Reden und Vorträge

Statements des BVMed-Vorstandsvorsitzenden Anton J. Schmidt und ds BVMed-Geschäftsführers Joachim M. Schmitt zum 5. Berliner Presseseminar des BVMed

5. Berliner Presseseminar des BVMed

9. November 2004, 10 bis 13 Uhr, Berlin
Trends in der Medizintechnologie

Statement (1)

Anton J. Schmidt
Vorstandsvorsitzender BVMed

Gestern – Heute – Morgen. Dieser Dreiklang beschäftigt uns alle immer wieder. Wir schauen zurück, um uns zu erinnern und für Gegenwart und Zukunft zu lernen. Ebenso analysieren wir die Gegenwart und versuchen, damit die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen und künftige Trends rechtzeitig zu erkennen. Genau dies wollen wir heute für den Bereich der Medizintechnologien tun.

Der genannte Dreiklang beschäftigt den BVMed seit längerem:

Zum Gestern:

Wir haben in den vergangenen Monaten die „Geschichte der Medizintechnologie“ recherchiert und aufgeschrieben und daraus gelernt, dass wir derzeit erst am Beginn einer sehr dynamischen Entwicklung stehen, die wir als „medizintechnologische Revolution“ beschreiben können. Wir haben hierzu bereits erste Aufsätze publiziert und werden im Dezember eine Broschüre vorlegen, die wir Ihnen dann auch gerne zusenden.

Wir haben aus diesem Blick in die Vergangenheit auch gelernt, dass gerade in den letzten Jahren große Durchbrüche in der Medizintechnologie erreicht wurden.

  • Durch implantierbare Schrittmachertechnologien haben wir die Sterblichkeitsrate bei schweren Herzerkrankungen erheblich absenken können. 
  • Bei der Behandlung von Gefäßverschlüssen haben wir mit dem medikament-freisetzenden Stent eine echte Jahrhundertinnovation.
  • Augenkrankheiten können heute durch künstliche Linsen und Lasertechnologien geheilt werden. Faltbare Intraokularlinsen ermöglichen eine ambulante Operation mit Kleinstschnitttechniken und geringem Risiko.
  • Künstliche Gelenke erhalten die Mobilität der Menschen. Die Materialien sind immer verschleißfreier. Die Operationstechniken werden dank Navigationssystemen immer schonender.
  • Der medizinische Fortschritt betrifft auch Bereiche, die sonst eher im Schatten stehen: Die moderne feuchte Wundversorgung hat die Behandlung von Wunden revolutioniert. Infusionstherapien werden immer sicherer und effizienter. Verbandmaterialien und Inkontinenzprodukte werden immer leistungsfähiger.


Wir arbeiten in einer Industrie, die gemeinsam mit den Anwendern, den Ärzten und Pflegern sowie den Wissenschaftlern, Produkte, Therapien und Verfahren immer weiter entwickelt – zum Wohle der Patienten. Wir sind stolz darauf, in einer solchen Branche zu arbeiten und Gesundheit gestalten zu können.

  • Die Medizintechnologie ist eine dynamische und hoch innovative Branche. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als zwei Jahre sind. 
  • Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Der Forschungsstandort Deutschland spielt damit eine besonders wichtige Rolle. Aufgrund steigender Investitionskosten, kürzer werdender Produktlebenszyklen und der zum Teil langen Dauer bis zur Markteinführung bzw. Erstattungsfähigkeit ist jedoch das Forschungsrisiko gestiegen. 
  • Medizintechnologien sind unentbehrlich für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Sie spielen eine wichtige Rolle in allen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens: in der Prävention, der Diagnostik, der Therapie und der Rehabilitation. 
  • Medizintechnologien begleiten uns durch alle Lebensphasen und helfen bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Sie sind nicht nur im hohen Alter unentbehrlich. Sie begleiten uns vielmehr durch alle Lebensphasen. 
  • Medizintechnologien sind eine Investition in die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Menschen. Innovative Medizintechnologien sorgen sowohl für medizinischen als auch ökonomischen Fortschritt. Denn neue Behandlungsmethoden der Medizintechnologiebranche verkürzen die Genesungszeiten der Patienten und ermöglichen es ihnen daher, schneller wieder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Dies stellt auch einen Gewinn für die Volkswirtschaft insgesamt dar.

