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Fallstudie 11: Wiederverengung der Herzkranzgefäße: Vorsorge durch Brachytherapie


Zusammenfassung der Fallstudie:
- Krankheitsbild: Wiederverengung der Herzkranzgefäße
- Alternative Therapiemethode
- Eine neue Behandlungsmethode: die vaskuläre Brachytherapie 
 
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Krankheitsbild: Wiederverengung der Herzkranzgefäße

In Deutschland werden jährlich über 150.000 Koronarinterventionen durchgeführt: Bei ca. 65 Prozent dieser Eingriffe werden Stents implantiert, entsprechend ca. 100.000 Stentimplantationen pro Jahr. Man schätzt, dass bei jedem fünften dieser Patienten, also bei ca. 20.000 Patienten im Jahr, wenige Monate später eine erneute Behandlung der dann eingetretenen Wiederverengung durchgeführt werden muss.

Mit jeder erneuten Wiedereröffnung des verengten Gefäßabschnittes vergrößert sich statistisch die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Wiederverengung und einem erneut notwendigen interventionellen Eingriff.


Alternative Therapiemethode

Eine allgemein anerkannte Therapieform der In-Stent-Restenose gab es bislang nicht. Zahlreiche Medikamente, aggressive Interventionsmethoden (z. B. Laser, Rotablation, Atherektomie) wie auch die Gentherapie haben sich bis heute als wirkungslos erwiesen. Aktuelle kontrollierte, randomisierte Studien haben sogar ergeben, dass die zur Ablation von Gewebswucherungen eingesetzten Atherektomie-Techniken (DCA, Rotablator, Laser) zu ungünstigeren klinischen Ergebnissen führen.

Die einzige anerkannte Therapiemöglichkeit und oft als Mittel der letzten Wahl indiziert ist die koronare Bypass-Operation mit den bekannten Risiken und Kosten.


Eine neue Behandlungsmethode:
Die Wirksamkeit der vaskulären Brachytherapie

Bei der vaskulären Brachytherapie (VBT) soll durch Einsatz von Strahlung die hyperproliferative Gewebsreaktion unterbunden werden, die als eine der Hauptkomponenten einer sich nach einer perkutanen Coronarintervention (PCI) bildenden Restenose identifiziert wurde. Es kommen zur Zeit Beta- und Gammastrahlung aussendende Isotopen zur therapeutischen Anwendung.

Derzeit liegen die Ergebnisse von drei kontrollierten, randomisierten Studien, sowie eine Anzahl von Registern vor, die die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der vaskulären Brachytherapie für die Behandlung von In-Stent-Restenosen demonstrieren. 

Diese Ergebnisse führten in den Vereinigten Staaten bereits dazu, dass sich die privaten US-Krankenversicherungen Blue Shield Blue Cross und Kaiser Permanente bereits für die Erstattung der Kosten einer vaskulären Brachytherapie bei Patienten mit einer In-Stent-Restenose, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einer erneuten Revaskularisation bedurft hätten, entschieden haben. 

Die Ergebnisse einer Anzahl vorbereitender Studien lassen erwarten, dass sich die vaskuläre Brachytherapie auch bei de-novo-Läsionen als sehr effektiv erweisen wird, speziell dann, wenn bei konventioneller Behandlung mit sehr hohen Revaskularisationsraten zu rechnen ist: bei Diabetes-Patienten, langen, diffusen Läsionen, kleinen Gefäßen, Venen-Bypässen und Totalverschlüssen, allesamt Indikationen, bei denen Stents heute nur zu enttäuschenden Resultaten führen.

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