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Patientengeschichten
Gerd Baumann und Catherine Tailliandier
Neueste Technik auf der Medica
Moderne Implantate helfen Patienten mit Parkinson- und Herzerkrankungen
Gerd Baumann kann es selbst kaum glauben. Noch nicht einmal drei Jahre ist es her, da konnte der rüstige Jülicher keine Treppe mehr hochgehen. "Ich musste alle paar Stufen eine Pause machen, konnte mich teilweise nur noch mit den Händen am Geländer hochziehen. Endlich oben angekommen, musste ich mich erstmal minutenlang hinsetzen." Es war sein Herz, das nicht mehr wollte. Die erschreckende Diagnose: Herzinsuffizienz. Baumanns Herzkammern schlugen nicht mehr im gleichen Takt - das sogenannte Hula-Hoop-Phänomen.
Aus dem einst so lebensfrohen selbständigen Installateur war ein entkräfteter, kranker Mann geworden. Dann wurde ihm das InSync-System von Medtronic unter die Haut implantiert - so groß wie eine Streichholzschachtel. Das weltweit führende Unternehmen auf dem Gebiet der Medizintechnik mit Sitz in Minneapolis hat seine Deutschland-Zentrale in Düsseldorf am Seestern.
"Drei feine Drähte werden durch die Venen in die linke und rechte Herzkammer geführt", erklärt Medtronic-Spezialist Dr. Manfred Eichenlaub. Beide Kammern werden stimuliert und können so wieder synchron schlagen. Bei Gerd Baumann war nach einem sogenannten "plötzlichen Herztod", aus dem der Jülicher in letzter Sekunde wiederbelebt wurde, noch ein zweiter Schrittmacher eingepflanzt worden. Mit internem Defibrillator, der notfalls sofort reagiert und Stromschocks verabreicht.
Herzinsuffizienz tritt vor allem bei Menschen um die 60 auf und verursacht mehr Krankenhausaufenthalte als alle Formen des Krebses zusammen. "Im Endstadium bleibt oft nur eine Herztransplantation", so Eichenlaub. Gerd Baumann blieb das glücklicherweise erspart. "Ich fühle mich fit wie nie, war gerade mit meiner Frau in Berlin, bin einen ganzen Tag gelaufen."
Vom Pflegefall zurück ins Leben. Catherine Tailliandier kann das dank des Medtronic-Gerätes jetzt wieder in vollen Zügen genießen. Die Französin leidet an Parkinson, konnte bis vor kurzem keine Tasse mehr halten, kaum noch laufen. Heute sagt sie: "Mein jetziges Leben lässt sich mit meinem Leben vor der Operation überhaupt nicht vergleichen." Catherine wurde ein schrittmacherähnliches System implantiert, das einen bestimmten Punkt im Tiefenhirn stimuliert. Schon während der OP trat eine Besserung ein. Das bei Parkinson typische Zittern (Tremor) und die Muskelsteifheit (Rigor) verringerten sich rapide.
Quelle: Express Düssedorf, Messe Düsseldorf vom 21.11.2003
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