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Glossar und Wörterbuch
Stent
Stents sind kleine Metallgitterröhrchen, die in der Medizin eingesetzt werden, um verstopfte oder verengte Gefäße dauerhaft zu weiten und damit den Lumendurchmesser des Gefäßes zu vergrößern und ein Zusammenfallen des Gefäßes oder einen plötzlichen Wiederverschluss zu verhindern. Ein Stent ist also ein dehnbares, röhrenförmiges Metallgeflecht, das als Gefäßstütze der verbesserten Offenhaltung von Blutgefäßen dient.
Der Stent wird mit Hilfe eines Ballonkatheters abgesetzt, der durch die Haut in die Oberschenkel- (Leisten-)Arterie eingeführt wird, und dann an der entsprechenden Stelle in der erkrankten Arterie platziert wird. Eine neue Entwicklung sind wirkstoffbeschichtete Stents (siehe Kapitel "„Revolution“ durch Drug-eluting Stents: Das Ende der Wiederverengung von Herzkranzgefäßen?").
Die Einführung von Stents in den frühen 90er Jahren bei koronaren Herzerkrankungen hat das Auftreten plötzlicher Gefäßverschlüsse und die in diesem Zusammenhang notwendigen notfallmäßigen Bypass-Operationen fast vollständig ausgeschlossen. Stents haben außerdem die früher erforderlichen, wiederholten Interventionen auf zwischen 9 und 14 Prozent bei de-novo Läsionen verringert. Dies entspricht einer Verringerung von 33 bis 65 Prozent im Vergleich zur Ballonangioplastie. Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von Stents zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse führt.
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Fallstudie BVMed
Hintergrundartikel
Das Krankheitsbild: Koronare Herzerkrankung
Unter der Bezeichnung koronare Herzkrankheit werden Erkrankungen des Herzens zusammengefasst, die trotz unterschiedlicher Ursachen den gleichen Erkrankungszustand aufweisen: Es handelt sich um ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und –bedarf im Herzmuskel. Dabei ist eine optimale Sauerstoffversorgung, die über ein Netzwerk von Herzkranzgefäßen erfolgt, für die Leistungsfähigkeit des Herzens als Blutpumpe notwendig.
Dieses Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und –angebot kommt durch eine Verengung oder Blockierung der Herzkranzgefäße zustande. Unter bestimmten Bedingungen, wenn z. B. die Arterienwände verletzt sind, sammeln sich zunächst fetthaltige und allmählich auch andere Ablagerungen, wie beispielsweise Kalzium, in den Arterien. Die Arterie verengt sich und kann die Durchblutung behindern, so dass bestimmte Bereiche des Herzens nicht ausreichend durchblutet werden.
Eine Gefäßverengung kann auch dadurch zustande kommen, dass die Kalkablagerungen (Arteriosklerose) einreißen. Dort können sich dann Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die den Blutfluss noch weiter einschränken. Dies kann zu einem völligen Verschluss des Gefäßes und in der Folge zu einem Herzinfarkt führen.
Verlaufsformen der Koronaren Herzkrankheit
Die durch die Einengung hervorgerufene Mangeldurchblutung des Herzmuskels führt je nach Schweregrad und Dauer zu verschiedenen Verlaufsformen der Erkrankung. Die koronare Herzkrankheit kann sich ohne erkennbare Krankheitszeichen (asymptomatisch) in Form eines so genannten stummen Herzinfarktes zeigen, durch ein Unvermögen des Herzens, in Ruhe oder bei Belastung die erforderliche Leistung aufzubringen (Herzinsuffizienz), oder durch einen plötzlichen Herztod. Typische Verlaufsformen der koronaren Herzkrankheit mit erkennbaren Krankheitszeichen (symptomatisch) sind z. B. die stabile oder instabile Angina pectoris und der Herzinfarkt.
Bisherige Behandlungsalternativen
Medikamentöse Therapie und Verhaltensänderungen (z. B. Diät, sportliche Betätigung und Stressverringerung) sind die primären Therapieformen in den Frühstadien der koronaren Herzkrankheit. In fortgeschrittenen Stadien, wenn das Risiko eines Herzinfarkts auf Grund einer Verengung der Herzkranzgefäße sehr hoch ist, war die Standardtherapie bis zum Ende der siebziger Jahre die Bypass-Operation als invasives Verfahren.