Zum Heute:

Wir wollen Ihnen nun einen aktuellen Branchenbericht aus Sicht des BVMed im Vorfeld der MEDICA in Düsseldorf, der weltgrößten Medizinmesse, geben.

Im Anschluss kommen wir zum Morgen:

Wir wollen Ihnen Ausblicke in die Zukunft der Medizintechnologie geben und Trends der Branche beleuchten.

Für den aktuellen Branchenbericht übergebe ich das Wort an den BVMed-Geschäftsführer, Herrn Schmitt.



Statement (2)

Joachim M. Schmitt
Geschäftsführer BVMed, Mitglied des Vorstands


Der Weltmarkt für Medizintechnologien betrug 2003 rund 184 Mrd. Euro. Medizintechnologien sind damit weltweit ein wichtiger ökonomischer Faktor. 184 Mrd. Euro: Das entspricht beispielsweise dem Militärhaushalt der EU oder den weltweiten Ausgaben für TV-Werbung.

Der europäische Markt ist mit 55 Mrd. Euro nach den USA mit 79 Mrd. Euro der zweitgrößte Markt der Welt. Deutschland ist mit 19 Mrd. Euro als Einzelmarkt nach den USA und Japan weltweit der drittgrößte Markt und mit Abstand der größte Markt Europas. Er ist rund doppelt so groß wie Frankreich und rund drei Mal so groß wie Italien und Großbritannien.

Das durchschnittliche Wachstum des Weltmarktes für Medizinprodukte betrug 2003 nach Expertenschätzung rund 6 Prozent. Das entspricht auch ungefähr dem Marktwachstum in Japan und den USA.

Das Wachstum des Marktes für Medizinprodukte fällt in Deutschland mit rund 4,2 Prozent sowohl im weltweiten als auch im europäischen Bereich etwas geringer aus. Am stärksten wachsen derzeit die Märkte in China, Brasilien sowie Osteuropa.

Wie ist nun die aktuelle wirtschaftliche Lage der BVMed-Unternehmen?

Das erste Halbjahr 2004 entwickelte sich für die Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnologie sehr zurückhaltend. Die Statistik der gemeldeten Umsätze an den BVMed weist für die über 200 Mitgliedsunternehmen nur 1,3 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Im ersten Halbjahr 2003 betrug das Umsatzplus noch 3,3 Prozent.

Besonders kritisch verläuft die Umsatzentwicklung im Hilfsmittelbereich, z. B. bei der Stoma- und Inkontinenzversorgung. Hier gingen die Zahlen im ersten Halbjahr 2004 um 1,5 Prozent zurück. Dies ist größtenteils auf die zurückgegangene Zahl der Arztbesuche und die Verunsicherung der verordnenden Ärzte durch die neuen Regelungen der Gesundheitsreform zurückzuführen.

Die momentan schwierige Situation hängt sicherlich mit der Kopplung der Kasseneinnahmen an die Lohnentwicklung zusammen. Diese größte Schwäche unseres Gesundheitssystems muss durch die anstehende Gesundheitsreform beseitigt werden. Wir dürfen nicht mehr länger auf die GKV-Finanzen fixiert sein, sondern müssen den Blick für die dynamischen Chancen der Gesundheitswirtschaft öffnen.

Insgesamt schauen wir aber zuversichtlich in die Zukunft. Medizintechnologien bleiben ein Wachstumsmarkt: wegen der demographischen Entwicklung, wegen des rasanten medizinisch-technischen Fortschritts, wegen des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung und der damit verbundenen Bereitschaft, auch künftig mehr in die eigene Gesundheit zu investieren.

