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Patientengeschichten
Heike Möller-Jung

39 Jahre
geschieden, eine Tochter
Leiterin der Geschäftsstelle der ASA e.V.
(Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der Antikoagulation)
Patientengeschichte:
Frau Möller-Jung wurde 1982 auf Grund einer angeborenen Herzklappenschwäche (Aortenklappenstenose) operiert. Der Versuch, die Klappe zu weiten, misslang. 1985 erhielt sie im Alter von zweiundzwanzig Jahren eine künstliche Herzklappe. Frau Möller-Jung ist deshalb auf die ständige Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten angewiesen. Tägliche Kontrollen ihrer Blutgerinnung und Arztbesuche belasteten seither ihren Alltag, bis sie sich entschloss, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Dreiundzwanzigjährig bekam Frau Möller-Jung ihr erstes eigenes Messgerät und wurde dadurch endlich wieder mobil. Begeistert von ihrer gelungenen Eigeninitiative, unterrichtet sie seit 1986 Patienten zum Thema “selbständige Gerinnungskontrolle“.
Frau Möller-Jung ist glückliche Mutter einer zehnjährigen Adoptivtochter.
„Mit Hilfe des CoaguChek S Messgerätes bin ich heute wieder absolut mobil. Ich kann meine Messungen vornehmen, wann und wo ich will.“
Interview im Rahmen des Kunstprojekts "Künstler treffen Patienten":
Wie sind Sie zum Kunstprojekt gekommen?
Heike Möller Jung: Ich bin wohl aufgrund meiner Herzerkrankung und meines Engagements auf dem Gebiet der Gerinnungskontrolle zum Kunstprojekt gekommen. Ich unterrichte heute Personen, die wie ich aufgrund einer Herzerkrankung auf die Einnahme von gerinnungsfördernden Medikamenten angewiesen sind.
Unter welcher Art von Herzerkrankung leiden Sie denn?
Heike Möller Jung: Von Geburt an habe ich eine Aortenklappenstenose, das heißt eine Verengung einer der Herzklappen. Bis zum 19. Lebensjahr ging es mir gut, dann musste die Herzklappe geweitet werden. Nach drei Jahren setzte man mir eine künstliche Herzklappe ein, mit der ich zwar weiterhin körperlich nicht sehr belastbar war und bin, meinen Alltag aber ganz gut bewältigen kann.
Beschreiben Sie bitte Ihre Erfahrung mit Medizinprodukten...
Heike Möller-Jung: Aufgrund der künstlichen Herzklappe muss ich täglich meinen Gerinnungswert messen - zur korrekten Einnahme von Marcumar. Noch vor einigen Jahren war diese Messung sehr zeitaufwendig: Einmal musste man zum Messen des Wertes zum Arzt, dann einen Tag später erneut dorthin, um die Ergebnisse zu erfragen. Das bedeutete eine erhebliche Einschränkung. Dinge wie Urlaub zum Beispiel waren kaum realisierbar. Ich fühlte mich psychisch belastet, nicht mobil, terminlich eingeschränkt und war sauer, weil ich es eigentlich trotz erfolgreicher Operation nicht leichter hatte als vorher. Außerdem wurden falsche therapeutische Bereiche angenommen und deshalb bekam ich einfach Angst und habe dann alles in die eigene Hand genommen. Ich habe mich im Labor über alles informiert und die notwendigen Materialien über meine Krankenkasse besorgt und meine Gerinnungsbestimmung selbständig bei mir durchgeführt.
Wie geht es Ihnen heute?
Heike Möller-Jung: Früher habe ich immer von Gerinnungsbestimmung zu Gerinnungsbestimmung gelebt, weil es immer Ärger damit gab. Mit Hilfe der modernen Gerinnungsbestimmung führe ich ein völlig normales Leben, wie ein gesunder Mensch. Ich kann meine Gerinnungsbestimmung machen, wenn ich Zeit dazu habe, meistens abends bei den Nachrichten oder auch mal so zwischendurch. Ich bin wieder absolut mobil und kann in den Urlaub fahren, wann und wohin ich will.
Aufgrund Ihrer Erkrankung wurde Ihnen von einer Schwangerschaft abgeraten und auch Ihre Berufswahl war eingeschränkt. Wie sind Sie mit diesen Lebensumständen fertig geworden?
Heike Möller-Jung: Ich habe mich nie gefragt: „Warum eigentlich ich?“. Ich denke, man muss sein Leben selbst in die Hand nehmen, um das Beste daraus zu machen. Leider leben wir ja heute in einer Gesellschaft, die Krankheit verdrängt. Ich habe gelernt, die Prioritäten für mich neu zu ordnen. Karrierestreben steht bei mir eben nicht an erster Stelle, dafür aber meine Familie. Dadurch, dass ich mich wegen der großen Risiken gegen eine Schwangerschaft entscheiden musste, andererseits das große Glück hatte, einen Säugling adoptieren zu dürfen, ist mein Leben entsprechend anders gestaltet. Es kommt mir auf jeden gelebten Tag an, den ich mit mir selbst und meiner Familie zufrieden beschließen darf.
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