Glossar und Wörterbuch

GMDN

Als weltweit gültige Nachfolge-Nomenklatur für UMDNS (und EDMS) ist die neue Medizinprodukte-Nomenklatur „GMDN" (Global medical device nomenclature for the purpose of regulatory data exchange) erarbeitet worden, die erstmalig – in englischer Urfassung – im November 2001 als 784-seitiger CEN Report (CR 14230) vorgelegt wurde.

Seit September 2002 steht GMDN in der offiziellen Version 1.1 in Englisch zur Verfügung.

GMDN enthält rund 19.000 Begriffe, die sich in 12 Produktkategorien untergliedern:

Code Produktkategorien Begriffe
01. Aktive implantierbare Produkte (83)
02. Anästhesie- und Beatmungsgeräte (726)
03. Zahnärztliche Produkte (920)
04. Elektromedizinische und mechanische Produkte (3.078)
05. Krankenhausinventar (1.012)
06. Produkte zur In-vitro-Diagnostik (3.517)
07. Nichtaktive implantierbare Produkte (447)
08. Ophthalmische und optische Produkte (480)
09. Wiederverwendbare Instrumente (1.512)
10. Produkte zum Einmalgebrauch (1.779)
11. Technische Hilfen für behinderte Menschen (1.773)
12. Röntgen- und andere bildgebende Verfahren (1.669)

Gesamtsumme: 16.996

Mit der deutschen Übersetzung der GMDN durch die Europäische U-Kommission wurde im zweiten Halbjahr 2008 begonnen.

Über die Pflege und Nutzung von GMDN wacht eine Maintenance Agency Policy Group (MAPG) des CEN, die bei der britischen Normungsorganisation BSI geführt wird.
Internetfundstelle - Informationen zu GMDN: www.gmdn.info oder www.gmdn.org  

Der anfänglich zwischen CEN, DIN und DIMDI geführte Streit über das Copyright an GMDN und über die Verwertungsrechte an der deutschen Übersetzung ist laut Auskunft des DIMDI heute (2010) beendet. Grund: Nachdem das DIMDI ermittelt hatte, dass die Rechte an die GMDN Agency übertragen worden waren, hat es von einer Übersetzung der GMDN ins Deutsche abgesehen.

Die GMDN Agency alimentiert sich durch den privatisierten Verkauf von Lizenzen zur Nutzung von GMDN nebst kostenpflichtigen 1- bis 2-jährlichen Updates in Höhe von jeweils 1.500 Euro.

Das BMG hatte zunächst erwogen, die Kosten der Erstellung der deutschen Übersetzung von GMDN der Industrie in Rechnung zu stellen. Dagegen sprach sich aber die Industrie mit dem Argument aus, alle technischen Hilfsmittel zu Erfüllung regulatorischer Anforderungen, hier der gesetzlichen Anzeigepflichten, müsse der Staat den Rechtsunterworfenen kostenlos zur Verfügung stellen.
Deutschland hat sich entsprechend in Verhandlungen auf EU-Ebene in den letzten Jahren für eine vernünftige Lösung ohne komplizierte und intransparente Abrechnungsmethoden ausgesprochen.
Die zukünftige Finanzierung der Nutzung der GMDN in Deutschland wird durch die Neuausrichtung der Leitung der GMDN Agency beeinflusst werden. Diese wird seit 2009 im Rahmen des GHTF-Prozesses organisiert.

Internetfundstelle
http://www.ghtf.org/meetings/conferences/12thconference/slides/slides-trunzo.pdf

Das im Frühjahr 2009 gebildete erweiterte „Board of Trustees“ der GMDN Agency hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, einen grundlegenden Mechanismus zur Finanzierung für alle Nutzer der GMDN zu finden (Quelle: Clinica, Nr. 1341, S. 15, 29. Mai 2009).

GMDN dient dem weltweiten Austausch von Daten über Medizinprodukte. Hierunter fallen Daten über Anzeigen, Bescheinigungen und Aufgaben der Benannten Stellen, Vorkommnisse. GMDN dient auch der Beratung der Benutzer bei der Bezeichnung von Medizinprodukten. Sie erleichtert die elektronische Kommunikation über eine einheitliche Indexierung weltweiter Datenbanken über Medizinprodukte.

Die Norm DIN EN ISO 15225 (Nomenklatur – Spezifikation für ein Nomenklatursystem für Medizinprodukte zum Zweck des regulativen Datenaustauschs) definiert das Format und die Struktur der Bezeichnungen für Medizinprodukte.
Teile der GMDN sind nach Auskunft des DIMDI mit UMDNS über einen Umsteigeschlüssel verknüpft worden, um größere Umstellungsprobleme für die Industrie zu vermeiden.