Medizintechnologie e.V.
Reinhardtstr. 29 b
D - 10117 Berlin
Tel. (030) 246 255 - 0
Fax. (030) 246 255 - 99
info@bvmed.de
Fallstudien
Text
Fallstudie 1: Halsschlagader-Verengung: Dilatation der Arteria Carotis
Zusammenfassung der Fallstudie:
- Krankheitsbild: die Einengung der Halsschlagader
- Was heißt Carotis-Stenose?
- Eine neue Behandlungsmethode
- Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
Die vollständige Fallstudie als pdf-Dokument
Zurück zur Fallstudien-Startseite
Krankheitsbild: die Einengung der Halsschlagader
Der Schlaganfall stellt als Einzelursache den größten Faktor einer schweren Behinderung in den westlichen Ländern dar und beansprucht mit rund fünf Prozent einen wesentlichen Teil der Gesundheitsausgaben. Jede Intervention, die die Häufigkeit und den Schweregrad von Schlaganfällen reduzieren hilft, hat somit einen wesentlichen kostendämpfenden Einfluss.
Eine der Hauptursachen für die Entstehung des Schlaganfalls ist die Einengung der Halsschlagader, der sog. Arteria carotis interna.
Was heißt Carotis-Stenose?
Die Einengung der Halsschlagader durch verkalkte Wandablagerungen oder Blutgerinnsel aus der verkalkten Gefäßwand, die kleinste Gefäßabschnitte des Gehirns verstopfen, können einen Schlaganfall mit bleibender oder vorübergehender Lähmung verursachen. Es kann aber auch in Folge der Durchblutungsstörungen zu Sehstörungen, Sprachstörungen oder Schwindelanfällen kommen.
Gefäßverengungen (Stenosen) treten bevorzugt in Folge von arteriosklerotischen Wandveränderungen, seltener aufgrund entzündlicher oder angeborener Gefäßveränderungen, auf. Bevorzugte Stellen für das Entstehen arteriosklerotischer Stenosen sind Krümmungen oder Gabelungen von Gefäßen.
Die Vorbeugung des Schlaganfalls richtet sich nach dem Grad der Einengung des betroffenen Gefäßes. Schlaganfallvorbeugende Maßnahmen können eingeteilt werden in primäre und sekundäre Maßnahmen. Zu den primären Prophylaxemaßnahmen zählt die Behandlung von Risikofaktoren wie beispielsweise Hypertonus, Koronare Herzkrankheit (KHK), Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette, Alkohol- und Nikotinmissbrauch.
Die Behandlung von Stenosen orientiert sich in erster Linie an der Lokalisation (extra- oder intrakraniell), dem Fortschreiten der Gefäßeinengung und dem Auftreten von Symptomen. In der Regel werden verengte Gefäße außerhalb des Kopfes (extrakraniell), die keine Symptome aufweisen, medikamentös behandelt (Antikoagulation oder Thrombozytenaggregationshemmung). Zeigt der Patient Symptome, so erfolgt ein operativer Eingriff, der entweder chirurgisch oder endovaskulär durchgeführt werden kann.
Gefäße innerhalb des Kopfes (intrakraniell) werden bei Auftreten von Symptomen zunächst medikamentös behandelt. Wird der Patient trotz der medikamentösen Behandlung nicht beschwerdefrei, erfolgt eine operative Behandlung (chirurgisch oder endovaskulär).
Eine neue Behandlungsmethode:
Minimalinvasive Therapieoptionen zur Vermeidung des Schlaganfalls
Neben dem derzeit standardmäßig durchgeführten invasiv-operativen Verfahren unter Vollnarkose, bei dem die Arteria carotis ausgeschält wird, gibt es ein neues minimalinvasives Verfahren.
Das Prinzip des Verfahrens beruht auf dem Einbringen eines sich selbst entfaltenden Drahtkorsetts (Stent) an der Stelle der Carotis, an der sich die Stenose befindet. Die noch verbleibende Gefäßverengung wird mit Hilfe eines Ballons aufgedehnt (Ballondilatation). Stent und Ballon werden unter Röntgenkontrolle mit Hilfe eines Führungskatheters, der durch die Leiste eingeführt wird, an den Ort der Stenose gebracht. Die Röntgenkontrolle erfolgt über ein Kontrastmittel, das über den Führungskatheter in das Gefäß eingebracht wird. Die Behandlung erfordert keine Narkose. Lediglich an der Leiste wird vor Einführen des Katheters eine lokale Schmerzbetäubung durchgeführt.
Derzeit sind mehrere Studien geplant, die Nutzen und Risiko der endovaskulären und chirurgischen Maßnahme miteinander vergleichen. Die bekannteste derzeit laufende Studie in Deutschland ist die SPACE-Studie (Stentgeschützte Perkutane Angioplastie der Carotis versus Endarterektomie).
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen in den USA zeigen, dass durch den positiven Behandlungseffekt der operativen Verfahren ca. US$ 2,6 Mio. gegenüber der medikamentösen Behandlung eingespart werden können. Dabei geht man von Behandlungskosten für die invasive chirurgische Behandlung von ca. US$ 10.000 und von Behandlungs- und Folgekosten des Schlaganfalls von ca. US$ 90.000 aus.
Derzeitige Bemühungen sowohl von Seiten des Gesetzgebers als auch von Seiten der Krankenkassen zielen darauf ab, Kosten einzusparen. Dennoch zeigt die Erstattungspraxis, dass innovative kosteneinsparende Verfahren nicht in die Alltagsversorgung integriert werden. Die Materialkosten der Dilatation mit Stentversorgung liegen höher als die des chirurgischen Eingriffs, dennoch können z. B. durch Verkürzung der Liegezeiten im Krankenhaus erhebliche Kosten eingespart werden.
Die vollständige Fallstudie als pdf-Dokument
Zurück zur Fallstudien-Startseite
Diese Inhalte könnten für Sie ebenfalls interessant sein:
Neu: MedTech-Bilderwelten
Informationsfilm
Medizintechnologien: Gesundheit gestalten
„Gesundheit gestalten“ zum Wohle des Patienten. Das ist das Leitbild der Unternehmen der Medizintechnologie. Sie leisten mehr an Forschungs- und Entwicklungsarbeit, als so mancher Patient ahnt. Die Branche steht im kontinuierlichen Dialog mit Politikern, Kassen und Ärzten. Der Film zeigt in zahlreichen Beispielen, wie medizintechnische Innovationen das Gesundheitssystem langfristig entlasten und wie sie den Patienten auch künftig ohne Verzögerung zur Verfügung gestellt werden können.
> Medizintechnologien: Gesundheit gestalten
Aktuelle Themen
- Dekubitus
- Erhebungsbogen
- Erstattung
- Hilfsmittel
- Homecare
- Inkontinenz
- Kodex
- Medizinprodukte
- Medizinprodukteberater
- Medizinprodukterecht
- Nadelstichverletzungen
- Tracheostoma
- UDI
- Versorgungsstrukturgesetz
- Wundversorgung