Eine repräsentative Befragung bei den BVMed-Mitgliedsunternehmen Anfang September 2004 ergab ein zurückhaltendes, dennoch leicht optimistisches Bild. Für das Gesamtjahr 2004 erwarten die Unternehmen einen Umsatzzuwachs von durchschnittlich 3,4 Prozent. Rund 40 Prozent erwarten sowohl von der Gewinnsituation als auch von der Beschäftigtenzahl eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. 30 Prozent sehen keine wesentliche Veränderung.

Dieser wirtschaftlichen Einschätzung liegen mehrere Hemmnisse zugrunde, die die Unternehmen wie folgt benennen:

77 Prozent bezeichnen den Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften als wichtigstes Hemmnis. Die anhaltende Budgetierung wird von 61 Prozent und das innovationsfeindliche Klima von 46 Prozent der Befragten genannt. 43 Prozent der Rückmeldungen bezeichnen die GKV-Finanzentwicklung als größtes Hemmnis für unsere Branche. Immerhin 37 Prozent nennen das DRG-System, das derzeit noch keine angemessene Lösung für Innovationen bietet.

Auf der Grundlage unserer Mitgliederbefragung will ich fünf Bausteine auf dem Weg zu einer modernen Gesundheitswirtschaft nennen, die dazu beitragen sollen, die erwähnten Wachstumspotentiale des Gesundheitssektors zu nutzen:

  1. Wir brauchen mehr Marktwirtschaft und Wettbewerb im Gesundheitswesen – beispielsweise durch kurzfristige Aufhebung des Kontrahierungszwanges und der Budgetierung.
  2. Wir brauchen eine Deregulierungsoffensive! Bürokratische Hemmnisse müssen abgebaut werden – beispielsweise durch weitestgehende Freiheit in der Vertragsgestaltung für alle Beteiligten des Gesundheitssystems.
  3. Wir benötigen in den Vergütungsstrukturen eine ergebnisorientierte Bewertung von Leistungen, ohne die Kostenaspekte aus den Augen zu verlieren. Dabei brauchen wir auch mehr Versorgungsforschung, um die Gesamtkosten einer Therapie darstellen zu können. 
  4. Wir benötigen neue, flexible und optionale Finanzierungsmodelle in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei wird kein Weg daran vorbei führen, die Patienten stärker zu beteiligen. Wir müssen die Eigenverantwortung der Menschen für ihre Gesundheit stärken – beispielsweise durch eine Ausweitung von Selbstbeteiligung und Patientenautonomie unter Berücksichtigung sozialer Ausgleichsmechanismen. Wenn der Patient mehr Eigenverantwortung übernehmen soll, benötigt er aber auch mehr Wahlmöglichkeiten im Gesundheitssystem. 
  5. Wir benötigen eine innovationsfreundlichere Gestaltung des neuen DRG-Systems. Denn beim derzeitigen Fallpauschalenkatalog und den gesetzgeberischen Umsetzungsmechanismen sehen wir die Gefahr, dass aufgrund ökonomischer Zwänge das derzeitige Versorgungsniveau nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Das betrifft insbesondere Behandlungsmethoden mit hohem Sachkostenanteil, also Implantate.

    Um das Innovationspotential der Kliniken zu fördern, muss die so genannte „Innovationsklausel“, die ab 2005 gilt, überarbeitet werden. Hier wäre beispielsweise der Aufbau eines „Innovationsfonds“ denkbar, analog zum Modell der Anschubfinanzierung bei der Integrierten Versorgung.

Unser Fazit:

Dem dynamischen Wandel der medizinischen Möglichkeiten und Dienstleistungen muss aus Sicht des BVMed nun auch ein dynamischer Wandel des Gesundheitssystems folgen. Wir brauchen eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen Elementen, mehr Eigenverantwortung der Versicherten und ein innovationsfreundlicheres Klima für die Unternehmen, um die Chancen des Wachstumsmarktes Gesundheit besser zu nutzen.