Mit der Einführung der Ballonangioplastie seit Mitte der 70er Jahre können viele Blockierungen der Herzkranzgefäße mit einem nicht-operativen Eingriff, der Perkutane Transluminale C(k)oronare Angioplastie (PTCA) genannt wird, behandelt werden. Für die Aufdehnung eines verengten Gefäßes mit Hilfe eines Ballons wird ein Katheter in eine Schlagader in der Leiste eingeführt. Der Katheter wird durch das Gefäßsystem geführt, bis er die blockierte Stelle erreicht. Der Ballon wird in der Arterie aufgeblasen. Hierdurch werden die Gewebzellen und Ablagerungen, die das Gefäß verschlossen haben, verformt und weggedrückt. Der Blutdurchfluss wird dadurch verbessert. Einschränkend für diese Behandlung wirkt das mögliche Auftreten eines plötzlichen Gefäßverschlusses in 2 bis 10 Prozent der Fälle. In 30 bis 50 Prozent der Fälle muss eine Revaskularisierung vorgenommen werden.
Eine neue Behandlungsmethode:
Innovation in der PTCA-Behandlung durch Stentimplantation
Die Einführung von Stents in den frühen 90er Jahren hat das Auftreten plötzlicher Gefäßverschlüsse und die in diesem Zusammenhang notwendigen notfallmäßigen Bypass-Operationen fast vollständig ausgeschlossen. Stents haben außerdem die früher erforderlichen, wiederholten Interventionen auf zwischen 9 und 14 Prozent bei de-novo Läsionen verringert. Dies entspricht einer Verringerung von 33 bis 65 Prozent im Vergleich zur Ballonangioplastie. Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von Stents zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse führt.
Stents sind kleine Metallgitterröhrchen, die in den erkrankten Koronararterien plaziert werden, um den Lumendurchmesser des Gefäßes zu vergrößern und ein Zusammenfallen des Gefäßes oder einen plötzlichen Wiederverschluss zu verhindern, und so einen normalen Blutfluss durch die Arterie wiederherzustellen. Der Stent wird mit Hilfe eines Ballonkatheters abgesetzt, der durch die Haut in die Oberschenkel- (Leisten-)Arterie eingeführt wird, und dann an der entsprechenden Stelle in der erkrankten Arterie platziert wird.
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens und Erstattungssituation
Eine PTCA in einem deutschen Krankenhaus kostet nur rund ein Viertel des Preises einer koronaren Bypass-Operation.
Ein Vergleich der Kosten der PTCA, PTCA mit Stents und Bypass-Operationen zur Behandlung von Patienten mit Ein-Gefäß-Erkrankung in deutschen Krankenhäusern zeigte, dass die PTCA mit Stents pro Patient auf lange Sicht weniger kostet als PTCA allein, obwohl die anfänglichen Kosten der Kombination aus PTCA und Einführung des Stents um ungefähr 10 Prozent höher sind als die Kosten der PTCA allein. Insgesamt sind die durchschnittlichen Behandlungskosten bei Patienten, die mit einem Stent behandelt werden, nach drei Jahren um ca. 6,3 Prozent niedriger als die Kosten von PTCA allein.
Zahlreiche andere prospektive randomisierte klinische Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von Stents zu einer signifikanten Verbesserung der klinischen Ergebnisse führt und zu einem effizienten Einsatz der beschränkten Pflegeressourcen bei der Behandlung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit. Daher wird die Qualität der Patientenversorgung verbessert und ein Nutzen für die Gesellschaft erreicht.
Wirkstoffbeschichteter Stent - „Revolution“ durch Drug-eluting Stents:
Das Ende der Wiederverengung von Herzkranzgefäßen?
Um Komplikationen nach der Behandlung zu vermeiden und das Risiko einer erneuten Verengung (Restenose) zu reduzieren, wird während des Eingriffs in der Regel ein Stent in den erkrankten Gefäßabschnitt implantiert. Leider können auch Stents eine Restenose nicht vollständig verhindern. Bei 20 bis 30 Prozent aller Patienten tritt in der Regel innerhalb von 6 Monaten nach Eingriff eine Restenose auf. Risikopatienten, wie z. B. Diabetiker, Patienten mit kleinen Gefäßen oder langstreckigen Verengungen, haben sogar ein Risiko von bis zu 70 Prozent. Aus diesem Grund wird die Restenose auch häufig als die Achillesferse der Ballonangioplastie bezeichnet.
Tritt eine behandlungsbedürftige Restenose auf, wird diese Verengung erneut mit einem Ballon aufgedehnt. Allerdings ist dann die Wahrscheinlichkeit einer nochmaligen Wiederverengung sehr hoch. Alternativen hierzu sind die Bypass-Operation oder die Behandlung mittels intrakoronarer Strahlentherapie; ein sehr aufwendiges Verfahren, bei dem ein radioaktiver Draht kurzzeitig in das Gefäß eingeführt wird.
Ursache für eine Restenose nach Stentimplantation ist eine überschießende Vermehrung von Zellen in der Gefäßwand. Diese wuchern durch die Streben des Stents und verengen das Gefäß somit erneut. Eine Reihe von Medikamenten wurden entdeckt, die eine solche Zellproliferation verhindern können. Es erwies sich lange Zeit als äußert schwierig, eine wirksame und verträgliche Dosis dieser Medikamente an den Ort des Geschehens zu bringen.
