoidalblutung ist das möglichst schnelle Ausschalten des Aneurysma aus der Blutzirkulation. Bis vor wenigen Jahren war die einzige Behandlungsmethode das neurochirurgische Clipping, d. h. nach Eröffnen des Schädels wurde ein Metall-Clip so auf das Aneurysma platziert, dass eine erneute Ruptur verhindert wurde.
Eine neue Behandlungsmethode: das Coiling
Eine neue und wirkungsvolle Therapie zur Behandlung des Hirngefäß-Aneurysma, das sogenannte Coiling, wurde zu Beginn der 90er Jahre entwickelt. Bei dieser Therapieform wird ein ca. 1 mm dicker, speziell markierter Mikrokatheter mit Röntgenüberwachung in das Aneurysma manövriert. Eine offene Operation ist damit nicht nötig. Je nach Größe und Form des Aneurysma wird eine speziell ausgewählte Platinspirale durch den Mikrokatheter in das Aneurysma geschoben. Mit einer oder der Kombination mehrerer Spiralen kann das Aneurysma komplett verlegt werden. Das Aneurysma wird damit aus dem Blutstrom ausgeschaltet. Verschiedene klinische Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Behandlung sowohl in der Kurzzeit- als auch Langzeitbetrachtung eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit aufwies.
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
Vor dem Hintergrund des Kostendrucks im Gesundheitswesen sind Verfahren, die Kosten einsparen und dennoch eine qualitativ hochwertige Versorgung des Patienten gewährleisten, gefragter denn je. Im Falle der Coiling-Behandlung wird die Verweildauer im Krankenhaus, insbesondere der teure Aufenthalt auf der Intensivstation, erheblich reduziert. Im Vergleich zu den bislang üblichen Behandlungsmethoden ist die Behandlung mit Coiling im besten Falle kostensparend, im schlechtesten Falle kostenneutral.
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