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Fallstudien
Text
Fallstudie 2: Schlaganfall: Intrakranielle Fibrinolyse
Zusammenfassung der Fallstudie:
- Krankheitsbild: der akute Schlaganfall
- Eine neue Behandlungsmethode: Die lokale Lysetherapie
- Die Technik der lokalen Lysetherapie
- Klinische Ergebnisse der akuten Schlaganfall-Therapie
- Wirtschaftlichkeit der lokalen Lysetherapie
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Krankheitsbild: der akute Schlaganfall
Der akute Schlaganfall ist durch plötzliche, neurologische Ausfälle gekennzeichnet, wie z. B. Lähmung, Sprachstörung oder Bewusstseinsstörung. Der Schlaganfall wird in etwa 80 Prozent der Fälle durch den Verschluss eines gehirnversorgenden Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel ausgelöst. In den übrigen Fällen entsteht es durch eine Gehirnblutung. In Deutschland erleiden 200.000 bis 250.000 Menschen jährlich einen akuten Schlaganfall. Davon versterben ca. 13 bis 23 Prozent. Die Behandlungs- und Folgekosten eines Schlaganfalls werden auf ca. 100.000 Euro je Patient geschätzt.
Eine neue Behandlungsmethode: Die lokale Lysetherapie
Wesentliches Ziel der akuten Schlaganfall-Therapie ist das schnellstmögliche Wiedereröffnen des ursächlichen Gefäßverschlusses. Schwere Hirninfarkte führen möglicherweise zu einer Hirnschwellung, die nicht beeinflussbar ist und enden daher meist tödlich. Die moderne, neuroradiologische Akut-Diagnostik (CT, MRT) dient dazu, solche schweren Schlaganfälle zu erkennen und eine gezielte Therapie einzuleiten, bevor es zu einer Hirnschwellung kommt.
Die einzige wirksame Therapie eines akuten Schlaganfalls ist die Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes auf medikamentösem Wege. Dabei wird ein Mittel, das das fibrin- und thrombozytenhaltige Blutgerinnsel auflösen kann, direkt an oder in die Stelle des Gefäßverschlusses gebracht (Fibrinolyse) und so das Gefäß für Blut wieder durchgängig gemacht.
Die Technik der lokalen Lysetherapie
Nachdem mit Hilfe der Angiographie der Gefäßverschluss lokalisiert und optimal dargestellt ist, kann ein Mikrokatheter bis an oder in das Verschlussmaterial vorgeschoben und das fibrinolytische Medikament gespritzt werden. Durch die lokale Verabreichung wird die optimale Konzentration des Medikaments am Verschlussort sichergestellt.
Das Instrumentarium für die lokale Lysetherapie besteht im Wesentlichen aus dem Mikrokatheter mit einem Durchmesser von 1 mm oder weniger, einem extrem dünnen Führungsdraht, mit dessen Hilfe der Mikrokatheter in die verschlossene Hirnarterie navigiert wird. Dazu kommt ein Führungskatheter, der, bis in die großen Halsarterien vorgeschoben, dem Mikrokatheter mit dem Führungsdraht sozusagen als Schleuse dient.
Klinische Ergebnisse der akuten Schlaganfall-Therapie
Klinische Studien belegen den eindeutigen Vorteil für fibronolytisch behandelte Patienten, wenn die Behandlung vor der dritten Stunde nach dem Schlaganfall eingeleitet wurde, aber auch Patienten, die bis zum Ende der sechsten Stunde lysiert wurden, profitieren von dieser Therapie. Eine kontrollierte Studie zur lokalen Lyse zeigte den deutlichen Vorteil dieser Therapie. 40 Prozent der Patienten mit lokaler Lyse hatten nach der Behandlung ein gutes neurologisches Ergebnis, gegenüber 25 Prozent der Kontrollgruppe.
Zur Wirtschaftlichkeit der lokalen Lysetherapie
Zur Schlaganfallbehandlung fehlt in Deutschland ein Kostenmodell, das Vergleichsmöglichkeiten bieten würde. Die hohen Kosten für die Behandlung und Pflege nach Schlaganfällen, geschätzt bis zu 100.000 Euro je nach Schweregrad, lassen aber den Schluss zu, dass der Behandlungsvorteil der lokalen Lysetherapie nicht nur einen direkten Nutzen für die Patienten ergibt, sondern auch eine deutliche Senkung der Folgekosten bewirkt.
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