Pressearchiv 2004

MEDICA PreView in Hamburg Anton J. Schmidt: „Schub für die Innovationskraft der Branche“ / Medizintechnologien als Motor der Gesundheitswirtschaft

29.09.2004 - 60/04

Berlin/Hamburg. Einen weiteren Schub für die Innovationskraft der Medizintechnologiebranche erwartet Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender des BVMed, von der im November stattfindenden weltgrößten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf. „Wir brauchen Innovationen, denn sie sind der Motor der Gesundheitswirtschaft“, sagte Schmidt, der Vorsitzender der Geschäftsführung der ETHICON GmbH (Johnson & Johnson) ist, auf der MEDICA PreView am 29. September 2004 in Hamburg. Sein Appell an Politik und Krankenkassen: „Neue Behandlungsmethoden und Verfahren der Medizintechnologie müssen schneller beim Patienten ankommen, wo sie Leben retten, Gesundheit erhalten und Lebensqualität verbessern.“



Schmidt präsentierte auf der MEDICA PreView Zahlen und Fakten zur Marktsituation der Branche. Der Weltmarkt für Medizintechnologien betrug 2003 rund 184 Mrd. Euro. Medizintechnologien sind damit weltweit ein wichtiger ökonomischer Faktor. Der europäische Markt ist mit 55 Mrd. Euro nach den USA mit 79 Mrd. Euro der zweitgrößte Markt der Welt. Deutschland ist mit 19 Mrd. Euro als Einzelmarkt nach den USA und Japan weltweit der drittgrößte Markt und mit Abstand der größte Markt Europas. Er ist rund doppelt so groß wie Frankreich und rund drei Mal so groß wie Italien und Großbritannien.

Das durchschnittliche Wachstum des Weltmarktes für Medizinprodukte betrug 2003 nach Expertenschätzung rund 6 Prozent. Das entspricht auch ungefähr dem Marktwachstum in Japan und den USA. Das Wachstum des Marktes für Medizinprodukte fällt in Deutschland mit rund 4,2 Prozent sowohl im weltweiten als auch im europäischen Bereich etwas geringer aus. Am stärksten wachsen derzeit die Märkte in China, Brasilien sowie Osteuropa.

Die momentan schwierige Inlandssituation mit einem Umsatzwachstum der 200 BVMed-Mitgliedsunternehmen von nur 1,3 Prozent im ersten Halbjahr 2004 hänge mit der Kopplung der Kasseneinnahmen an die Lohnentwicklung zusammen. „Diese größte Schwäche unseres Gesundheitssystems muss durch die anstehende Gesundheitsreform beseitigt werden. Wir dürfen nicht mehr länger auf die GKV-Finanzen fixiert sein, sondern müssen den Blick für die dynamischen Chancen der Gesundheitswirtschaft öffnen“, so der BVMed-Vorsitzende.

Insgesamt schaue die Branche zuversichtlich in die Zukunft. Medizintechnologien bleiben ein Wachstumsmarkt: wegen der demographischen Entwicklung, wegen des rasanten medizinisch-technischen Fortschritts, wegen des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung und der damit verbundenen Bereitschaft, auch künftig mehr in die eigene Gesundheit zu investieren. Eine repräsentative Befragung bei den BVMed-Mitgliedsunternehmen Anfang September 2004 ergab ein zurückhaltendes, dennoch leicht optimistisches Bild. Für das Gesamtjahr 2004 erwarten die Unternehmen einen Umsatzzuwachs von durchschnittlich 3,4 Prozent. Rund 40 Prozent erwarten sowohl von der Gewinnsituation als auch von der Beschäftigtenzahl eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. 30 Prozent sehen keine wesentliche Veränderung.


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