Die neuartigen Stents besitzen eine Beschichtung, in die der natürlich Wirkstoff eingelassen wird. Über mehrere Wochen hinweg wird das Medikament an das umliegende Gewebe abgegeben. Dort verhindert der Wirkstoff die Zellteilung und damit die Vermehrung der Gefäßmuskelzellen.
Studienergebnisse
Seine Effektivität hat die neue Stentgenerationin mehreren Studien bewiesen. Inzwischen wurden über 1.000 Patienten in klinischen Studien behandelt. (Stand: Frühjahr 2003). Auf Grund der sehr erfreulichen Ergebnisse kann der medikamenten-freisetzende Stent als eine Revolution in der interventionellen Kardiologie bezeichnet werden.
Erstmalig horchte die kardiologische Fachwelt auf, als im September 2001 die Ergebnisse der RAVEL-Studie veröffentlicht wurden. In dieser Studie wurden 120 Patienten mit dem CYPHER–Stent behandelt. Ungefähr der gleichen Anzahl Patienten wurde ein herkömmlicher, unbeschichteter Stent implantiert. Alle Patienten hatten eine bisher unbehandelte Verengung in einem Herzkranzgefäß, welche mit einem 18 mm langen Stent abgedeckt werden konnte. Das Ergebnis nach 6 Monaten zeigte erwartungsgemäß eine Restenoserate von 26 Prozent bei der Kontrollgruppe, die den herkömmlichen Stent erhalten hat. Hingegen entwickelte keiner der CYPHERTM-Patienten eine Restenose. Auch nach einem Jahr musste sich noch keiner dieser Patienten einer erneuten Behandlung unterziehen.
Die jüngst veröffentlichte SIRIUS-Studie kommt zu einem ähnlich erfreulichen Ergebnis, obwohl das Risikoprofil der Studienpatienten deutlich schwieriger war als bei der RAVEL-Studie. Es spiegelt jedoch vielmehr den täglichen Alltag in Herzkatheterlaboren wieder. Insgesamt wurden 1.058 Patienten in die SIRIUS-Studie eingeschlossen. Die Patienten erhielten wie bei RAVEL nach dem Zufallsprinzip entweder den CYPHER-Stent oder einen herkömmlichen, unbeschichteten Stent.
Die Kontrolluntersuchung acht Monate nach Stentimplantation ergab, dass nur bei 3,2% aller CYPHERTM-Patienten eine Restenose innerhalb des Stents auftrat. Dies entspricht einer Reduktion um 91 Prozent gegenüber den Patienten mit herkömmlichem Stent. In dieser Gruppe entwickelten nämlich 35,4 Prozent der Patienten eine Restenose. Bezieht man die Bereiche 5 mm vor und hinter dem Stent in die Betrachtung mit ein, wurde die Restenoserate durch die neue Therapiemethode um 75 Prozent gegenüber der herkömmlichen reduziert, da das Restenoserisiko auf 8,9 Prozent gesenkt werden konnte.
Diabetiker und Frauen profitieren besonders
In der SIRIUS-Studie wurde eine sehr große Anzahl an Patienten behandelt, so dass auch differenzierte Aussagen über bestimmte Patientengruppen möglich sind. So würden von 1.000 behandelten Diabetikern 328 von einer Restenose verschont bleiben, wenn ihnen ein CYPHER-Stent anstelle eines herkömmlichen Stents implantiert wird. Bei Frauen sind es sogar 347 von 1.000 Patientinnen, die bei Behandlung mit einem herkömmlichen Stent eine Restenose entwickeln würden, welche unter der Behandlung mit CYPHERTM nicht auftreten würde.
Stand: 2008
Medikament-freisetzende Stents
Allein in Deutschland sterben jährlich 340.000 Menschen an der koronaren Herzkrankheit. Dabei sind eines oder mehrere Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verengt. Das Herz wird nicht mehr ausreichend durchblutet.
Es kommt zu Sauerstoffmangel. Hier hilft die moderne Medizintechnologie mit dem Einsatz von Stents, Leben zu retten. Stents sind kleine, flexible Röhrchen aus Edelstahl, die das Gefäß stützen und offen halten sollen. Mit herkömmlichen Stents ist das bisher in etwa Zweidritteln aller Fälle gelungen. Schon dieser Erfolg war eine medizintechnologische Revolution. Neuerdings läßt sich die Wiederverengungsrate aber sogar auf einen Wert unter 5% senken: Mit der neuen, medikament-freisetzenden Generation von Stents. Leider bekommt den neuen Stent nicht jeder Patient, der ihn benötigt. Denn er ist teurer als der herkömmliche.
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