Neue Behandlungsmethoden und Verfahren der Medizintechnologie müssen schneller beim Patienten ankommen, wo sie Leben retten, Gesundheit erhalten und Lebensqualität verbessern.

Um zum Schluss meines Statements in einem Bild zu sprechen: Wir singen keine Klagelieder. Wir wollen vielmehr gemeinsam daran arbeiten, dass wir mit den Partnern im Gesundheitswesen einen neuen Erfolgshit landen. Wir wollen an die Spitze der Charts. Und der Erfolgssong heißt: „Gesundheitswirtschaft in Deutschland: innovativ, kreativ, gut für den Patienten!“



Statement (3)

Anton J. Schmidt
Vorstandsvorsitzender BVMed


Bevor wir einige Zukunftstrends des medizinischen Fortschritts aus der Praxis hören, möchte ich Ihnen Modellbeispiele für das Zusammenwirken von Ärzten und Unternehmen geben. Und ich beginne wiederum mit dem „Gestern“, dem kurzen Blick in die Vergangenheit:

Im letzten Jahrhundert sind viele Durchbrüche in der Medizin erzielt worden, die erst durch die Zusammenarbeit von Ärzten mit Ingenieuren und Herstellern möglich wurden.

  • Der Chirurg Prof. Otto Roth entwickelte 1903 gemeinsam mit dem Ingenieur Bernhard Dräger die moderne Narkosetechnik, den Dräger-Roth-Narkoseapparat. 
  • Der deutsche Arzt Andreas Grüntzig hat in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Firma Medintag die Ballon-Dilatation (PTCA) entwickelt und 1977 vorgestellt. 
  • Die amerikanischen Kardiologen Dr. Palmaz und Dr. Schatz entwickelten den ersten koronaren Stent, den Palmaz-Schatz-Stent, der dann in Zusammenarbeit mit der Industrie zur Serienreife gebracht und vertrieben wurde.

In der Medizintechnologie ist generell ein hoher Anteil aller Innovationen von Anwendern initiiert und entwickelt worden, vor allem so genannte Durchbruchsinnovationen. Eine Ursache dafür ist, dass es die Ärzte sind, die den Patienten kennen, nicht die Ingenieure.

Allerdings erzwingt die wachsende Komplexität der Technik immer mehr die Teamarbeit von Ärzten und den Ingenieuren der Medizintechnologieunternehmen. Je enger die Zusammenarbeit, desto höher ist der Grad der Innovation und damit der wirtschaftliche Erfolg.

Erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit von Ärzten und Unternehmen weisen alle die folgenden Erfolgsfaktoren auf:

  • innovative Ärzte, die auch die Kommerzialisierung ihrer Idee vorantreiben
  • eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Herstellern und Technologielieferanten und
  • eine intensive und langjährige wissenschaftliche Überprüfung der Idee, gefördert durch die Zusammenarbeit mit der Industrie.

Die meisten Unternehmen der Medizintechnologie haben mittlerweile Prozesse geschaffen, um die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ingenieuren zu fördern. Man kann dabei unterscheiden zwischen den vom Hersteller initiierten Innovationen, hier wiederum zwischen der Forschungs- und der Entwicklungsphase, sowie den vom Arzt initiierten Innovationen.

In der frühen Forschungsphase suchen die Hersteller die Kooperation mit Universitäten, die in einem strategisch bedeutenden Gebiet Kompetenz aufgebaut haben. Das Ziel der Kooperation ist die Technologiegewinnung und der Technologietransfer, oft für konkrete zukünftige Produkte. Daneben wird die Grundlagenforschung unterstützt in Gebieten, die für den Hersteller jetzt oder zukünftig von Interesse sind, ohne dass klare Produktinteressen vorliegen.

