Gefäße

Aortenstents

Blutgefäße
Die Gefäße bilden zusammen mit dem Herzen das Herz-Kreislaufsystem. Es bewegt das Blut vom Herzen durch ein verästeltes System von elastischen Gefäßen in alle Körperregionen (großer Kreislauf) sowie die Lunge (kleiner Kreislauf) und wieder zurück. Die Pumpleistung beträgt in Ruhe 4 bis 7 Liter in der Minute und kann bei maximaler Belastung auf über das Doppelte steigen.

Das Blutgefäßsystem besteht aus drei Typen von Gefäßen: Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut unter hohem Druck vom Herzen zu den 60 Milliarden Zellen des Körpers. Das regelmäßige Pumpen des Herzens spürt man als Puls. Die Venen befördern das verbrauchte, sauerstoffarme Blut aus dem Körper zum Herzen zurück. Sie speichern 2/3 des gesamten Blutes und könnten aneinandergereiht mehrere Fußballfelder umspannen. Kapillaren sind die kleinsten und dünnsten Gefäße im Blutkreislauf. Sie verbinden die Arterien und die Venen mit dem Körpergewebe und ermöglichen den Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff durch ihre hauchdünnen Wände.

Aorta
Die Aorta (Hauptschlagader) ist die größte Arterie des Körpers. Sie nimmt ihren Ursprung direkt oberhalb der Herzklappe der linken Hauptkammer. Die Aorta führt das Blut vom Herzen und verteilt es über weitere Aufteilungen zum Gehirn und den einzelnen Körperorganen.

Krankheitsbild: Veränderungen der Hauptschlagader
Durch Bluthochdruck und/oder Veränderungen der Gefäßwand können Aussackungen (Aneurysma) der Hauptschlagader entstehen. Neben diesen können auch Einrisse der Gefäßinnenhaut entstehen, die zu einer Aufspaltung der Gefäßbahn mit Ausbildung von zwei Kanälen (Dissektion) führen. Diese Erkrankungen führen zu einer Erweiterung der Hauptschlagader. Überschreitet der Durchmesser eine kritische Grenze (mehr als 5,5 cm), steigt das Risiko für ein plötzliches Platzen (Ruptur) der Aorta deutlich an. Innerhalb kurzer Zeit können die Patienten dann verbluten.

Innovative Therapie

Operationen der Hauptschlagader stellen einen umfangreichen Eingriff dar. Mit der so genannten endovaskulären (endovasculär – über die Gefäßbahn) Aortenstentimplantation steht eine neue, schonendere Therapiealternative zur Verfügung.

Durch eine, mit einer undurchlässigen Kunststoffmembran versehenen Gefäßstütze (Stent), können Aussackungen der Aorta und Einrisse der Gefäßinnenhaut abgedichtet werden. Hierdurch wird der übermäßig erweiterte Gefäßabschnitt entlastet. Durch Narbenbildung und Gerinnung des in der Aussackung verbliebenen Blutes wird zudem eine Festigung der ausgedünnten Gefäßwand erzielt. Für die Aortenstentimplantation ist eine Öffnung der Körperhöhle nicht erforderlich, der Stent wird über die Leiste eingebracht. Der Eingriff ist daher wesentlich weniger belastend als eine Operation. Aus diesem Grund können auch Patienten mit zu hohem Risiko für die offene Operation durch die Aortenstentimplantation behandelt werden.


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