Pressearchiv 2004

5. BVMed-Presseseminar (2) Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Unternehmen ist „Schlüssel zu medizintechnischen Innovationen“

09.11.2004 - 70/04

Berlin. Medizinischer Fortschritt mit innovativen Medizintechnologien ist meist Folge eines erfolgreichen Zusammenwirkens von Ärzten und Industrie. Darauf hat der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Medizintechnologie, Anton J. Schmidt, auf dem 5. Presseseminar seines Verbandes in Berlin hingewiesen. „Die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Ingenieur ist der Schlüssel zur Innovation bei Medizinprodukten, sowohl für den technologischen Fortschritt als auch für den wirtschaftlichen Erfolg. Wir brauchen solche Innovationen, denn sie sind der Motor der Gesundheitswirtschaft“, so Schmidt.


Als Beispiele für „Jahrhundertinnovationen“, die erst durch die Zusammenarbeit von Ärzten mit Ingenieuren und Herstellern möglich wurde, nannte der BVMed-Vorsitzende:

  • Der Chirurg Prof. Otto Roth entwickelte 1903 gemeinsam mit dem Ingenieur Bernhard Dräger die moderne Narkosetechnik, den Dräger-Roth-Narkoseapparat. 
  • Der deutsche Arzt Andreas Grüntzig hat in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Firma Medintag die Ballon-Dilatation (PTCA) entwickelt und 1977 vorgestellt. 
  • Die amerikanischen Kardiologen Dr. Palmaz und Dr. Schatz entwickelten den ersten koronaren Stent, den Palmaz-Schatz-Stent, der dann in Zusammenarbeit mit der Industrie zur Serienreife gebracht und vertrieben wurde.

Die Branche stehe derzeit am Rande einer „medizintechnologischen Revolution“. Gerade in den letzten Jahren habe es große Durchbrüche in der Medizintechnologie gegeben.

  • Durch implantierbare Schrittmachertechnologien wurde die Sterblichkeitsrate bei schweren Herzerkrankungen erheblich abgesenkt. 
  • Bei der Behandlung von Gefäßverschlüssen gibt es mit dem medikament-freisetzenden Stent eine echte Jahrhundertinnovation.
  • Augenkrankheiten können heute durch künstliche Linsen und Lasertechnologien geheilt werden. Faltbare Intraokularlinsen ermöglichen eine ambulante Operation mit Kleinstschnitttechniken und geringem Risiko. 
  • Künstliche Gelenke erhalten die Mobilität der Menschen. Die Materialien sind immer verschleißfreier. Die Operationstechniken werden immer schonender.
  • Die moderne feuchte Wundversorgung hat die Behandlung von Wunden revolutioniert. Infusionstherapien werden immer sicherer und effizienter. Verbandmaterialien und Inkontinenzprodukte werden immer leistungsfähiger.

Die wachsende Komplexität der Technik erfordere immer mehr die Teamarbeit von Ärzten und den Ingenieuren der Medizintechnologieunternehmen. „Je enger die Zusammenarbeit, desto höher ist der Grad der Innovation und damit der wirtschaftliche Erfolg“, so Schmidt.

Erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit von Ärzten und Unternehmen weisen alle die folgenden Erfolgsfaktoren auf:

  • innovative Ärzte, die auch die Kommerzialisierung ihrer Idee vorantreiben,
  • eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Herstellern und Technologielieferanten und
  • eine intensive und langjährige wissenschaftliche Überprüfung der Idee, gefördert durch die Zusammenarbeit mit der Industrie.

Die meisten Unternehmen der Medizintechnologie haben mittlerweile Prozesse geschaffen, um die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ingenieuren zu fördern. In der frühen Forschungsphase suchen die Hersteller die Kooperation mit Universitäten, die in einem strategisch bedeutenden Gebiet Kompetenz aufgebaut haben. Zur Netzwerkbildung zwischen Wissenschaftlern und der Industrie werden Forschungszentren aufgebaut. Innerhalb der Produktentwicklungsphase gibt es formalisierte Prozesse, die die frühe Einbindung von Kunden in die Entwicklung sicherstellen sollen.

Anton J. Schmidt: „Wir arbeiten in einer Industrie, die gemeinsam mit den Anwendern, den Ärzten und Pflegern sowie den Wissenschaftlern, Produkte, Therapien und Verfahren immer weiter entwickelt – zum Wohle der Patienten.“


Trends der Medizintechnologie: Nanotechnologien, Tissue Engineering, Schlüssellochchirurgie und Telemedizin im Fokus

Das 5. BVMed-Presseseminar präsentierte unter dem Titel „Trends in der Medizintechnologie“ einen Ausblick auf die Gebiete der Nanotechnologien, des Tissue Engineering (Gewebezucht), der Schlüssellochchirurgie und der Telemedizin.

In der Medizin entsteht eine Vielfalt neuer Technologien. Dazu gehören z. B. das Tissue Engineering, die Entwicklung neuer „intelligenter“ Materialien, die Integration von telemedizinischen Anwendungen in Behandlungsmethoden der Medizintechnologie, minimal-invasive Operationstechniken oder die Nanotechnologie mit ihren neuen medizinischen Möglichkeiten. Außerdem werden diese Technologien immer weiter integriert, wodurch hochentwickelte Therapien entstehen, die oft „traditionelle“ Grenzen und Bereiche überschreiten.

Unterlagen können beim BVMed zu folgenden Vorträgen angefordert werden:


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