Die Kontakte zwischen dem Arzt und den Wissenschaftlern der Industrie kommen meist über persönliche Netzwerke zustande. Um diese Netzwerkbildung zu fördern, hat beispielsweise mein Unternehmen Ethicon Forschungszentren in mehreren Ländern der Welt aufgebaut, auch in Deutschland.

Innerhalb der Produktentwicklungsphase gibt es formalisierte Prozesse, die die frühe Einbindung von Kunden in die Entwicklung sicherstellen sollen. Spezielle Innovationsprozesse tragen dazu bei, dass die Kundenprobleme richtig verstanden werden und dass mögliche Ideen vom Kunden erfasst werden.

Ein Beispiel, neben der klassischen Marktrecherche, ist der „Lead-User-Prozess“, mit dem besonders innovative und vorausdenkende Anwender identifiziert und eingebunden werden können. Ein weiteres Beispiel ist die „Customer Immersion“, bei dem Ingenieure sich eine Zeit lang im Operationssaal aufhalten und als Außenstehende Bedürfnisse des Chirurgen erkennen, die ihm selbst nicht ohne weiteres bewusst sind. In jedem Entwicklungsprojekt muss an genau vorgeschriebenen Stellen des Projektablaufes die Meinung der Ärzte zu einem Produkt eingeholt werden; diese Rückmeldung ist ausschlaggebend für die weitere Entwicklung des Produktes.

Viele Ärzte entwickeln während ihrer Arbeit eigene Ideen, die sie bis zu einem gewissen Grad weiterverfolgen. In einer Studie der TU Harburg gaben 40 % der befragten deutschen Chirurgen an, schon einmal eine Produktidee gehabt oder entwickelt zu haben. Von diesen Ideen werden die meisten von den Ärzten nicht weiter verfolgt, und nur ein geringer Teil gelangt zur Marktreife.

Einige Unternehmen der Medizintechnologie bieten den Anwendern mehrere Kanäle an, durch die Ideen schnell und einfach dem Hersteller vorgestellt werden können, beispielsweise eine Internet-basierte Eingabemaske.

Wenn die Idee attraktiv erscheint, können anschließend weitere Kooperationen vereinbart werden. Da einige Ärzte technische Schwierigkeiten haben bei der Umsetzung und Überprüfung ihrer Ideen, wurden so genannte „Co-Invention-Teams“ in Europa geschaffen. Dabei arbeiten kleine Teams von Ingenieuren mit dem Arzt eng zusammen bei der technischen Umsetzung der Idee in Prototypen.

Eine Reihe von Ärzten und medizinischen Wissenschaftlern findet gar keine Zeit, sich um die Weiterentwicklung ihrer Ideen zu kümmern. Hier liegt wahrscheinlich ein großes Potential in Deutschland, das noch durch geeignete Strukturen und Anreize zu heben ist. In Schweden gibt es beispielsweise neben den vielen großen Kliniken ein Wissenschaftszentrum, in das Ärzte für eine Zeit abgestellt werden und mit den Ingenieuren gemeinsam die Labore teilen und dort forschen.

Das forciert eine enge Zusammenarbeit und fördert die wirtschaftliche Umsetzung.

Ich möchte kurz zusammenfassen:

Die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Ingenieur ist der Schlüssel zur Innovation bei Medizinprodukten, sowohl für den technologischen Fortschritt als auch für den wirtschaftlichen Erfolg. Wir brauchen solche Innovationen, denn sie sind der Motor der Gesundheitswirtschaft.

Dazu müssen die Unternehmen und technischen Forschungsinstitute sich in hohem Maße auf externe Ideen einstellen, sie zulassen und sie fördern. Strukturelle Maßnahmen an den Universitäten und Krankenhäusern können die Zusammenarbeit noch beschleunigen.


Digitales Bild von BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt:
http://www.bvmed.de/stepone/data/images/8d/75/00/bvmed-schmitt-300dpi.jpg


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